Schwanger – was nun?

Herr Müller, Sie sind doch nicht schwanger?!

Herr Mueller Sie sind doch nicht schwanger von Martin Wehrle

Eine neckische Frage, stimmt’s? Normal müßte es ja heißen ‘Frau Müller’. Ist aber nebensächlich – schwanger und die Welt geht unter. Zumindest die Berufswelt. Ab in’s Heim und Kinder hüten.

Klingt bösartig und bringt es trotzdem auf dem Punkt. Gnadenlos und die Tatsache, dass wir bereits das 21. Jahrhundert haben, wird dabei gepflegt ignoriert. Kopfschüttelnd kann beobachtet werden, dass die hochgelobte fortschrittliche mitteleuropäische Gesellschaft sich immer noch verhält, als wäre in dieser Rubrik die Zeit in den 1950er Jahren stehen geblieben.

Der Titel samt Untertitel macht neugierig, das Cover zugegeben weniger. Klassisches Zweifarbenbild mit einer ratlosen kleinen Gestalt, die die Frage des Geschlechts unbeantwortet im Raum stehen lässt.

Für mich ausreichend, um mir das Buch näher anzusehen.
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Sonntagslektüre

Eigentlich ist die Sonntagsleserin Geschichte. Was schade ist, es gab viele gute Artikel zu lesen. Ein großer Teil des Tages wurde dem Lesen gewidmet und danach gab es einiges mehr an Wissen. Auf der anderen Seite habe ich jetzt mehr Zeit für Arbeiten jenseits des PC’s. Trotzdem – manchmal fehlen mir die Sonntagvormittage. Der Austausch mit anderen Bloggern und der Hinweis auf Artikel, die ich sonst überlesen hätte.

Deswegen erlaube ich mir ein kleines Revival. Mit einem Artikel, den ich für lesenswert halte.

Die Gegebenheiten hinter den Kulissen von BurgerKing und anderen gleicharbeitenden FastFood-Ketten sind ja eigentlich kein Geheimnis mehr und die Wegwerfmentalität wohl ebenso nicht. Also sollte man annehmen, es gäbe relativ wenig Neues darüber zu erfahren? Weit gefehlt.
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Eins führt zum Anderen

Eigentlich sollte es nur ein Gang zum Weltladen werden, um die dortige Aktion etwas genauer zu beäugen.

Ein Kaffeeröster führte vor Ort verschiedene Arten der Röstung vor, die dann verkostet werden konnten. Am Geschmack war auch nichts auszusetzen.
Ich hätte mir nur einiges mehr an praktischer Aufklärung über Kaffeesorten, Röstungen und vor allem Herkunft gewünscht. Das war aber im Programm leider nicht vorgesehen. Schade eigentlich, gerade ein Weltladen könnte da doch einiges an Anreiz bieten. Wenn man sich schon die Mühe macht, extra einen Spezialisten in’s Haus zu holen.

So standen nur wenige Menschen im Laden oder davor mit einer Tasse Kaffee bewaffnet und kosteten sich so durch das Angebot.

Entsprechend kurz war auch mein Aufenthalt.
Zwei Sachen habe ich trotzdem mitgenommen. Eimmal einen mexikanischen Kaffee, auf den ich schon sehr gespannt bin. Mild geröstet, leicht nussige Note. Hört sich vielversprechend an.

Und als zweites zwei Karten für die Lesung zu Food Crash von Felix zu Löwenstein.

Die Netzsuche ergab zwar relativ wenig dazu, eine ‘Tourliste’ war nicht zu finden. Nur einzelne Termine, die sich quer durch Deutschland ziehen. Evtl. würde es sich lohnen, beim Droemer Knaur Verlag nachzufragen.

Unabhängig davon liest sich das Buch interessant an und ich verspreche mir einiges von der Lesung, die meiner Meinung nach etwas mehr Publicity verdient hätte. Ganz besonders, weil es meine erste Veranstaltung dieser Art ist. ;)

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Ein gutes Pilzbuch ist Gold wert

Es ist herrlichstes Pilzwetter. Sonnig, es gab Regen und die Pilze sprießen, als würden sie bezahlt. Alle Couleur ist vertreten. Farben und Formen von weißestem Weiß über Hellgelb bis hin zu giftig-warnendem Rot und dunkelsten Violett. Ein herrliches Farbenspiel. Daß nicht alle genießbar sind, macht da wenig. Zum Einen gibt es den Pilzfachmensch meines Vertrauens, da unterlief noch nie ein Irrtum. Was zu beweisen ist, sonst könnte ich diese Zeilen nicht schreiben. ;)

Und wenn sich ein Pilz dann doch einmal der Fachkenntnis entzieht, wird das Pilzbuch zu Rate gezogen. Unseres hat schon einige Jährchen auf dem Buckel und wird aktuell nicht mehr verlegt, was seiner Fachkenntnis keinen Abbruch tut. Gut erkennbare Fotos, genaue Beschreibung der Pilzbeschaffenheit bis hin zu den Sporen und natürlich die Angaben, ob ein Hochgenuß, nur genießbar oder eben doch giftig. Dazu die interessante Erkenntnis, dass es auch im Frühjahr schon Pilze geben kann. Von wegen Herbstzeit ist Pilzzeit.

Zwei Stunden Waldjoggen brachten gestern leider relativ wenige eßbare Pilze, gerade genug für eine leckere Sauce. Dafür einige sehr hübsche Boviste, von denen wir vor einiger Zeit diese wahnsinns-leckeren Riesenexemplare gefunden haben. Nur daß diese hier zu der giftigen Variante gehörten und damit trotz aller schönen Optik zurück in die Natur wanderten.

Ein Beispielsbild, Kamera und Pilzkorb wären zu schwer.
boviste
Quelle: Flickr, User Genista

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Raubbau für Öl

Auf den Schwingen der Schleiereule von Sanna Seven Deers
Flexibler Einband, 320 Seiten
Erstausgabe : 16.06.2014
Ullstein Verlag
ISBN: 9783548286013

Augenscheinlich ganz harmlose Geschehnisse können oft der Anfang von einer viel weitergehenden Geschichte sein. Der sprichwörtliche Stein, der in’s Wasser fällt und noch lange danach noch weite Kreise zieht.

Hier ist Sarah der ausschlaggebende Stein.
Aus beruflichen Gründen ist sie in Kanada unterwegs und und verliert im unerwartet aufgekommenem Nebel die Orientierung. Gefunden wird sie von der Indianerin Little Drum und deren Tochter Elisabeth.

30 Jahre später erreicht Sarah ein Brief aus Kanada.
Little Drum ist gestorben und hatte den Wunsch, Sarah bei ihrer Bestattung dabei zu haben.

Kurz darauf ist Sarah mit ihrer Tochter Elisabeth und ihrem Enkel Nik unterwegs nach Kanada.

Auf dem Weg zu dem Reservat, in dem Elisabeth mit Tochter Lynn und ihren Enkeln unter sehr harten Bedingungen lebt, erleben die Frauen zum ersten Mal die katastrophalen Auswirkungen von Ölsandabbau für die Umwelt. Aufgerissene Erde, riesige Krater in der Erde und selbst die kanadischen Regenwälder sind von dieser radikalen Methode der Ölgewinnung bedroht.

Schon die Beschreibung des nach kanadischen Maßstäben ‘nächstgelegenen Ortes’ Fort McMurray ist brutal. Beim Lesen bilden sich Bilder vor dem inneren Auge, als wäre man in eine Siedlung aus der Zeit des Wilden Westens in das 21. Jahrhundert versetzt worden. Allerdings ohne die Romantisierung, die in den meisten Westernfilmen gezeigt wird. Für Frauen ist es nicht ratsam, allein auf den Straßen unterwegs zu sein und es regiert das Gesetz des Stärkeren. Kaum vorstellbar, daß es in einem ‘zivilisiert scheinenden Land’ wie Kanada solche Unsitten herrschen können.

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Neunerbuschen aka Kräuterbuschen

Neunerbuschen, Frauenbuschen, Kräuterbuschen, Würzwisch.
Das Kind hat viele Namen.

Das Sammeln der Kräuter geht auf vorchristliche Gebräuche zurück und die Kräuterbuschen bestehen aus einer bestimmten Zahl unterschiedlicher Pflanzenarten. In die Mitte des Bündels kommt meistens eine Königskerze. Drumherum können verschiedene (Heil-)Kräuter, Blumen Getreideähren und im August reifende Früchte gebunden werden. Es können sieben, neun, 12, 15, in manchen Gegenden sogar 77 oder 99 Kräuter sein. Das liegt daran, daß sowohl die Drei als auch die Sieben und die Neun als magische Zahlen gelten, wobei 9, 12 und 15 Vielfache der Drei sind.

Die Anzahl der eingebundenen Kräuter ist regional verschieden. Wird der Würzwisch aus neun Kräutern zusammengesetzt, dann nennt man ihn auch Neunerbuschen oder Neunerlei Buschen.

Die genaue Zusammensetzung kann nach Gegend, traditionellen Gewohnheiten und persönlichen Vorlieben/Absichten variieren. Wenn beispielsweise der Kräuterbuschen anschließend als Heiltee verwendet werden soll, schließen sich Getreide, Früchte und Blumen größtenteils aus.

Beispiel für einen Neunerbuschen:
Königskerze, Johanniskraut, Schafgarbe, Baldrian, Tausendgüldenkraut, Arnika, Kamille, Wermut, Pfefferminze.

Die kirchlichen Begründungen für die Anzahl der Kräuter sind teilweise schwer nachvollziehbar. Kein Wunder, wenn man davon ausgeht, dass die Tradition des Kräuterbuschen bzw. der Kräuterweihe (15. August) auf vorchristliche Gebräuche zurückgeht und von der Kirche übernommen wurde. Da ist es naheliegend, dass für die verschiedene Anzahl der Kräuter neue Erklärungen gefunden werden mussten.
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Gefahr im Verzug

Wenn ich nicht aufpasse, wird aus der Zaunreiterin am Ende noch ein reiner Buchblog. ;) Mitschuld hätte dann ganz klar We read Indie

Um Spiegel-Bestsellerlisten, deutschen Buchpreis u.ä. mache ich schon seit geraumer Zeit einen großen Bogen und suche mir meine Bücher lieber auf freier Wildbahn, Reinfälle inbegriffen.

Und jetzt posten sie ausgerechnet die Hotlist 2014 – die besten Bücher aus unabhängigen Verlagen.
Und ich schaue in jeder freien Minute die Bücher durch, die es dort in die Endauswahl geschafft haben. Ein schlimmer, wirklich schlimmer Fehler. ;)

Die ausgewählten Bücher machen neugierig, mich zumindest und das Interview erzählt einiges Spannendes über die Entstehung und zukünftige Pläne. Meine Empfehlung – lest den Artikel am Besten selber.

Zwei Bücher sind in meine persönliche engere Auswahl gewandert. Vielleicht landet ja einmal eines davon in meinen Regalen.

Mehr ist es nur deswegen nicht geworden, weil die Zeit für eine ausführlichere Suche fehlte. Zum Glück. ;)

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Gasland – Arte-Dokumentation über Fracking

Inzwischen kommen erstaunlicherweise immer mehr Sendungen zum Thema Umweltschäden zu den Hauptsendezeiten. Heute zum Beispiel eine Dokumentation zum Thema Fracking in Arte, gerade um 20.15 Uhr angelaufen. Unbesehen halte ich den Bericht für sehenswert.

Gasland – Dokumentarfilm 2010 (wurde bereits 2013 gezeigt).

Eines meiner letzten Bücher behandelte auch sehr ausführlich Fracking, es war wirklich beängstigend. Man sollte sich wirklich so ausführlich wie möglich informieren.

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Das klare Sommerlicht des Nordens

Das klare Sommerlicht des Nordens von Petra Oelker
Flexibler Einband, 448 Seiten
Erstausgabe : 01.07.2014
Polaris Verlag
ISBN: 9783499267772

Der Roman ist vor allem eines: Schwer zu fassen.

Sehr schön beschrieben die Gegebenheiten Hamburgs im Jahr 1905 mit Krankheiten, Umbruch, raffgierigen Miethaien, Frauen, die sich erst langsam die Arbeitswelt erobern.

Und bei allem Wissen trotzdem verblüffend, dass es schon damals Judenhass gab. Hitler wurde wirklich von langer Hand der Weg bereitet. Dabei ist es bis zum 3. Reich noch ein gutes Stück Weg.

“Die Zeiten werden immer besser”, sagte er und lehnte sich entspannt zurück. “Da weiß man, wohin man in die Sommerfrische gehen kann. Borkum bietet judenfreie Ferien, die besseren Orte im Harz und in Bayern auch. Wenn das keine famose Werbung ist!” (S. 159)

Dora’s Familie hat es endlich geschafft von einer baufälligen Slumgegend – den sogenannten Gängen – in ein Wohngebiet umzuziehen, dass dem Namen vielmehr gerecht wird: Der Neustadt.
Natürlich können sie sich diese teurere und für ihre Verhältnisse schon beinah luxuriös zu nennende Wohnung nur mit vereinten Mitteln leisten. Da kommt es nicht ungelegen, dass Dora eine vorübergehende Stelle als Aushilfsschneiderin bei der wohlhabenden jüdischen Familie Wartberger angeboten bekommt.

Sidonie Wartberger hat bereits die 2. Fehlgeburt hinter sich. Die Medikamente, die ihr helfen sollen, ihre ‘Melancholie’ in den Griff zu bekommen, beruhigen zwar und lassen die junge Frau in einem betäubten gleichmütigen Zustand durch die gesellschaftlichen Verpflichtungen wandeln… wirklich hilfreich sind sie nicht.
Vielleicht hilft der Sommermalkurs an der Alster – frische klare Luft und die Gesellschaft gleichgesinner junger Damen aus guten Hamburger Familien.

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Was bringt Lucifer in die Provinz?

Luzifer und der Küster von Sabine Schulze Gronover
Flexibler Einband, 304 Seiten
Erstausgabe : 01.10.2012
Emons Verlag
ISBN: 9783897059979

Luzifer und der Küster.
Ein vergleichsweise einfacher Titel und von der Wortwahl etwas vorbehaftet.

Trotzdem genau richtig für diesen Krimi.
Soviel beißenden und knochentrocken bis sarkastischen Humor findet man sonst bestenfalls in good old England.

“Hälst du deinen Bruder für so gefährlich?”
“Er hatte eine schwarze Mamba im Keller und hat es niemandem im Haus erzählt. Wie nennen Sie das denn? Tierliebe?” (S. 245)

Beim Lesen platze ich mitten in die Beerdigung von Rudi Kemper, seines Zeichens Sozialpädagoge. Und bin quasi hautnah dabei. Wie sonst sollte man es ausdrücken, wenn der eben Verstorbene seine eigenen Eindrücke schildert – bis hin zum Übergang in’s Jenseits.

Dort erholen sich normalerweise die eben verstorbenen Seelen, bevor sie für eine weitere Runde der Wiedergeburt zurück auf die Erde gelangen.

Bei Rudi dagegen liegen die Dinge etwas anders.
Er ist aus beruflichen Gründen hier. Ein paar Jugendliche haben sich in der jenseitigen Wellness-Oase eingeschlichen und keiner weiß, woher oder warum?

Nachdem die erhofften Erfolge auf sich warten lassen, bekommt Rudi leihweise den Körper des Küsters Christian Grothe zur Verfügung gestellt. Mit der Auflage, in Lüdinghausen zu ermitteln, was es mit den drei Störenfrieden auf sich hat und inwiefern Luzifer dabei seine Finger im Spiel hat.

Kaum wieder ‘unten’ angekommen, stolpert Christian aka Rudi zusammen mit seinem neuen Vorgesetzten Pastor Klein über die Leiche der Putzfrau in der Sakristei.
Damit ist dann auch das eigentliche Spielfeld eröffnet.
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