Zeit statt Zeug

Yule / Weihnachten naht und damit auch unweigerlich die Frage, was soll geschenkt werden? Auf keinen Fall nur irgendein Gruscht, der dann ungenutzt in irgendeinem Winkel vergammelt.

Das will jetzt nicht heißen, daß gar nichts mehr geschenkt/gekauft wird (man beachte die Reihenfolge) aber sehr viel handverlesener. Wie immer – Bücher sind die eine große Ausnahme, aber auch hier wird inzwischen genauer gesiebt. So schade es ist, die Massen an Neuerscheinungen sind weit über jede faßbare Grenze hinaus.

Also schenken, ja, gerne, wenn es wirklich Freude macht, genutzt wird und nicht nur ein Verlegensheitskauf ist, weil ’sich das eben so gehört‘. „Zeit statt Zeug“ weiterlesen

Hägala-Gschichdla (Hagebutten-Geschichten)

Die klassische altbewährte Verwendung kennt wohl jeder. Aufbrechen und als Juckpulver Anderen unter die Kleider schmuggeln. Die Kerne mit ihren kleinen Härchen lassen sich kaum wieder entfernen und jucken wie der Teufel.

Aber die Hagebutte kann noch einiges mehr als ein natürliches Juckpulver sein. Was übrigens nicht zur Nachahmung empfohlen ist.😉

Erst einmal die vielen Namen, unter denen sie noch bekannt ist:

  • Bayrisch: Hetscherl [hεεdschal], Hetschepetsch [hεεdschebεεdsch], Hädschibe, Hagebutz [hɔɔgebuds], Hagenbutz [hɔɔgnbuds]
  • Fränkisch: Hiffe, Hiften [hiftan], Hippe
  • Norddeutsch: Wiepeldorn
  • Österreichisch: Hetscherl [hεεdschal], Hetschal, Hetschepetsch [hεεdschebεεdsch], Hetschepetschen [hεεdschebεεdsch(en)]
  • Ostfränkisch: Hiefe
  • Plattdeutsch: Egeltiere, Hahnpoten, Hahnpootj / Hahnenpotj, Hahnpootjen / Hahnspootjen, Hahnpoit / Hahnpoiten, Hahnputtjen / Hahnsputtjen (Pellworm), Hahnpootjer, Hahnpottjen, Hahnpoitjen, Hahnpöten, Hahnpuiten, Hahnpuitjen, Hahnputtj, Hahneputen, Hoinpoit.
  • Schwäbisch: Hägen [heegn], Hägala
  • Schyzerdeutsch: Butte

Für die Hagebutte gibt es über 100 Bezeichnungen in verschiedenen Dialekten. Allein daran lässt sich schon ihre Bedeutung als Heil- und Nutzpflanze erkennen: Buttelrose, Buttlenstrauch, Frauenrose, Häglidorn, Hagrose, Hainbutten, Hambutten, Heckenrose, Helfestude, Hetschhiven [hεεdschhivan], Hiefalter, Hiefe, Hiven, Hundsrose, Kippendorn.

Darunter sind auch Namen, die in aller Klarheit auf die juckenden Qualitäten hinweisen. Die Bayern nehmen sich da kein Blatt vor den Mund.😉 Oaschkitzl [ɔɔschkiidsae], Kitzelmäschlein [kiidslmaschl], Kitzlmoarsch [kiidslmɔɔsch] oder Oaschbitzel [ɔɔschbiidsae], Oaschwuzal [ɔɔschwudsal] in Tennengau – Hinweis darauf, daß die Hagebutte „im Arsch kitzelt“, falls die Samen unter der Kleidung weit genug nach unten gelangen.

Die Herkunft der verschiedenen Namen ist schwer zu bestimmen, besonders da die Grenzen fließend sind und gleiche oder ähnliche Bezeichnungen in verschiedenen Dialekten gebräuchlich ist.

Soviel zu den Namen. Habt ihr jemals eine andere Blume gesehen, bei der die Frucht über ein derartiges ‚Eigenleben‘ verfügt? Nicht nur einen eigenen Namen, sondern gleich über hundert völlig eigene Bezeichnungen. Meines Wissens kann sich nur die Hagebutte darüber erfreuen.

Rose und Hagebutte© by 4028mdk09 via Wikimedia Commons

Als Scheinfrucht krönt die Hagebutte ab dem Spätsommer die Rosen, worauf auch die erste Namenssilbe ‚Hag‘ hinweist. Die bekannteste Trägerin ist die Heckenrose (aka Hundsrose), aber keineswegs die Einzigste.

Scheinfrucht deswegen, weil die darin enthaltenen Nüsschen die eigentliche Frucht darstellen. Diese mit ihren widerhakenbestückten Härchen sind es auch, die den anfangs erwähnten Juckreiz verursachen.

Die Verbreitung findet durch Mäuse, Füchse und vorrangig durch Vögel statt, die die Früchte fressen und die Samen mit dem Kot als Anfangsdünger weiterverbreiten. Hagebutten sind neben Eiben, Sanddorn und Vogelbeeren vitaminreiche Nahrung, die bis in’s neue Frühjahr leicht zu finden sind.

Und weil ich es mir nicht verkneifen kann: Hag findet seinen Ursprung im germanischen haga / hagaz und steht u.a. auch für Hecke, Einfriedung, Hof, Umzäunung, Gehege, Schutz, Umfriedung.
Quelle: Germanisches Wörterbuch

Der zweite Namensteil ‚Butte‘ geht auf die alte süddeutsche Aussprache Butz oder Butzen zurück.

Die Rose blickt auf eine weitreichende Geschichte zurück. Da es dabei allerdings vorrangig um die Blume und weniger um die Frucht geht, ist über die ganz frühen Funde der Hagebutte vergleichsweise wenig zu finden. Immerhin belegen Siedlungsfunde, daß die Früchte bereits von Kelten und Germanen genutzt wurden. Und Samenkerne bzw. Hagebutten sind bei verschiedenen Pfahlbauten gefunden worden. Trotz aller Recherche liesen sich hier leider keine genaueren Details finden.

Drei Tage Arbeit

Manchmal ist es gut, zu Beginn nicht alles zu wissen.
Hätten wir beispielsweise gewußt, was für eine Knochenarbeit es sein würde, die Hagebutten durch’s Haarsieb zu passieren – wir hätten dankend abgelehnt!

Aber die Früchtchen waren nun einmal gesammelt und wollten auch weiter verarbeitet werden. Sechs Schritte waren dazu notwendig:

1. Ein Spaziergang möglichst abseits der üblichen Straßen und die Hagebutten einsammeln. Geht auch händisch oder wer empfindlicher ist wegen ggl. Stacheln, kann auch eine Schere nehmen. „Drei Tage Arbeit“ weiterlesen

Fasnet

Man könnte auch sagen Fassenacht oder Fasnacht. Je nach Region gibt es unterschiedliche Ausdrucksweisen für die Narrenzeit.

Warum fängt die Fasnet schon jetzt an?

Die landläufigste Meinung ist wegen der Gleichheit der Zahlen: 11.11. um 11.11 Uhr. Ein wenig rutscht dieser Moment aus allen Zeitgittern raus, was auch in Zusammenhang mit der christlichen Bedeutung verschiedener Zahlen öfter als Grund angegeben wird.

Genau genommen wird das Datum des 11. November als Beginn der Faschingsaison in der heutigen Form erst seit dem 19. Jahrhundert so angenommen.

Germany 2009.01.25 Stuttgart.Bad Cannstatt.DSC02280© by Günther Flaig

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Das war der Oktober

In erster Linie ereignisreich. Wir kommen mit Schreiben kaum nach, wer hätte das jemals für möglich gehalten.

Und lehrreich. Durch die Zaunreiterin lässt sich soviel Neues erfahren, erleben und lernen – auf spannendste Weise – daß wir immer noch mit den Ohren schlackern. Der Selbstzweck hat sich in bester zufriedenstellendster Weise erfüllt. Für uns und wie wir sehr hoffen, auch für unsere Leser.

Die Buchmesse
So voller Eindrücke, daß sie unmöglich alle in einem Artikel gesammelt werden können, auch wenn das Beste versucht wurde. Kaum im Blog fallen einem 1.000 Details ein, die noch erwähnenswert gewesen wären und trotzdem vergessen wurden. Z.B. der Dank an den Droemer Knaur-Verlag für das nette Bloggerfrühstück. 2 x über die ganze Agora gewandert und sich durchgefragt, als glorreiches Schlußlicht angekommen und sich deswegen viel zu kurz mit den Autorinnen hier und an vielen anderen Verlagsständen unterhalten. Es wurden auch einige Worte gewechselt, wie sehr sich die Arbeit der Autoren in den letzten Jahren verändert hat. Hinter die Kulissen blicken zu dürfen, ist immer sehr spannend. Danke dafür.

Hier btw. die Messe-Eindrücke des Verlags mit einigen Bildern, auch von der Veranstaltung „Meet the Author“

Die Nachhaltigkeit
Klappt zwar nicht immer so 100 % wie gewünscht. Aber meistens und wird immer gut aufgenommen. Von vielen Seiten kommt Zuspruch, wenn der Verzicht auf Plastik verkündet wird. Auch auf der Buchmesse, eines meiner kleinen Highlights dort. Da werden extra Taschen für uns gesucht und immer mal wieder erwähnt, wie toll unsere Bemühungen gefunden werden und auch, daß viele Leute selber auf Plastik in der ein oder anderen Form verzichten. Wäre interessant zu wissen, wie hoch hier die Dunkelziffer ist. (Die anonymen Plastiverweigerer😉 ). „Das war der Oktober“ weiterlesen

Samhain Gebäck

Unter diesem Suchbegriff wurde unser Blog heute gefunden. Warum dann nicht einen Artikel dazu schreiben?

Nachdem Samhain schon recht früh – genauer gesagt im 9. Jahrhundert – in das christliche Kirchenjahr aufgenommen wurde, sind doch einige Ritualgebäcke überliefert (wenn auch meistens unter eher christlichen Namen):

  • Allerseelen-Brezel (Hefeteig mit Zuckerguss)
  • Allerheiligenstriezel aus Österreich
  • Allerheiligenspitz, Seelspitzbrot, Seelenkuchen, Seelenbrote, Seelenzopf, Allerseelenbrötchen

„Samhain Gebäck“ weiterlesen

Der Fluch der Wüste

Der Fluch des WüstenfeuersDer Fluch des Wüstenfeuers von A.S. Bottlinger
Flexibler Einband, 367 Seiten
Erstausgabe : 27.08.2016
Klett Cotta Verlag / Hobbit Press
ISBN: 9783608960273

Iaret`s Gabe ist eine ganz Besondere.
Bereits als Kind kann sie die Kräfte des Wüstenfeuers nutzen und ganz nach ihren Vorstellungen formen. Ein Wunder – und ein Fluch.

Einmal dürfen nur Männer diese Gabe nutzen – Frauen ist der Zugriff verwehrt und zur Sicherstellung dieses Gebotes bekommt jede Frau mit der Gabe des Wüstenfeuers ein Siegel verpaßt – zusammen mit der unschönen Aufgabe, starke Söhne zur Welt zu bringen. „Der Fluch der Wüste“ weiterlesen