Bärlauch-Geschichten Teil III

Ring frei zur dritten Runde. Danke erst einmal an die Kommentare und Like’s. Ein bisserl unsicher ist ‘frau’ ja schon, ob die Pläne auch über Kräuter zu schreiben, taugen. Aber bis jetzt kommt noch kein Veto und da freut sich das Rabinnen-Herz. ;)
Also danke und weiter geht’s.

Wie beim Knoblauch haftet dem Bärlauch der Ruf an, Vampire zu vertreiben. Was bei dem intensiven Geruch auch kein Wunder sein dürfte. Dämonen bis hin zum Teufel, Hexen und Schlangen sollen sich mit Bärlauch ebenfalls vertreiben lassen. Böse Geister sollen mit einer Bärlauchsuppe auf Abstand zu halten sein – vorausgesetzt, sie ist in der Walpurgisnacht (Beltaine) gekocht worden oder die Kräuter sind vor der Walpurgisnacht gesammelt worden. An Tiere verfüttert, greift die abwehrende Wirkung auch hier. So gesehen die klassische Schutzpflanze.

Diese Eigenschaft zeigt sich auch im Ramschelfest, dass bis ca. Anfang des 20. Jahrhunderts in Thüringen gefeiert wurde. Am Sontag vor Walpurgis wurde Bärlauch (= Ramschel) gesammelt, gegessen, getrunken und vermutlich das Dorf geschmückt mit dem Ziel, damit böse Geister zu vertreiben. Der Zeitpunkt war deswegen entscheidend, da in der Walpurgisnacht die Heilkraft des Bärlauchs gegen böse Geister etc. zerstört wird (durch Hexen, die in der klassischen Hexennacht aktiv sind). Oder einfacher aus dem Grund, dass die Pflanze Ende April/Anfang Mai auf der Höhe ihrer Wirkungskraft ist.

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Entwicklung

Rabin:

Man könnte auch sagen – Freilegung.

Ursprünglich veröffentlicht auf muetzenfalterin:

Vielleicht ist es so: Wir werden geboren, und der Kern dessen, was wir sind, wer wir sind, liegt vollkommen ungeschützt da. Dann kommen die Jahre, in denen sich Schicht um Schicht um diesen Kern wickelt, und irgendwann der Punkt, wo wir beginnen, diese Verwicklungen wieder zu lösen, den Kern wieder frei zu legen. Und das nennt man dann Entwicklung.

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Bärlauch-Geschichten Teil II

Der Bärlauch ist schon lange einer meiner persönlichen Lieblinge. Lange bevor er seine jetzige Bekanntschaft erreicht hatte und in jeder Ecke Rezepte für das frühe Kraut sprießten. Trotzdem hätte ich nicht erwartet, dass ich soviel zu erzählen finde. Eins führt zum Nächsten und die Arkanistin lacht sich einen Ast, wie ich hier aus dem Schreiben nicht rauskomme. Eure Gelegenheit! Wenn es Fragen gibt oder ich zu etwas Bestimmtem schreiben soll – zum Thema Bärlauch oder einem anderen Kraut – immer raus mit der Sprache. ;)

Damit genug der Vorrede und auf geht’s zum 2. Teil der Bärlauch-Geschichten:

Bärlauch
Quelle: Flickr, rosmary

Neben den Verordnungen ‘gekrönter Häupter’ gibt es auch viele historische Dokumente, die sich mit dem Bärlauch befassen:

Der Arzt und Kräuterkundige Hieronymus Bock (1498 – 1554) erwähnt in seinem Kräuterbuch den Bärlauch, hier als ‘Waldknoblauch’ bezeichnet.

“Solcher walt Knoblauch ist vberauß inn seiner gantzen substantz eins vbelen starcken geruchs vnd bösen geschmacks. Das rindt vihe/ wa es in der weyde (in der ersten ehe das andere kreütter wachsen) das wild Knoblauch kraut versucht/ so schmackt vn reücht die milch/ die käß/ vnd der butteren so starck nach dem Knoblauch/ das niemands die selbige (er hab es dann wol gewonet) versuchen oder niessen mag. Solches hab ich selbers erfaren vnd mit andern wargenomen. (…) Diser walt oder schlangen Knoblauch stinckt vbeler dann der zam/ mag vileicht inn der artznei/ gifft zuvertreiben krefftiger sein/ dann der zam. Weiterlesen

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Bärlauch-Geschichten

Ein wenig lustig ist es schon: Alles redet über den Bärlauch und Rezepte kommen in Massen auf. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da wußte noch kaum jemand etwas über den ‘wilden Knoblauch’ – geschweige denn über sein wundervolles Aroma. Langsam dann hat auch die Marktwirtschaft die Pflanze entdeckt und es kamen so neckische Sachen auf wie eine kleine Handvoll Bärlauchblätter in Plastik gekleidet für mind. 3 Euro. Kopfschütteln gratis inklusive.

Keine Frage, dass Bärlauch auch selber zu sammeln geht oder auch im Garten gepflanzt werden kann.

Bärlauch
Quelle: Flickr, rosmary

Iß Lauch im März, wilden Knoblauch (Bärlauch) im Mai,
dann haben die Ärzte das ganz Jahr über frei.
(Bauernregel)

Der Bärlauch ist unter erstaunlich vielen Namen bekannt und war vor seiner ‘Ruhepause als Nutzpflanze’ schon bei den Germanen und Kelten bekannt.

Waldlauch/wilder Lauch, Rämschelen, Teufelsknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, wilder Knoblauch/Waldknoblauch, Latschenknofel, Ränsel, Rams, Hexenknofel, Judenzwiebel, Wurmlauch, Knoblauchrauke, Waldherre, Ramsel, Ramschel.

Einige der Namen lassen vermuten, dass der Bärlauch nicht immer in gutem Ruf stand oder möglicherweise auch in Mißkredit gebracht werden sollte.

Ramser oder Rämsch, der volkstümlich gebräuchliche Name für den Bärlauch leitet sich vom germanischen Wort ‘hramusan’ bzw. dem althochdeutschen ‘ramsada’ ab. Dabei handelt es sich um Bezeichnungen für Zwiebel- bzw. Lauchgewächse.

Der lateinische Name Allium ursinum bedeutet ‘für Bären geeigneter Knoblauch’. Weiterlesen

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Weiberwirtschaften

Weiberwirtschaften Baden-Württemberg von Regula Wolf und Ria Lottermoser
Fester Einband, 176 Seiten
Erstausgabe : 03.07.2014
Haedecke Verlag
ISBN: 9783775006699

Die erste Frage die beim Lesen durch den Kopf geistert, warum reizt mich dieses Buch? Es ist in keine Rubrik einzuordnen (muss es auch nicht) und auch kein Buch, dass sich mal eben in einem Rutsch durchlesen lässt. Im Gegenteil – die Weiberwirtschaften nimmt man eher häppchenweise zur Hand, blättert nach Gusto ohne spezielles Ziel durch die Seiten, lässt sich von den Bildern zu ungeplanten Zwischenstopps verführen und macht sich in Gedanken Notizen, dort könnte man einmal vorbeischauen wollen. Weil das Essen lecker klingt und die Umgebung schöne Tagesausflüge in Aussicht stellt.

Manchmal klingen die Worte ein wenig zu glatt oder zu steif. Vielleicht wurde es hier besonders gut gemeint mit dem nicht immer einfachem Bemühen, beim Lesen die selbstgemachten Eindrücke vor Ort lebendig weitergeben zu können. Auch gut möglich, dass in diesen Zeilen zum Teil die erzählende Person eine Rolle spielt.

Mir gefällt der Gedanke, einmal hinter den Kulissen spazieren zu können. Auch wenn es ‘nur’ auf dem Papier geschieht. Sonst kennt man von einem Restaurant gerade einmal den Gastraum. Kaum jemals macht man sich Gedanken um das ganze Drumherum: Welche Geschichte hinter dem Gasthaus, dem Lokal, der Brasserie etc. noch zu erzählen wäre.

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Sauer macht lustig

Seit Giftigeblonde von ihrem Blätterteigstrudel mit Himbeeren, erzählt hat, spuckte Zorra’s Event ‘Sauer macht Lustig’ im Kochtopf durch meine Gedanken. Sauer ist mir i.d.R. lieber als zu süß, da reizt die Herausforderung.

Blog-Event CVI - Sauer macht lustig (Einsendeschluss 15. März 2015)

Zuerst sollte es was mit Kräutern werden, Salbei zum Beispiel. Die Meinungen hier gingen hin und her.
Erst in letzter Minute hat sich eine ganz andere Richtung durchgesetzt. Etwas mit Zitrone, Orange und Honig. Nicht kräuterlastig, aber auch nicht nicht übertrieben süß.
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Waschechtes Soulfood

Alles rennt nach Leipzig, nur ich nach den Kochtöpfen. ;)
Dabei hätte ich gar nichts gegen Leipzig. Im Gegenteil – aktuelle Buchmesse und sonst ein wenig rumstromern und die unentdeckten Eckchen unsicher machen. Nur der Weg könnte etwas kürzer sein.

Statt Leipzig grase ich also die hiesigen Gemüseregale ab und kombiniere gedanklich ebenfalls daheimgebliebene Dosen. Weißer sowie grüner Spargel wird entdeckt und sorgt für Vorfreude und etwas Fachsimpelei. Wie lange noch, bis wir wieder in heimischen Spargelexzessen schwelgen können und wo kommt dieser Import wohl her? Ein wenig rumsuchen auf der Rückseite zeigt, er hat schon eine richtige Weltreise hinter sich. Als Herkunftsland wird China entdeckt und damit hat sich der Spargel sein ruhiges Plätzchen im Verkaufsregal zurückerobert. In die engere Wahl kommen stattdessen Schwarzwurzeln (die ich mir bein nächsten Mal auch wieder frisch vom Markt holen werde, alles andere schmeckt zu verwässert) und ein paar heimisch gelagerte Erbsen.

Schwarzwurzeln habe ich erst im letzten Jahr für mich entdeckt und eine ausgewachsene Schwäche für das nussige Aroma entwickelt. Dazu noch Sahnekartoffeln und es entwickelt sich als echte Herausforderung, beim Essen nicht zu übertreiben. ;)
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Sonntagslektüre

Im Moment herrscht immer noch relative Lesestille im Rabenhaus. Was nicht hindert, durch andere Rezensionen zu schmökern. Dass mir die Buchbesprechungen von Astrolibium gefallen, ist kein Geheimnis. Genau genommen sind sie mit Vorsicht zu genießen, zu leicht kann man mit neuen Lesewünschen für die völlig übefüllten Regale heimkommmen. Wie beispielsweise bei der Vorstellung dieses Bilderbuches. Allein für die Bilder, für die ich noch ein bezeichnend passendes Adjektiv suche, möchte ich das Buch in den Händen halten und mehr über die beiden Künstler erfahren.

Haargenau das gleiche Empfinden habe ich auch bei der Reise in die Maulwurfstadt. Auf (fast) alles könnte ich verzichten – auf Bücher keinesfalls.

Über eine recht ungewöhnliche Lektüre berichtet Bri mit dem Reiseführer in den Krieg. Ein Leitfaden für amerikanische Soldaten im Irak 1943. Da werden nicht wenige Gedanken losgetreten. Wieviel oder wie wenig sich wohl im Vergleich zu heute geändert hat? Fraglich, ob man sich wirklich an derart zwiespältige Lektüre heranwagen möchte. Ich könnte mir denken, sie ist lesenswerte / keine leicht zu verdauende Kost.

So kurz – es ist eben noch relative Lesestille im Rabenhaus, wie eingangs schon gesagt wurde.

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Mit der Herzogin durch das historische London

Die Herzogin der Bloomsbury Street von Helene Hanff
Fester Einband, 208 Seiten
2. Auflage 2003
Hoffmann und Campe Verlag
ISBN: 3-455-02651-6

84. Charing Cross Road
Damit begann die Reise. 30 Jahre später nimmt sie ihren Fortgang, als Miss Hanff endlich ihren lang gewünschten Flug nach London antritt. Ein Aufbruch in eine andere Welt. Nicht nur für die Autorin, auch für den Leser.

Wenn man sonst an London denkt, denkt man an den Tower, Westminster Abbey, Bond Street, die Baker Street 221b, den Buckingham Palace, Shakespeare’s Globe Theatre… Kurz, es lässt sich viel mit London verbinden.

Anders mit Miss Hanff.
Mit ihr London zu erkunden führt einen zwar auch zu einigen dieser bekannten Sehenswürdigkeiten – und auch zu vielen verborgenen Juwelen dieser Stadt und Namen, von denen man nie zuvor in seinem Leben gehört hat. Was nicht daran hindert, es Miss Hanff gleich zu tun weit abseits der üblichen Pfade für Reisen und Bücher.

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Schweine für die Tonne

Bevor ein Beitrag auf die Menschheit losgelassen wird, lasse ich ihn noch ein paar Tage ruhen zur Nachreifung und zum nochmal Drüberlesen. Dann können Form- und Schreibfehler und was sich sonst noch an Wortwiederholungen eingeschlichen hat, ausgemerzt werden. Und auch auf wenigstens halbwegs objektive Berichterstattung geachtet werden. Mit letzterer wird es dieses Mal nicht weit her sein, fürchte ich. Die Sendung ist jetzt schon wieder einige Tage her und mir geht immer noch das sprichwörtliche ‘Messer in der Tasch’ auf.’

Massentierhaltung ist schon lange kein neues Wort mehr. Ebensowenig die Bilder, die sich damit verbinden. Tiere auf engstem Raum, mit Geschwüren, offenen Wunden und im schlimmsten Fall toten Tieren.
Schweinen werden die Schwänze kupiert, damit sie sich diese auf dem engsten Raum nicht gegenseitig abbeißen. Aus ähnlichen Grund wird auch bei Legehennen in Massentierhaltung der Schnabel abgezwickt, die sich andernfalls gegenseitig die Federn ausrupfen – ebenfalls eine ziemliche Tortur, da dort eine Vielzahl der Nerven und Blutbahnen zusammenlaufen.
Masthühner werden übrigens nur zwischen 30 bis 37 Tage alt.

Tieren in den beengten Räumen – von Lebensräumen kann hier kaum gesprochen werden – fehlt jede Möglichkeit der Beschäftigung oder Rückzugsmöglichkeit. Dazu kommt die ständige Reizüberflutung durch den Lärm und die Vielzahl der Gerüche. Nun muss man sich nur vorstellen, wie man selber bei überhöhtem Streß und ohne Rückzugsmöglichkeit reagiert – dann versteht man sehr gut, warum diese unliebsame Maßnahme in der Massentierhaltung vorgenommen wird.

Sehr anschauliche Bilder dazu finden sich bei Miesi (hier, hier und hier), die sich einige Hühnner über rettet das Huhn in’s Haus geholt hat.

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