Mythen, die die Welt retten?

Der Ruf des weißen RabenDer Ruf des weißen Raben by Sanna Seven Deers
My rating: 3 of 5 stars

Beginn der Geschehnisse ist ein Ruf der Ältesten von Chad Blue Knife’s Stamm zur einer besonderen Zeremonie, um sich die Hilfe der Geistwesen zu erbitten. Immer mehr Kinder verschwinden spurlos. Und das natürliche Gleichgewicht ist gestört. Grund genug, eine alte und nach Glauben der Natives machtvolle Zeremonie durchzuführen.

Nicht aus Zufall stolpert dann auch Myra Morgenstern (Nomen est Omen) in genau jene Zeremonie und wird unwissentlich von den Geistwesen ausgewählt, um bei der Suche nach den Kindern quasi ihr ‚ausführendes Organ‘ zu sein. Danach hat sie mehrere Visionen und beginnt mit Unterstützung von Chad und nicht zuletzt auch eben jener Ahngeister die Suche, die ihren Geist auch in die Vergangenheit und in die Zukunft führt. Und damit zu Runa und einem mächtigen Talisman und auch zu ihrem eigenen älteren Ich. Und zu dem Gegenspieler Morris, der ebenfalls dem Talisman und der Legende des Lachens der Kinder hinterherjagt. Und im wörtlichen Sinne vor nichts zurückschreckt, um Myra und Chad aufzuhalten.

Wenn man sich als Leser nicht schon ausführlicher mit den Mythen der Natives beschäftigt hat, kann vieles in dieser Erzählung sehr schwer nachvollziehbar sein. Eine Vorkenntnis in der Mythologie und den Legenden erleichtert auf jeden Fall die Erlebbarkeit der Geschichte. Oder die Bereitschaft, sich auf möglicherweise fremdartige Glaubensbilder einzulassen.

Dass die Autorin hier ihr erstes Buch veröffentlicht und die Sprache nicht so ausgefeilt ist wie bei erfahreneren Schriftstellern, tut der Erzählung für mein Dafürhalten keinen Abbruch. Die verschiedenen Personen sind ausführlich und auch mit ihren verschiedenen Schwächen einfühlsam gestaltet. Auch wenn man beim Lesen kaum Zweifel über den Ausgang der Jagd nach dem Talisman hat, ist der Weg dahin spannend beschrieben und auch die Erzählungen über Myra’s Reisen in die Vergangenheit und den Lebensweg von Runa machen den ‚Ruf des weißen Raben‘ zu einer Geschichte, die spannend zu lesen ist.

Nur die Hintergründe von Morris‘ Auftraggeber hinterlassen bei mir den Eindruck, nicht nachvollziehbar zu sein. Eine Firma, die in der Zukunft das Wissen erlangt, andere Menschen zu übernehmen wirft beinahe zwangsläufig die Frage auf, wie sie zu diesem Wissen gelangt ist und auch mehr über die Beweggründe ihres Handelns. Hier hätte mehr Ausführlichkeit dem Roman sicher noch eine zusätzliche Würze verliehen.

Im Fazit ein Buch für angenehme Lesestunden.

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