Besen Besen, seids gewesen

Der Herbst ist eine wahnsinnige Zeit. So viel geschieht, wird reif und lockt – und alles zur gleichen Zeit. Und in Kürze ist auch schon Samhain.

Gefühlt verbringe ich meine Zeit gerade im steten Wechsel zwischen Küche, Bücherregalen und im Besen.

Speziell auf die Beseneröffnung haben wir schon zwei Wochen vor Beginn hingefiebert. Am 15.10. war es dann endlich so weit: Die heiligen Hinterhof-Hallen haben wieder ihre Tore eröffnet.

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Noch am gleichen Tag saßen wir (endlich wieder!) bei strahlendstem Sonnenwetter auf den Holzbänken vor einem langen Campingtisch und frönten den Genüssen von Rotling und Kesselbrühe.
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Von einer Lesung, die keine war

Zu berichten gibt es mehr als genug. Genau genommen weiß ich nicht einmal, womit ich anfangen sollte.
Genuß- und Büchermarkt? Weiteres über das Experiment mit der Hühnerhaltung? Die Buchmesse?

Ich fange dann einmal mit meinen ersten Lesungs-Erfahrungen an. Weiteres wird folgen.

Alles verlief in einem kleinem, beinah schon gemütlichem Raum des hiesigen Weltladens. Pünktlich auf die Sekunde wurde die Runde eröffnet. Und für den kleinen Ort, in dem sich alles abspielte, waren auch relativ viele Leute gekommen. Ich würde mal auf ca. 30 Personen tippen, Veranstalter und Autor mitgezählt.

Erwartet hatte ich ein paar einleitende Worte gefolgt von ein oder zwei Kapiteln aus dem Buch.

Bekommen habe ich einen ausführlichen Vortrag oder besser gesagt ein Gespräch zum Thema ökologischem Landbau und Biodiversität. Weiterlesen

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Wege in andere Welten

Alles redet über die kommende Buchmesse (wir nebenbei auch, die Vorfreude ist groß) und ich habe beim Durchsehen meiner bisher gelesenen Bücher eine Rezension gefunden, die ich euch hier vorenthalten habe. Gelegentlich nehme ich mir einfach zu viel vor und irgendetwas rutscht dann doch durch die Maschen. Ich würde ja gern sagen, es wird nicht mehr vorkommen, aber dazu kenne ich mich zu gut. ;).

Soviel zur Vorrede – das Wort geht an Fay’s Welt.

Fay und die andere Welt von Sabrina Dengel
Flexibler Einband, 280 Seiten
Erstausgabe : 05.09.2013
Schirner Verlag
ISBN: 9783843430432

Sehr abwechslungsreich kann man Fay’s Leben nun wirklich nicht nennen. Aufstehen, arbeiten, heimfahren und den Abend allein in ihrer kleinen Wohnung irgendwo in Deutschland. Mit den wenigen Worten ist das Leben im Großen und Ganzen ausformuliert. Überraschungen gibt es kaum welche und sind im Grunde auch nicht erwünscht.

Ruhig und überschaubar.

So soll das Leben von Fay nach ihren Vorstellungen sein.

Keine Überraschungen und schon gar keine unliebsamen.

Und auf gar keinen Fall negativ auffallen!

Die einzige Ausnahme stellt das Büchercafé dar, in dem Fay einen großen Teil ihrer freien Zeit verbringt und über das Lesen in fremde Welten aufbricht:

In Gedanken durchstreift sie den tropischen Regenwald, lauscht dem Schlagen der Trommeln und vergisst alles andere um sich herum.

Die ‘reale’ Welt um sich herum bleibt bei Fay’s Reisen weit hinter ihr zurück.

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Massentierhaltung in den Massenmedien

Vor kurzem erst kam bei Gesprächen das Thema auch auf Nachhaltigkeit und damit auch Massentierhaltung. Dass darüber in der breiten Allgemeinheit immer noch kaum etwas bekannt ist und in den üblichen Medien nur spärlich berichtet wird. Wenn, dann in den dritten Programmen oder Dokumentationssendern – und so spät in der Nacht, dass man darauf wetten könnte, diese Sendungen würden von kaum jemanden gesehen.

Jetzt ist das Thema tatsächlich auch in der Hauptsendezeit des ZDF angekommen. Nicht am Wochenende, aber immerhin. Um 20.15 Uhr, der geheiligte Platz vom Feierabendkrimi oder je nach Jahr von Fußballübertragungen.

Und jetzt – genauer gesagt am vergangenen Dienstag lande ich eher zufällig bei einer Dokumentation über Hühnerzucht. Einmal die Zucht von Biobetrieben und im Gegenpol die Zuchtbestimmungen in Großzuchtbetrieben. Gezeigt im ZDF und begleitet von Dirk Steffens, der sich auch 2500 eigene Küken zur Aufzucht besorgt für eigene Erfahrungen aus erster Hand.

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Schwanger – was nun?

Herr Müller, Sie sind doch nicht schwanger?!

Herr Mueller Sie sind doch nicht schwanger von Martin Wehrle

Eine neckische Frage, stimmt’s? Normal müßte es ja heißen ‘Frau Müller’. Ist aber nebensächlich – schwanger und die Welt geht unter. Zumindest die Berufswelt. Ab in’s Heim und Kinder hüten.

Klingt bösartig und bringt es trotzdem auf dem Punkt. Gnadenlos und die Tatsache, dass wir bereits das 21. Jahrhundert haben, wird dabei gepflegt ignoriert. Kopfschüttelnd kann beobachtet werden, dass die hochgelobte fortschrittliche mitteleuropäische Gesellschaft sich immer noch verhält, als wäre in dieser Rubrik die Zeit in den 1950er Jahren stehen geblieben.

Der Titel samt Untertitel macht neugierig, das Cover zugegeben weniger. Klassisches Zweifarbenbild mit einer ratlosen kleinen Gestalt, die die Frage des Geschlechts unbeantwortet im Raum stehen lässt.

Für mich ausreichend, um mir das Buch näher anzusehen.
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Sonntagslektüre

Eigentlich ist die Sonntagsleserin Geschichte. Was schade ist, es gab viele gute Artikel zu lesen. Ein großer Teil des Tages wurde dem Lesen gewidmet und danach gab es einiges mehr an Wissen. Auf der anderen Seite habe ich jetzt mehr Zeit für Arbeiten jenseits des PC’s. Trotzdem – manchmal fehlen mir die Sonntagvormittage. Der Austausch mit anderen Bloggern und der Hinweis auf Artikel, die ich sonst überlesen hätte.

Deswegen erlaube ich mir ein kleines Revival. Mit einem Artikel, den ich für lesenswert halte.

Die Gegebenheiten hinter den Kulissen von BurgerKing und anderen gleicharbeitenden FastFood-Ketten sind ja eigentlich kein Geheimnis mehr und die Wegwerfmentalität wohl ebenso nicht. Also sollte man annehmen, es gäbe relativ wenig Neues darüber zu erfahren? Weit gefehlt.
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Eins führt zum Anderen

Eigentlich sollte es nur ein Gang zum Weltladen werden, um die dortige Aktion etwas genauer zu beäugen.

Ein Kaffeeröster führte vor Ort verschiedene Arten der Röstung vor, die dann verkostet werden konnten. Am Geschmack war auch nichts auszusetzen.
Ich hätte mir nur einiges mehr an praktischer Aufklärung über Kaffeesorten, Röstungen und vor allem Herkunft gewünscht. Das war aber im Programm leider nicht vorgesehen. Schade eigentlich, gerade ein Weltladen könnte da doch einiges an Anreiz bieten. Wenn man sich schon die Mühe macht, extra einen Spezialisten in’s Haus zu holen.

So standen nur wenige Menschen im Laden oder davor mit einer Tasse Kaffee bewaffnet und kosteten sich so durch das Angebot.

Entsprechend kurz war auch mein Aufenthalt.
Zwei Sachen habe ich trotzdem mitgenommen. Eimmal einen mexikanischen Kaffee, auf den ich schon sehr gespannt bin. Mild geröstet, leicht nussige Note. Hört sich vielversprechend an.

Und als zweites zwei Karten für die Lesung zu Food Crash von Felix zu Löwenstein.

Die Netzsuche ergab zwar relativ wenig dazu, eine ‘Tourliste’ war nicht zu finden. Nur einzelne Termine, die sich quer durch Deutschland ziehen. Evtl. würde es sich lohnen, beim Droemer Knaur Verlag nachzufragen.

Unabhängig davon liest sich das Buch interessant an und ich verspreche mir einiges von der Lesung, die meiner Meinung nach etwas mehr Publicity verdient hätte. Ganz besonders, weil es meine erste Veranstaltung dieser Art ist. ;)

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Ein gutes Pilzbuch ist Gold wert

Es ist herrlichstes Pilzwetter. Sonnig, es gab Regen und die Pilze sprießen, als würden sie bezahlt. Alle Couleur ist vertreten. Farben und Formen von weißestem Weiß über Hellgelb bis hin zu giftig-warnendem Rot und dunkelsten Violett. Ein herrliches Farbenspiel. Daß nicht alle genießbar sind, macht da wenig. Zum Einen gibt es den Pilzfachmensch meines Vertrauens, da unterlief noch nie ein Irrtum. Was zu beweisen ist, sonst könnte ich diese Zeilen nicht schreiben. ;)

Und wenn sich ein Pilz dann doch einmal der Fachkenntnis entzieht, wird das Pilzbuch zu Rate gezogen. Unseres hat schon einige Jährchen auf dem Buckel und wird aktuell nicht mehr verlegt, was seiner Fachkenntnis keinen Abbruch tut. Gut erkennbare Fotos, genaue Beschreibung der Pilzbeschaffenheit bis hin zu den Sporen und natürlich die Angaben, ob ein Hochgenuß, nur genießbar oder eben doch giftig. Dazu die interessante Erkenntnis, dass es auch im Frühjahr schon Pilze geben kann. Von wegen Herbstzeit ist Pilzzeit.

Zwei Stunden Waldjoggen brachten gestern leider relativ wenige eßbare Pilze, gerade genug für eine leckere Sauce. Dafür einige sehr hübsche Boviste, von denen wir vor einiger Zeit diese wahnsinns-leckeren Riesenexemplare gefunden haben. Nur daß diese hier zu der giftigen Variante gehörten und damit trotz aller schönen Optik zurück in die Natur wanderten.

Ein Beispielsbild, Kamera und Pilzkorb wären zu schwer.
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Quelle: Flickr, User Genista

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Raubbau für Öl

Auf den Schwingen der Schleiereule von Sanna Seven Deers
Flexibler Einband, 320 Seiten
Erstausgabe : 16.06.2014
Ullstein Verlag
ISBN: 9783548286013

Augenscheinlich ganz harmlose Geschehnisse können oft der Anfang von einer viel weitergehenden Geschichte sein. Der sprichwörtliche Stein, der in’s Wasser fällt und noch lange danach noch weite Kreise zieht.

Hier ist Sarah der ausschlaggebende Stein.
Aus beruflichen Gründen ist sie in Kanada unterwegs und und verliert im unerwartet aufgekommenem Nebel die Orientierung. Gefunden wird sie von der Indianerin Little Drum und deren Tochter Elisabeth.

30 Jahre später erreicht Sarah ein Brief aus Kanada.
Little Drum ist gestorben und hatte den Wunsch, Sarah bei ihrer Bestattung dabei zu haben.

Kurz darauf ist Sarah mit ihrer Tochter Elisabeth und ihrem Enkel Nik unterwegs nach Kanada.

Auf dem Weg zu dem Reservat, in dem Elisabeth mit Tochter Lynn und ihren Enkeln unter sehr harten Bedingungen lebt, erleben die Frauen zum ersten Mal die katastrophalen Auswirkungen von Ölsandabbau für die Umwelt. Aufgerissene Erde, riesige Krater in der Erde und selbst die kanadischen Regenwälder sind von dieser radikalen Methode der Ölgewinnung bedroht.

Schon die Beschreibung des nach kanadischen Maßstäben ‘nächstgelegenen Ortes’ Fort McMurray ist brutal. Beim Lesen bilden sich Bilder vor dem inneren Auge, als wäre man in eine Siedlung aus der Zeit des Wilden Westens in das 21. Jahrhundert versetzt worden. Allerdings ohne die Romantisierung, die in den meisten Westernfilmen gezeigt wird. Für Frauen ist es nicht ratsam, allein auf den Straßen unterwegs zu sein und es regiert das Gesetz des Stärkeren. Kaum vorstellbar, daß es in einem ‘zivilisiert scheinenden Land’ wie Kanada solche Unsitten herrschen können.

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Neunerbuschen aka Kräuterbuschen

Neunerbuschen, Frauenbuschen, Kräuterbuschen, Würzwisch.
Das Kind hat viele Namen.

Das Sammeln der Kräuter geht auf vorchristliche Gebräuche zurück und die Kräuterbuschen bestehen aus einer bestimmten Zahl unterschiedlicher Pflanzenarten. In die Mitte des Bündels kommt meistens eine Königskerze. Drumherum können verschiedene (Heil-)Kräuter, Blumen Getreideähren und im August reifende Früchte gebunden werden. Es können sieben, neun, 12, 15, in manchen Gegenden sogar 77 oder 99 Kräuter sein. Das liegt daran, daß sowohl die Drei als auch die Sieben und die Neun als magische Zahlen gelten, wobei 9, 12 und 15 Vielfache der Drei sind.

Die Anzahl der eingebundenen Kräuter ist regional verschieden. Wird der Würzwisch aus neun Kräutern zusammengesetzt, dann nennt man ihn auch Neunerbuschen oder Neunerlei Buschen.

Die genaue Zusammensetzung kann nach Gegend, traditionellen Gewohnheiten und persönlichen Vorlieben/Absichten variieren. Wenn beispielsweise der Kräuterbuschen anschließend als Heiltee verwendet werden soll, schließen sich Getreide, Früchte und Blumen größtenteils aus.

Beispiel für einen Neunerbuschen:
Königskerze, Johanniskraut, Schafgarbe, Baldrian, Tausendgüldenkraut, Arnika, Kamille, Wermut, Pfefferminze.

Die kirchlichen Begründungen für die Anzahl der Kräuter sind teilweise schwer nachvollziehbar. Kein Wunder, wenn man davon ausgeht, dass die Tradition des Kräuterbuschen bzw. der Kräuterweihe (15. August) auf vorchristliche Gebräuche zurückgeht und von der Kirche übernommen wurde. Da ist es naheliegend, dass für die verschiedene Anzahl der Kräuter neue Erklärungen gefunden werden mussten.
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