Leben mit Japan

Hallo Japan von Lucinde Hutzenlaub
Flexibler Einband, 320 Seiten
Erstausgabe : 10.06.2014
Eden Books Verlag
ISBN: 9783944296548

Eine Auswanderung in ein anderes Land ist immer ein Wagnis.
Ganz besonders, wenn man in ein so komplett anderes Land geht wie es Japan ist. Einfach alles ist komplett anders und neu. Nicht nur die Umgebung und die Sprache. Auch die Leute, die Denkweise, das Essen – einfach alles.

Familie Hutzenlaub wandert mit ihren Kindern für einige Jahre nach Japan aus und Lucinde erzählte erst in ihrem Blog über ihre ganz eigenen Eindrücke, die sie in dem Land gemacht hat Diese Eindrücke gibt es jetzt in Buchform – zumindest einen Teil davon.

Das ist auch das große Manko an dem Buch:
Mehr als 1.000 Seiten wurden auf 320 Seiten zusammengekürzt. Und es ist auch ganz klar, daß mit dieser Kürzung sehr viel von der möglichen Seele des Buches verloren gegangen ist. Mein großes Bedauern liegt genau darin. Wie spannend hätte das Buch werden können, wenn ihm mehr Raum gegönnt worden wäre.

So beschränken sich Lucinde’s Eindrücke meist auf ihre direkte Umgebung des Viertels, daß größtenteils von Menschen aus allen Nationen bewohnt wird und nur zu einem geringen Anteil von den japanischen Sitten und Gewohnheiten erzählen.

Die Ausdrucksweise in dem Buch lässt trotzdem den trocken formulierten Humor mit teils schwarzen Tendenzen erkennen, der auch mit einigen netten Seitenhieben ein Schmunzeln entlocken kann.

Weiterlesen

Kategorien: Bücher, japan, lesen, rezensionen | Schlagwörter: , , , , | 2 Kommentare

Harmonie? Oder Gleichgewicht?

Wenn mich jemand fragen würde, wie ich Harmonie erklären würde, wüßte ich keine Antwort. Jedenfalls nicht auf Anhieb. Allgemein ist der Begriff auch sehr verkitscht und damit ziemlich oft mißbraucht worden.

Oder?

Der Begriff Harmonie könnte einen Beigeschmack haben. Wie so ziemlich jeder Begriff, der so große umfassende Werte vertreten möchte. Vielleicht ist das auch ein Grund, weswegen ich ungern eine Sache auf einen Begriff festlege. Jedes Ding hat zwei Seiten. Oder noch mehr. Und jeder Begriff kann zwei oder noch mehr Auslegungspunkte haben.

Gestern bin ich bei einer Sendung hängengeblieben, die mich um diese Uhrzeit wirklich überrascht hat:

Sonntag Abend und zur besten Sendezeit.
Da erwartet man eher einen Beitrag zur WM oder seichte Unterhaltungssendungen, wie sie im Dutzend billiger durch die Medien geistern.

Gefunden wurde stattdessen eine Dokumentation über eine andere Sicht der Welt.

Weiterlesen

Kategorien: gedanken, nachhaltigkeit | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn schon Fleisch, dann teuer

Im Rabenhaus wurden gefüllte Maultaschen gemacht, richtig schön mit selbstgemachtem Nudelteig und eigens inspirierter Füllung. Eine Ladung für Vegetarier (solche wie mich ^^) und eine Ladung für die Liebhaber von Fleisch. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir die zweite Portion locker weglassen können, alle am Tisch haben sich einstimmig auf die vegetarischen Taschen gestürzt und waren sich einig, dass sie viel besser geschmeckt haben als die Fleischvariante. ;)

Was zu einem nicht geringen Anteil sicher auch am Fleisch lag. Normalerweise wird das Fleisch beim Hofladen unseres Vertrauens gekauft, aber das war dieses Mal aus Zeitgründen nicht möglich. Schande über uns.

Und die Erfahrung hat den Entschluß bestärkt, sich nicht nochmal auf darauf einzulassen.

Die Maultaschen wurden jede einzeln gefüllt bis zum Platzen, es paßte kein Fitzelchen mehr hinein. Dann wurden die Täschen in schwach kochendes Wasser gegeben für ca. 10 Minuten, länger brauchte es nicht. Dazu gab es eine Pfifferlingssauce und einen gemischten grünen Salat.

Alles sehr lecker – nur die Maultaschen mit Fleischfüllung sind allesamt zusammengefallen. Die Füllung ist um gut ein Drittel geschrumpft. Ärgerlicherweise sind wir billigem Fleisch aufgesessen und genau dieses hat beim Garvorgang dermaßen viel Wasser verloren, wie wir es nie für möglich gehalten hätten!

Also wenn schon Fleisch, dann teures = hochwertiges Fleisch. Alles andere wäre reine Geldverschwendung.

Weiterlesen

Kategorien: kochen, Kräuter, nachhaltigkeit, rezepte | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was würdest du mitnehmen?

Vor einigen Tagen lief die Bewerbung für eine Leserunde. Eine Frage galt es zu beantworten.

Wenn du von heute auf morgen fliehen müsstest und nur drei Dinge mitnehmen könntest, welche würden das sein und warum?

Die Beschreibung des Buches las sich interessant an und so dachte ich über die Frage nach.

Mein Auge schweifte über das wirklich gut gefüllte Bücherregal.
Auch sonst lagen einige Gegenstände rum, Decken, Jacken und was eben sonst noch so in einem Raum rumliegt. In Gedanken bin ich durch die anderen Räume gegangen. Und die Erkenntnis hat mich doch sehr überrascht – kaum etwas davon würde in mir wirklich den Wunsch wecken, es mitnehmen zu müssen.

So viele Gegenstände, Kleidung, Bücher, Möbel, und und und… und kaum etwas davon würde wirklich vermißt werden. Neben dem wichtigsten Menschen wäre da noch meine Tasche aus rein praktischen Gedanken, ein Geschenk, daß mir viel bedeutet und ein Ring.

Wie wenig man doch wirklich braucht. Und ich würde mich nicht wundern, wenn es nicht nur mir so ginge.

(Was meint ihr dazu?)

Kategorien: gedanken, lesen | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kirschen, Kirschen und nochmals Kirschen

Kirschen haben Hochsaison. Überall wohin ich gehe, sehe ich Kirschen. Natürlich auch im Supermarkt. Und ich frage mich, warum gerade jetzt jemand Kirschen aus der Türkei kaufen sollte.
Vor einer Woche haben wir einen befreundeten Kirschbaum abgeerntet – in geschätzten 90 Minuten 4 kg Kirschen! Neben dem Spaß, denn wir bei der Ernte hatten, zieren jetzt 12 Gläser Kirschmarmelade die Küche und für einen wahnsinns-leckeren Kirschkuchen waren auch genug Kirschen übrig.

Diese erste Ladung Kirschen war noch nicht mal richtig vom Tisch, da fällt schon die nächste Anfrage in’s Haus. Wieder ein befreundeter Kirschbaum – dieses Mal irre saftige prachtvolle Schattenmorellen – und die Ansage, dass jeder Abnehmer nur zu gern gesehen ist. Soviele Kirschen können einem schon über den Kopf wachsen. ;)

Und heute dann steht der dritte Kirschbaum an, der nach einer Ernte ruft. Ganz zu schweigen, von den vielen, wirklich vielen Kirschen, die zur Zeit auf Flohmärkten angeboten werden. Ein Kirschenparadies! Kein Mensch würde mich jemals wieder dazu bekommen, meine Kirschen im Markt zu kaufen.

Weiterlesen

Kategorien: backen, regionales, rezepte | Schlagwörter: , | 3 Kommentare

Mord und das Unheil daraus

Der Kaufmann von Lippstadt von Rita Maria Fust
Flexibler Einband, 339 Seiten
Erstausgabe : 05.03.2014
Gmeiner Verlag
ISBN: 9783839214930

Ferdinand Overkamp ist ein angesehener Kaufmann und Ratsherr in Lippstadt kurz nach Ende des siebenjährigen Krieges (1756–1763). Nachdem der Krieg nun beendet wurde, die Überreste wie Pulvermagazine und Festungen nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden sollen, hat er auch allen Grund sich ein geruhsames sowie erfolgreiches Leben zu erhoffen. Vielleicht gelingt es ihm sogar, in absehbarer Zeit den teuren Bau eines Steinhauses in Angriff zu nehmen.

Kurz gesagt – das Leben der Familie Overkamp scheint in Ordnung. Zumindest solange, bis ihm seine Gemahlin gesteht, dass die älteste Tochter guter Hoffnung (schwanger) ist, sich aber weigert, den Kindsvater zu nennen.

Die Gedanken des Hausherren fangen an, sich mühlenartig im Kreis zu drehen. WER ist der Vater und warum um alles in der Welt hat sich gerade SEINE wohlerzogene Tochter so vom rechten Weg abführen lassen? Und vor allem anderen – WARUM weigert sich Elisabeth. den Vater zu nennen. Es bräuchte doch nur eine kurzfristige Hochzeit und alles wäre in bester Ordnung. Vorausgesetzt natürlich, es würde sich um einen standesgemäßen jungen Mann handeln. Und danach sieht es ja nicht aus – sonst könnte das junge Mädchen ja den Namen verraten.
Und müste nicht nach Lübeck zur Tante geschickt werden um Schande für die ehrsame Familie zu vermeiden.

Soweit die Gegebenheiten im historischen Lippstadt.

Weiterlesen

Kategorien: Bücher, lesen, rezensionen | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Karawanenwege, Traumwege, weite Wege…

Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich von Helge Timmerberg
Fester Einband, 252 Seiten
Erstausgabe : 14.04.2014
Malik Verlag
ISBN: 9783890297743

Höre o Freund und Bruder

„Es lauerte einmal ein Märchen in einem losen Stapel DIN-A4-Blätter neben dem Gästebett von Endi Effendi. Draußen fielen Schneeflocken, drinnen Schleier. Können Sätze wie Schleier fallen? Warum nicht. Sätze sind Alleskönner. Sie können ver- und entschleiern, sie können auch leiern, eiern, abschweifen und verloren gehen.“ (S.1)

” Ein Satz, der nicht wie eine Pille wirkt, ist kein guter Satz,und ein Märchen, das dich nicht wie eine Droge an sich reißt, ist keine gute Geschichte.” (Seite 8)

shadows
Quelle: Flickr, User Zanthia

Wenn ich an das Buch denke, sehe ich mich an einem alten Feuer in einer Karawanserei, ich höre den Flammen zu, die ihre ganz eigene Geschichte erzählen und gleichzeitig höre ich einen Märchenerzähler, der seine alten Legenden erzählt. Vielleicht ist es die Märchenbaronin, die auch Timmerberg so in seinen Bann geschlagen hat.

Es ist ein Märchen… Wie auch nicht… Eine Frau wagt sich an die alten Karawansereien und lässt sich die alten Märchen erzählen – als Mann verkleidet.

Weiterlesen

Kategorien: Bücher, lesen, rezensionen | Schlagwörter: , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ist das nun wirklich ein Krimi?

Tote Tulpen von Jaromir Konecny
Flexibler Einband, 240 Seiten
Erstausgabe : 01.04.2014
DTV Verlag
ISBN: 9783423740043

Die Entscheidung für die Reise mit den Tulpen war eher eine zögerliche. Wie das eben so ist, wenn man sich auf völlig neues Terrain wagt. Mißtrauisch wird beäugt, was sich einem da anbietet: Ein sehr ungewöhnlicher Titel und ein ebenso ungewöhnliches Titelbild. Und dass soll nun ein Krimi sein?
Andererseits – es sieht interessant aus. Das Schriftbild lässt mich an alte Druckbilder denken und gleichzeitig tröpfelt Blut herunter – direkt in das harmlose Himmelblau. Und den Tulpen werden die Köpfe abgeschossen. Das will ich nun doch genauer wissen und stürze mich in das Abenteuer:

Gerade mal aus dem Knast entlassen und auch nur auf Bewährung. Da macht es sich nicht gut, wenn man bei der (geplanten) Vorstellung über eine Leiche stolpert. Und dann noch von der Tochter des Hauses mit dem Unkrautstecher als Mordgerät in der Hand erwischt zu werden, verbessert die Lage auch nicht wirklich.

Kurz gesagt: Leon’s Leben verläuft nicht gerade rosig und so wie es jetzt aussieht, kann sich der 16-Jährige auch gleich wieder von seiner  frisch gewonnenen Freiheit verabschieden.

Soweit zumindest seine Gedanken, als er von ebenjener Tochter – Laura – mit einer Waffe bedroht wird. Bestimmt wird sie jetzt die Polizei rufen, ihn als Mörder anschwärzen und auch gleich auf die Mordwaffe in seinen Händen hinweisen.

Typischer Fall von denkste!

Laura glaubt ihm – tatsächlich.
Und damit nicht genug wischt sie auch noch alle Fingerabdrücke ab und findet die Leiche ‘noch einmal’.

Damit kommt dann auch der Ball in’s Rollen. Hauptkommissar Hauptmann betritt die Szene und verbietet sich ausdrücklich jede Einmischung in diesen Fall.

Soll er reden!

Weiterlesen

Kategorien: Bücher, rezensionen | Schlagwörter: , , , , , | 4 Kommentare

Weißer Spargel wird überbewertet

Den alljährlichen Run auf den Spargel kennt wohl jeder. Frühling/Frühsommer ist Spargelzeit. Varianten zu dem Gemüse gibt es auch in genügender Menge.

Ich will nicht behaupten, dass wir da außen vor sind. Weit gefehlt. Auch bei uns gibt es alljährlich Spargel, den weißen versteht sich. Wofür es hauptsächlich zwei Gründe gibt:

Zum Einen ist, aus welchem Grund auch immer, die landläufige Meinung dahingehend, dass der weiße Spargel der edlere und damit auch schmackhaftere sei. Was auch durch das Preisverhältnis noch zusätzlich untermauert wird – immerhin ist der weiße Spargel etwa doppelt so teuer wie sein grünes Pendant.

Und zum Zweiten wird im Vergleich zum grünen Spargel auch deutlich mehr an weißem Spargel angeboten. Was auch wieder mit dem Preis und der landläufigen Meinung der Schmackhaftigkeit begründet ist. Dazu kommt,dass die Aufzucht für weißen Spargel mehr Aufwand erfordert, was sich wiederum im Preis wiederspiegelt.

Weiterlesen

Kategorien: Essen, kochen, rezepte | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tu es gleich!

Ganz im Sinne des wirklich guten Ratschlages eines weisen alten Mannes im allerbesten Sinn warte ich hiermit nicht bis zum Sonntag, sondern verteile den Brief gleich weiter. Wenn es nach mir geht, kann sich ruhig jeder ein paar Anregungen raus ziehen – je mehr, desto besser.

Mehr gibt es hierzu eigentlich nicht zu sagen. Lest selber.

Kategorien: gedanken, geteiltes | Schlagwörter: , | Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine kostenlose Website oder einen kostenlosen Blog – auf WordPress.com!. The Adventure Journal Theme.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 37 Followern an

%d Bloggern gefällt das: