Gefahr im Verzug

Wenn ich nicht aufpasse, wird aus der Zaunreiterin am Ende noch ein reiner Buchblog. ;) Mitschuld hätte dann ganz klar We read Indie

Um Spiegel-Bestsellerlisten, deutschen Buchpreis u.ä. mache ich schon seit geraumer Zeit einen großen Bogen und suche mir meine Bücher lieber auf freier Wildbahn, Reinfälle inbegriffen.

Und jetzt posten sie ausgerechnet die Hotlist 2014 – die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen.
Und ich schaue in jeder freien Minute die Bücher durch, die es dort in die Endauswahl geschafft haben. Ein schlimmer, wirklich schlimmer Fehler. ;)

Die ausgewählten Bücher machen neugierig, mich zumindest und das Interview erzählt einiges Spannendes über die Entstehung und zukünftige Pläne. Meine Empfehlung – lest den Artikel am Besten selber.

Zwei Bücher sind in meine persönliche engere Auswahl gewandert. Vielleicht landet ja einmal eines davon in meinen Regalen.

Mehr ist es nur deswegen nicht geworden, weil die Zeit für eine ausführlichere Suche fehlte. Zum Glück. ;)

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Gasland – Arte-Dokumentation über Fracking

Inzwischen kommen erstaunlicherweise immer mehr Sendungen zum Thema Umweltschäden zu den Hauptsendezeiten. Heute zum Beispiel eine Dokumentation zum Thema Fracking in Arte, gerade um 20.15 Uhr angelaufen. Unbesehen halte ich den Bericht für sehenswert.

Gasland – Dokumentarfilm 2010 (wurde bereits 2013 gezeigt).

Eines meiner letzten Bücher behandelte auch sehr ausführlich Fracking, es war wirklich beängstigend. Man sollte sich wirklich so ausführlich wie möglich informieren.

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Das klare Sommerlicht des Nordens

Das klare Sommerlicht des Nordens von Petra Oelker
Flexibler Einband, 448 Seiten
Erstausgabe : 01.07.2014
Polaris Verlag
ISBN: 9783499267772

Der Roman ist vor allem eines: Schwer zu fassen.

Sehr schön beschrieben die Gegebenheiten Hamburgs im Jahr 1905 mit Krankheiten, Umbruch, raffgierigen Miethaien, Frauen, die sich erst langsam die Arbeitswelt erobern.

Und bei allem Wissen trotzdem verblüffend, dass es schon damals Judenhass gab. Hitler wurde wirklich von langer Hand der Weg bereitet. Dabei ist es bis zum 3. Reich noch ein gutes Stück Weg.

“Die Zeiten werden immer besser”, sagte er und lehnte sich entspannt zurück. “Da weiß man, wohin man in die Sommerfrische gehen kann. Borkum bietet judenfreie Ferien, die besseren Orte im Harz und in Bayern auch. Wenn das keine famose Werbung ist!” (S. 159)

Dora’s Familie hat es endlich geschafft von einer baufälligen Slumgegend – den sogenannten Gängen – in ein Wohngebiet umzuziehen, dass dem Namen vielmehr gerecht wird: Der Neustadt.
Natürlich können sie sich diese teurere und für ihre Verhältnisse schon beinah luxuriös zu nennende Wohnung nur mit vereinten Mitteln leisten. Da kommt es nicht ungelegen, dass Dora eine vorübergehende Stelle als Aushilfsschneiderin bei der wohlhabenden jüdischen Familie Wartberger angeboten bekommt.

Sidonie Wartberger hat bereits die 2. Fehlgeburt hinter sich. Die Medikamente, die ihr helfen sollen, ihre ‘Melancholie’ in den Griff zu bekommen, beruhigen zwar und lassen die junge Frau in einem betäubten gleichmütigen Zustand durch die gesellschaftlichen Verpflichtungen wandeln… wirklich hilfreich sind sie nicht.
Vielleicht hilft der Sommermalkurs an der Alster – frische klare Luft und die Gesellschaft gleichgesinner junger Damen aus guten Hamburger Familien.

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Was bringt Lucifer in die Provinz?

Luzifer und der Küster von Sabine Schulze Gronover
Flexibler Einband, 304 Seiten
Erstausgabe : 01.10.2012
Emons Verlag
ISBN: 9783897059979

Luzifer und der Küster.
Ein vergleichsweise einfacher Titel und von der Wortwahl etwas vorbehaftet.

Trotzdem genau richtig für diesen Krimi.
Soviel beißenden und knochentrocken bis sarkastischen Humor findet man sonst bestenfalls in good old England.

“Hälst du deinen Bruder für so gefährlich?”
“Er hatte eine schwarze Mamba im Keller und hat es niemandem im Haus erzählt. Wie nennen Sie das denn? Tierliebe?” (S. 245)

Beim Lesen platze ich mitten in die Beerdigung von Rudi Kemper, seines Zeichens Sozialpädagoge. Und bin quasi hautnah dabei. Wie sonst sollte man es ausdrücken, wenn der eben Verstorbene seine eigenen Eindrücke schildert – bis hin zum Übergang in’s Jenseits.

Dort erholen sich normalerweise die eben verstorbenen Seelen, bevor sie für eine weitere Runde der Wiedergeburt zurück auf die Erde gelangen.

Bei Rudi dagegen liegen die Dinge etwas anders.
Er ist aus beruflichen Gründen hier. Ein paar Jugendliche haben sich in der jenseitigen Wellness-Oase eingeschlichen und keiner weiß, woher oder warum?

Nachdem die erhofften Erfolge auf sich warten lassen, bekommt Rudi leihweise den Körper des Küsters Christian Grothe zur Verfügung gestellt. Mit der Auflage, in Lüdinghausen zu ermitteln, was es mit den drei Störenfrieden auf sich hat und inwiefern Luzifer dabei seine Finger im Spiel hat.

Kaum wieder ‘unten’ angekommen, stolpert Christian aka Rudi zusammen mit seinem neuen Vorgesetzten Pastor Klein über die Leiche der Putzfrau in der Sakristei.
Damit ist dann auch das eigentliche Spielfeld eröffnet.
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Frühstücksgedanken

Frühstücken sieht meistens so aus, dass einer Brötchen besorgt, einer deckt den Tisch. Ein bischen sieht es aus wie vor gefühlten 100 Jahren. Eine (inzwischen reparierte) Butterdose, Zuckerdose, Milchkännchen, Kaffeekanne, Salzstreuer, Eierbecher. Und natürlich das Geschirr. ;)

Dazu gibt es je nach Gusto Marmeladen, Gelees, Wurst, seltener Käse, Eier und Honig.
Und bis auf den Honig ist inzwischen auch alles ohne Plastik.

Der Honig sollte ein klassisches Umzugsopfer werden.
Ein Kühlschrank wurde ausgeräumt, bevor er abgebaut wird. Was macht man nun mit den ganzen Lebensmitteln, die sich natürlich angesammelt haben. Die einfachste Lösung war in dem Fall – wir schmeißen sie weg.

Einwandfreie Lebensmittel – teilweise mit einem Mindest-Haltbarkeitsdatum bis zum Jahr 2016. Ich war es müde, gegen Windmühlen zu reden – also habe ich gesagt, ich nehme alles mit. Und bin wie ein Packesel beladen durch die Straßen gelaufen.

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Leben mit Japan

Hallo Japan von Lucinde Hutzenlaub
Flexibler Einband, 320 Seiten
Erstausgabe : 10.06.2014
Eden Books Verlag
ISBN: 9783944296548

Eine Auswanderung in ein anderes Land ist immer ein Wagnis.
Ganz besonders, wenn man in ein so komplett anderes Land geht wie es Japan ist. Einfach alles ist komplett anders und neu. Nicht nur die Umgebung und die Sprache. Auch die Leute, die Denkweise, das Essen – einfach alles.

Familie Hutzenlaub wandert mit ihren Kindern für einige Jahre nach Japan aus und Lucinde erzählte erst in ihrem Blog über ihre ganz eigenen Eindrücke, die sie in dem Land gemacht hat Diese Eindrücke gibt es jetzt in Buchform – zumindest einen Teil davon.

Das ist auch das große Manko an dem Buch:
Mehr als 1.000 Seiten wurden auf 320 Seiten zusammengekürzt. Und es ist auch ganz klar, daß mit dieser Kürzung sehr viel von der möglichen Seele des Buches verloren gegangen ist. Mein großes Bedauern liegt genau darin. Wie spannend hätte das Buch werden können, wenn ihm mehr Raum gegönnt worden wäre.

So beschränken sich Lucinde’s Eindrücke meist auf ihre direkte Umgebung des Viertels, daß größtenteils von Menschen aus allen Nationen bewohnt wird und nur zu einem geringen Anteil von den japanischen Sitten und Gewohnheiten erzählen.

Die Ausdrucksweise in dem Buch lässt trotzdem den trocken formulierten Humor mit teils schwarzen Tendenzen erkennen, der auch mit einigen netten Seitenhieben ein Schmunzeln entlocken kann.

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Harmonie? Oder Gleichgewicht?

Wenn mich jemand fragen würde, wie ich Harmonie erklären würde, wüßte ich keine Antwort. Jedenfalls nicht auf Anhieb. Allgemein ist der Begriff auch sehr verkitscht und damit ziemlich oft mißbraucht worden.

Oder?

Der Begriff Harmonie könnte einen Beigeschmack haben. Wie so ziemlich jeder Begriff, der so große umfassende Werte vertreten möchte. Vielleicht ist das auch ein Grund, weswegen ich ungern eine Sache auf einen Begriff festlege. Jedes Ding hat zwei Seiten. Oder noch mehr. Und jeder Begriff kann zwei oder noch mehr Auslegungspunkte haben.

Gestern bin ich bei einer Sendung hängengeblieben, die mich um diese Uhrzeit wirklich überrascht hat:

Sonntag Abend und zur besten Sendezeit.
Da erwartet man eher einen Beitrag zur WM oder seichte Unterhaltungssendungen, wie sie im Dutzend billiger durch die Medien geistern.

Gefunden wurde stattdessen eine Dokumentation über eine andere Sicht der Welt.

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Wenn schon Fleisch, dann teuer

Im Rabenhaus wurden gefüllte Maultaschen gemacht, richtig schön mit selbstgemachtem Nudelteig und eigens inspirierter Füllung. Eine Ladung für Vegetarier (solche wie mich ^^) und eine Ladung für die Liebhaber von Fleisch. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir die zweite Portion locker weglassen können, alle am Tisch haben sich einstimmig auf die vegetarischen Taschen gestürzt und waren sich einig, dass sie viel besser geschmeckt haben als die Fleischvariante. ;)

Was zu einem nicht geringen Anteil sicher auch am Fleisch lag. Normalerweise wird das Fleisch beim Hofladen unseres Vertrauens gekauft, aber das war dieses Mal aus Zeitgründen nicht möglich. Schande über uns.

Und die Erfahrung hat den Entschluß bestärkt, sich nicht nochmal auf darauf einzulassen.

Die Maultaschen wurden jede einzeln gefüllt bis zum Platzen, es paßte kein Fitzelchen mehr hinein. Dann wurden die Täschen in schwach kochendes Wasser gegeben für ca. 10 Minuten, länger brauchte es nicht. Dazu gab es eine Pfifferlingssauce und einen gemischten grünen Salat.

Alles sehr lecker – nur die Maultaschen mit Fleischfüllung sind allesamt zusammengefallen. Die Füllung ist um gut ein Drittel geschrumpft. Ärgerlicherweise sind wir billigem Fleisch aufgesessen und genau dieses hat beim Garvorgang dermaßen viel Wasser verloren, wie wir es nie für möglich gehalten hätten!

Also wenn schon Fleisch, dann teures = hochwertiges Fleisch. Alles andere wäre reine Geldverschwendung.

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Was würdest du mitnehmen?

Vor einigen Tagen lief die Bewerbung für eine Leserunde. Eine Frage galt es zu beantworten.

Wenn du von heute auf morgen fliehen müsstest und nur drei Dinge mitnehmen könntest, welche würden das sein und warum?

Die Beschreibung des Buches las sich interessant an und so dachte ich über die Frage nach.

Mein Auge schweifte über das wirklich gut gefüllte Bücherregal.
Auch sonst lagen einige Gegenstände rum, Decken, Jacken und was eben sonst noch so in einem Raum rumliegt. In Gedanken bin ich durch die anderen Räume gegangen. Und die Erkenntnis hat mich doch sehr überrascht – kaum etwas davon würde in mir wirklich den Wunsch wecken, es mitnehmen zu müssen.

So viele Gegenstände, Kleidung, Bücher, Möbel, und und und… und kaum etwas davon würde wirklich vermißt werden. Neben dem wichtigsten Menschen wäre da noch meine Tasche aus rein praktischen Gedanken, ein Geschenk, daß mir viel bedeutet und ein Ring.

Wie wenig man doch wirklich braucht. Und ich würde mich nicht wundern, wenn es nicht nur mir so ginge.

(Was meint ihr dazu?)

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Kirschen, Kirschen und nochmals Kirschen

Kirschen haben Hochsaison. Überall wohin ich gehe, sehe ich Kirschen. Natürlich auch im Supermarkt. Und ich frage mich, warum gerade jetzt jemand Kirschen aus der Türkei kaufen sollte.
Vor einer Woche haben wir einen befreundeten Kirschbaum abgeerntet – in geschätzten 90 Minuten 4 kg Kirschen! Neben dem Spaß, denn wir bei der Ernte hatten, zieren jetzt 12 Gläser Kirschmarmelade die Küche und für einen wahnsinns-leckeren Kirschkuchen waren auch genug Kirschen übrig.

Diese erste Ladung Kirschen war noch nicht mal richtig vom Tisch, da fällt schon die nächste Anfrage in’s Haus. Wieder ein befreundeter Kirschbaum – dieses Mal irre saftige prachtvolle Schattenmorellen – und die Ansage, dass jeder Abnehmer nur zu gern gesehen ist. Soviele Kirschen können einem schon über den Kopf wachsen. ;)

Und heute dann steht der dritte Kirschbaum an, der nach einer Ernte ruft. Ganz zu schweigen, von den vielen, wirklich vielen Kirschen, die zur Zeit auf Flohmärkten angeboten werden. Ein Kirschenparadies! Kein Mensch würde mich jemals wieder dazu bekommen, meine Kirschen im Markt zu kaufen.

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Kategorien: backen, regionales, rezepte | Schlagwörter: , | 3 Kommentare

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