Bärlauch-Geschichten Teil IV

Wie angekündigt, Bärlauch als Nutz-, Heil- und Genußpflanze.

Neben seinen kulinarischen Eigenschaften ist der Bärlauch für seine Eigenschaften als Heilpflanze zu achten. Zwei Spruchweisheiten lassen sich dazu nennen.

Iß Lauch im März, wilden Knoblauch (Bärlauch) im Mai,
dann haben die Ärzte das ganz Jahr über frei.
(Bauernregel)

Bärlauch essen ist unter 40 freiwillig, über 40 Pflicht.

Zwiebeln, Blätter, Blüten und sogar die Stiele sind essbar. Geerntet werden können die Blätter meistens von März bis Mai. Ob der Bärlauchgeruch mit der Blüte strenger oder milder wird, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Es gibt ebenfalls die Aussage, dass der Bärlauch bis zur Blüte besonders intensiv duftet, um schwächenden Insektenbefall und Eiablage zu vermeiden. Nachdem ich den intensiven Bärlauchgeruch ab Mai immer seltener wahrnehme, könnte das durchaus möglich sein. Dazu kommt, dass die Bärlauchblätter nach dem Beginn der Blüte einen bitteren Geschmack entwickeln sollen (ich selber habe mit der Blüte keinen Bärlauch mehr gesammelt).

Ist man sich der Herkunft des Bärlauchs sicher, können die Blütenknospen geerntet werden. In der Küche können die Blütenknospen als Kapernersatz eingelegt verwendet werden.

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Drei Fliegen mit einer Knappe

Dass es endlich einmal verlässlich und durchgehend warm ist, ist in vielerlei Hinsicht sehr erfreulich. Zum Einen kann in den nächsten Tagen viel unternommen werden, beispielsweise mit einem Eis auf den Stufen des Rathauses vor sich hin chillen und die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Naja, fast. ;)

Und dann kommen auch endlich die seit Winter gelagerten aussortierten Sachen dazu, auf den Flohmarkt getragen zu werden. Aussortieren ist nicht sonderlich schwer. Im Gegenteil liegt die Herausforderung vielmehr darin, das ganze aussortierte Material an den Mann oder an die Frau zu bringen. Direktive ist: Es wird nichts oder zumindest so wenig wie möglich fortgeschmissen. Da ist Kreativität und Redefreude gefragt. Wenn ein potentieller Käufer zum 3. Mal um die gleiche Ritterbüste schleicht, aber eigentlich hat er ja selber einen Stand und ist ja zum Verkaufen hier. Parallelen sind also gegeben. ;)

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Plastikfrei in anderen Ländern?

Nachhaltigkeit und Reisen – wie paßt das zusammen?

Mit ein bischen Aufmerksamkeit lässt sich der größte Anteil an Plastikmüll relativ leicht vermeiden. Am Besten gleich vorsorglich eine Stofftasche mitnehmen und darauf verweisen. Besonders beim Einkauf von Gemüse, Obst wird jeder Einkauf einzeln in eine Plastiktüte verpackt, da heißt es schnell(er) sein. Bei Fleisch etc. wohl genauso. Möglicherweise sind sich Menschen in Ländern mit Meeresanschluß der Probleme von Mikroplastik im Meer besonders bewußt. Bereits am 3. Tag wurde ich gefragt, ob ich überhaupt eine Plastiktüte haben möchte. Das ist mir in Deutschland noch nicht untergekommen. Fleischwaren, die nicht gerade in den unsäglichen Touristenverpackungen eingeschweißt sind, werden noch wie Anno Dazumal in Wachspapier eingewickelt. Keine Plastiktrennblättchen zwischen Schinken oder Käse, einfach einmal eingewickelt und damit ist es gut. Und gerade am letzten Tag wurden noch zwei vegane bzw. Bio-Läden entdeckt, früher wäre auch ok gewesen. ;)

Unser Plastikverbrauch in fünf Tagen Barcelona:
1 8 l-Wasserflasche (für’s Kochen. Das Wasser in Barcelona ist derart chlorhaltig, dass wir es doch lieber nicht verwenden wollten. Das Bad roch wie in unseren Schwimmbädern).
3 0,5 l-Fläschchen Wasser (eines auf der Rückfahrt verschuldet durch den Bahnstreik, 2 im Park GÜell, die an den div. Brunnen wieder aufgefüllt werden konnten).
1 250 g-Becher Butter (wäre im Nachhinein zu vermeiden gewesen, am vorletzten Tag haben wir ganz herkömmliche Butter made in Hamburg entdeckt. Die Welt ist ein Dorf ;) ).
1 Päckchen Kaffeepulver mit Plastikdeckel und Toilettenpapier
2 oder 3 Plastiktüten, bei denen nicht schnell genug Veto eingelegt wurde.
1 Plastiklöffel für Kaffee am Flughafen (Rückflug)

Reisen ist zugegeben nicht die optimalste Art des nachhaltigen Lebens. Aber für den ersten Versuch, plastikfrei in andere Länder zu starten, lässt es sich ganz gut an.

Warum also in andere Länder reisen/fliegen, wenn ich doch um die umweltschädlichen Folgen weiß?

Zum Einen aus reiner Neugierde und dem Drang, aus der gewohnten Umgebung rauszukommen. Die sog. Wohlfühlzone kann manchmal ganz schön einengend sein. Immer nur das gleiche Umfeld inkl. der gleichen Gesichter. Und spätestens dann, wenn man Ängste hat, einmal etwas Neues zu wagen, wird es auch höchste Zeit dafür.
Und gerade nach dem Flugzeugabsturz über den Alpen hatten die Ängste Hochkonjunktur. Fliegen oder nicht fliegen? Die Alternative wäre gewesen, daheim zu bleiben und die anderen Drei fliegen ohne mich. Also doch fliegen.

Reisen erweitert den Horizont, regt zum Nachdenken an. Bestes Beispiel die vielen unterschiedlichen Kulturen in Barcelona. Ohne Zweifel wird es auch dort genug Krawalle geben. Gerade wegen der Armut und den vielen Immigranten aus allen möglichen Winkeln der Erde. Trotzdem wird das Bild ganz anders wahr-genommen als in Germany. Andere Kleider, Turban, Schleier, Kaftan, Sari… was macht’s? Es sieht anders aus, bunt, schön, lebendig. Nicht wie in Deutschland, wo das gleiche Bild als Fremdkörper wirkt. Warum eigentlich?

Noch ein kurzer Nachsatz: Nach einigen Tagen überlegen ist hier die Entscheidung gefallen, dass dieser Artikel hartnäckig danach verlangt, sich in die Blogparade von ‘Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben’ einzureihen, die dieses Monat das 2. Mal stattfindet und von gruenezwerge moderiert wird.

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Jetzt auch noch Reisen

Der letzte Bärlauch-Beitrag muss sich noch etwas gedulden. Neben der Verblüffung, wie viel sich zu erzählen findet, haben Reisevorbereitungen einiges an Zeit in Anspruch genommen. Heraus gekommen ist dabei ein 5-Tages-Trip nach Barcelona.

Ursprünglich war es ein schon länger geplanter Ausflug nach Sevilla, verschuldet durch den Turm der Könige. Erst in fast letzer Minute hat sich Barcelona in den Vordergrund geschoben und uns alle ordentlich in Atem gehalten.

Die Unterkunft war über Wimdu gefunden und spartanisch eingerichtet. Dafür direkt im Brennpunkt des Geschehens an der Rambla del Raval, weswegen auch keine Zeit war, irgendetwas zu vermissen. Tagsüber gab es soviel zu entdecken und auch nachts steppte der Bär. Wollten die Füße partout nicht mehr weiter, konnte man auf dem Balkon das aufkommende Nachtleben beobachten.

Früher (auch heute noch?) hieß das Viertel Barri Xino, das chinesische Viertel. Der Name gründet sich auf den Vergleich Anfang des 20. Jahrhunderts mit den amerikanischen Chinatowns. Weiterlesen

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Bärlauch-Geschichten Teil III

Ring frei zur dritten Runde. Danke erst einmal an die Kommentare und Like’s. Ein bisserl unsicher ist ‘frau’ ja schon, ob die Pläne auch über Kräuter zu schreiben, taugen. Aber bis jetzt kommt noch kein Veto und da freut sich das Rabinnen-Herz. ;)
Also danke und weiter geht’s.

Wie beim Knoblauch haftet dem Bärlauch der Ruf an, Vampire zu vertreiben. Was bei dem intensiven Geruch auch kein Wunder sein dürfte. Dämonen bis hin zum Teufel, Hexen und Schlangen sollen sich mit Bärlauch ebenfalls vertreiben lassen. Böse Geister sollen mit einer Bärlauchsuppe auf Abstand zu halten sein – vorausgesetzt, sie ist in der Walpurgisnacht (Beltaine) gekocht worden oder die Kräuter sind vor der Walpurgisnacht gesammelt worden. An Tiere verfüttert, greift die abwehrende Wirkung auch hier. So gesehen die klassische Schutzpflanze.

Diese Eigenschaft zeigt sich auch im Ramschelfest, dass bis ca. Anfang des 20. Jahrhunderts in Thüringen gefeiert wurde. Am Sontag vor Walpurgis wurde Bärlauch (= Ramschel) gesammelt, gegessen, getrunken und vermutlich das Dorf geschmückt mit dem Ziel, damit böse Geister zu vertreiben. Der Zeitpunkt war deswegen entscheidend, da in der Walpurgisnacht die Heilkraft des Bärlauchs gegen böse Geister etc. zerstört wird (durch Hexen, die in der klassischen Hexennacht aktiv sind). Oder einfacher aus dem Grund, dass die Pflanze Ende April/Anfang Mai auf der Höhe ihrer Wirkungskraft ist.

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Entwicklung

Rabin:

Man könnte auch sagen – Freilegung.

Ursprünglich veröffentlicht auf muetzenfalterin:

Vielleicht ist es so: Wir werden geboren, und der Kern dessen, was wir sind, wer wir sind, liegt vollkommen ungeschützt da. Dann kommen die Jahre, in denen sich Schicht um Schicht um diesen Kern wickelt, und irgendwann der Punkt, wo wir beginnen, diese Verwicklungen wieder zu lösen, den Kern wieder frei zu legen. Und das nennt man dann Entwicklung.

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Bärlauch-Geschichten Teil II

Der Bärlauch ist schon lange einer meiner persönlichen Lieblinge. Lange bevor er seine jetzige Bekanntschaft erreicht hatte und in jeder Ecke Rezepte für das frühe Kraut sprießten. Trotzdem hätte ich nicht erwartet, dass ich soviel zu erzählen finde. Eins führt zum Nächsten und die Arkanistin lacht sich einen Ast, wie ich hier aus dem Schreiben nicht rauskomme. Eure Gelegenheit! Wenn es Fragen gibt oder ich zu etwas Bestimmtem schreiben soll – zum Thema Bärlauch oder einem anderen Kraut – immer raus mit der Sprache. ;)

Damit genug der Vorrede und auf geht’s zum 2. Teil der Bärlauch-Geschichten:

Bärlauch
Quelle: Flickr, rosmary

Neben den Verordnungen ‘gekrönter Häupter’ gibt es auch viele historische Dokumente, die sich mit dem Bärlauch befassen:

Der Arzt und Kräuterkundige Hieronymus Bock (1498 – 1554) erwähnt in seinem Kräuterbuch den Bärlauch, hier als ‘Waldknoblauch’ bezeichnet.

“Solcher walt Knoblauch ist vberauß inn seiner gantzen substantz eins vbelen starcken geruchs vnd bösen geschmacks. Das rindt vihe/ wa es in der weyde (in der ersten ehe das andere kreütter wachsen) das wild Knoblauch kraut versucht/ so schmackt vn reücht die milch/ die käß/ vnd der butteren so starck nach dem Knoblauch/ das niemands die selbige (er hab es dann wol gewonet) versuchen oder niessen mag. Solches hab ich selbers erfaren vnd mit andern wargenomen. (…) Diser walt oder schlangen Knoblauch stinckt vbeler dann der zam/ mag vileicht inn der artznei/ gifft zuvertreiben krefftiger sein/ dann der zam. Weiterlesen

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Bärlauch-Geschichten

Ein wenig lustig ist es schon: Alles redet über den Bärlauch und Rezepte kommen in Massen auf. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da wußte noch kaum jemand etwas über den ‘wilden Knoblauch’ – geschweige denn über sein wundervolles Aroma. Langsam dann hat auch die Marktwirtschaft die Pflanze entdeckt und es kamen so neckische Sachen auf wie eine kleine Handvoll Bärlauchblätter in Plastik gekleidet für mind. 3 Euro. Kopfschütteln gratis inklusive.

Keine Frage, dass Bärlauch auch selber zu sammeln geht oder auch im Garten gepflanzt werden kann.

Bärlauch
Quelle: Flickr, rosmary

Iß Lauch im März, wilden Knoblauch (Bärlauch) im Mai,
dann haben die Ärzte das ganz Jahr über frei.
(Bauernregel)

Der Bärlauch ist unter erstaunlich vielen Namen bekannt und war vor seiner ‘Ruhepause als Nutzpflanze’ schon bei den Germanen und Kelten bekannt.

Waldlauch/wilder Lauch, Rämschelen, Teufelsknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, wilder Knoblauch/Waldknoblauch, Latschenknofel, Ränsel, Rams, Hexenknofel, Judenzwiebel, Wurmlauch, Knoblauchrauke, Waldherre, Ramsel, Ramschel.

Einige der Namen lassen vermuten, dass der Bärlauch nicht immer in gutem Ruf stand oder möglicherweise auch in Mißkredit gebracht werden sollte.

Ramser oder Rämsch, der volkstümlich gebräuchliche Name für den Bärlauch leitet sich vom germanischen Wort ‘hramusan’ bzw. dem althochdeutschen ‘ramsada’ ab. Dabei handelt es sich um Bezeichnungen für Zwiebel- bzw. Lauchgewächse.

Der lateinische Name Allium ursinum bedeutet ‘für Bären geeigneter Knoblauch’. Weiterlesen

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Weiberwirtschaften

Weiberwirtschaften Baden-Württemberg von Regula Wolf und Ria Lottermoser
Fester Einband, 176 Seiten
Erstausgabe : 03.07.2014
Haedecke Verlag
ISBN: 9783775006699

Die erste Frage die beim Lesen durch den Kopf geistert, warum reizt mich dieses Buch? Es ist in keine Rubrik einzuordnen (muss es auch nicht) und auch kein Buch, dass sich mal eben in einem Rutsch durchlesen lässt. Im Gegenteil – die Weiberwirtschaften nimmt man eher häppchenweise zur Hand, blättert nach Gusto ohne spezielles Ziel durch die Seiten, lässt sich von den Bildern zu ungeplanten Zwischenstopps verführen und macht sich in Gedanken Notizen, dort könnte man einmal vorbeischauen wollen. Weil das Essen lecker klingt und die Umgebung schöne Tagesausflüge in Aussicht stellt.

Manchmal klingen die Worte ein wenig zu glatt oder zu steif. Vielleicht wurde es hier besonders gut gemeint mit dem nicht immer einfachem Bemühen, beim Lesen die selbstgemachten Eindrücke vor Ort lebendig weitergeben zu können. Auch gut möglich, dass in diesen Zeilen zum Teil die erzählende Person eine Rolle spielt.

Mir gefällt der Gedanke, einmal hinter den Kulissen spazieren zu können. Auch wenn es ‘nur’ auf dem Papier geschieht. Sonst kennt man von einem Restaurant gerade einmal den Gastraum. Kaum jemals macht man sich Gedanken um das ganze Drumherum: Welche Geschichte hinter dem Gasthaus, dem Lokal, der Brasserie etc. noch zu erzählen wäre.

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Sauer macht lustig

Seit Giftigeblonde von ihrem Blätterteigstrudel mit Himbeeren, erzählt hat, spuckte Zorra’s Event ‘Sauer macht Lustig’ im Kochtopf durch meine Gedanken. Sauer ist mir i.d.R. lieber als zu süß, da reizt die Herausforderung.

Blog-Event CVI - Sauer macht lustig (Einsendeschluss 15. März 2015)

Zuerst sollte es was mit Kräutern werden, Salbei zum Beispiel. Die Meinungen hier gingen hin und her.
Erst in letzter Minute hat sich eine ganz andere Richtung durchgesetzt. Etwas mit Zitrone, Orange und Honig. Nicht kräuterlastig, aber auch nicht nicht übertrieben süß.
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