Geschmackvoller Leckerbissen

Teufelsfrucht: Ein kulinarischer KrimiTeufelsfrucht: Ein kulinarischer Krimi by Tom Hillenbrand

Paperback, 304 pages
Published April 18th 2011 by Kiepenheuer & Witsch
My rating: 4 of 5 stars

Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer hat der Haute Cuisine abgeschworen und betreibt in der Luxemburger Unterstadt ein kleines Restaurant, wo er seinen Gästen lokale Küche serviert. Ein Geheimtip der Einheimischen und kaum von Touristen zu finden, wie es dem ruhig lebenden Restaurantbesitzer gerade recht ist. Umso größer ist dann auch die Überraschung, als ein Restaurantkritiker von Gabin vor der Tür steht und nach der Vorspeise tot zusammenbricht. Demzufolge ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Xavier unter Mordverdacht steht.

Die „Teufelsfrucht“ ist mein erster Krimi, den ich gelesen habe und mir haben Schreibstil und Tempo sehr zugesagt.

Zum Einen lässt es der Autor ruhig angehen, die Geschichte hat die nötige Zeit, sich zu entwickeln und man stolpert auch nicht alle Naselang über eine Leiche. Thomas Hillenbrand gelingt es auch ohne überflüssige Gewaltszenen sehr gut, die Spannung aufrecht zu erhalten.

Zum Anderen wird einem die Eigenwilligkeit der beteiligten Personen sehr lebendig beschrieben, die nicht nur auf die Zusammenhänge mit dem Todesfall reduziert werden, und dadurch auch der ein oder andere Schmunzler entlockt. Gerade die detailreiche Beschreibung der Luxemburger Umgebung, Sinn und Unsinn der EU-Vorgänge lässt einen beinah vergessen, dass man gerade einen Krimi liest. Was aber nicht zwingend ein Nachteil sein muss. Im Gegenteil finde ich es sehr ansprechend, dass auch die Vergangenheit von Xavier Kieffer beleuchtet wird und beispielsweise durch seinen besten Gast und Freund auch mit einem Augenzwinkern einige Seitenhiebe auf die EU-Normen serviert werden.

Als besonderes Sahnehäubchen in diesem Buch gefällt mir, dass zumindest auch ansatzweise interessante Einblicke auf die Vorgänge hinter den Kulissen von Sterneköchen und Lehensmittelindustrie gewährt werden. Die Beschreibungen sind sehr plastisch und auch geeignet, eine Gänsehaut hervorzurufen (je nach Vorstellungskraft). Besonders, wenn man weiß, dass dies durchaus den Tatsachen entspricht.

In den letzten Kapiteln steigert sich dann die Spannung auch noch schlagartig und sorgt für einige überraschende Wendungen, die mir sehr gefallen haben. Ich hätte nichts dagegen, wenn es noch mehr Bücher in dieser Richtung geben würde.

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