Holler-Kuchen mit Zimt-Baiser

Über den Holunderbaum gibt es eine Menge zu erzählen.

Der Hollerbaum galt schon bei den Germanen als Sitz der Naturgöttin Holla (oder auch Hulda, Hel, der Totengöttin, der Holden, um nur einige zu nennen). Zu späteren Zeiten fand diese Göttin auch ihren Platz in dem Märchen der Frau Holle. Aus diesem Grund wurde oder wird auch vor einem Hollerstrauch der Hut gezogen – als respektvoller Gruß für die Göttin.

Genauso sollte es nach altem Volksglauben Unglück bringen, einen Holunder zu fällen. Oder anders herum, bringt es Glück einen Hollerstrauch im Garten zu haben, der den Segen der Göttin auf das Haus überträgt.

Die Pflanzen selbst, insbesondere die Wurzeln, unreife und selbst reife, ungekochte Beeren, enthalten Substanzen (cyanogenes Glycosid Sambunigrin) , die bei Verzehr starken Durchfall auslösen können. Gemeinhin geht die Aussage zu der Giftigkeit von ungiftig bis ‚zu vermeiden‘, je nach Sensibilität mit der darauf reagiert wird.

Durch Erhitzen zerfällt Sambunigrin und die Beeren verlieren ihre Giftigkeit. Holunder sollte also unbedingt gekocht oder anderweitig erhitzt werden.

Die schwarzen Beeren haben einen hohen Vitamin C-Gehalt, während die getrockneten Blüten als Tee bei Fieber und hauptsächlich bei Erkältung eingesetzt werden können.

Für mich bedeutet die Holunderzeit den Baum im befreundeten Garten, der dort wächst und gedeiht. Mit mehr Früchten, als diese jemals verwenden können. Und damit für mich ein reines Paradies. 🙂

Neben Hollerwein und noch 2 1/2 Gläsern Marmelade habe ich mich dieses Jahr auch an den besagten Kuchen herangewagt, dessen Rezept ich beim Chefkoch gefunden habe.

Zutaten für den Teig:

  • 250 g Mehl
  • 1 TL Backpulver (gehäuft)
  • 80 g Zucker
  • 30 g weiche Butter (wurde von mir auf insgesamt 100 g aufgestockt)
  • 4 Eigelb
  • Nach Bedarf Milch, ca. 1 – 2 Eßl. (Ist bei ausreichender Buttermenge nicht wirklich nötig).

Zutaten für die Fruchtmasse:

  • 700 g Holunderbeeren
  • Ca. 150 g Zucker, je nach Reife der Hollerbeeren zwischen 120 bis 180 g
  • Gemahlener Zimt (ich habe eine Zimtstange genommen)
  • Gemahlener Gewürznelken (je nach Geschmack 4 – 5 Nelken, ich werde beim nächsten Mal 4 Nelken nehmen).
  • 400 ml Apfelsaft (naturtrüb)
  • 50 g Speisestärke

Für das Baiser:

  • 4 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Zucker
  • 1/2 TL Zimt (je nach Geschmackt bis zu 1 TL)

Zubereitung:
Als erstes Mehl sieben, Backpulver und Zucker zugeben. Danach weiche Butter und Eigelb unterheben und zu einem festen Teig kneten. Das Eiweß derweil im Kühlschrank kalt stellen. Den Teig in eine gefettete Springform verteilen, einen halbhohen Rand formen und alles glatt drücken.

Die Hollerbeeren mit Zucker, Zimt, den Nelken, 300 ml Apfelsaft etwa 10 bis 15 Min. köcheln lassen. Inzwischen die Speisestärke mit den restlichen 100 ml Apfelsaft anrühren, der Fruchtmasse zugeben und zu einem dicken Brei aufkochen (geht recht schnell). Dann die Fruchtmasse auf den Teig verteilen, den Kuchen in dem vorgeheizten Backofen (ca. 180°C) etwa 15 bis 20 Min vorbacken.

In der Zwischenzeit das Eiweiß mit einer Prise Salz halbsteif schlagen. Den Zucker unterschlagen und immer weiter schlagen, bis alles eine glänzende steife Masse ergibt. Dann den Zimt zufügen. Nun die Masse auf dem Kuchen verteilen und nach Wunsch durch Hochziehen mit einer Gabel zipfelig formen. Nochmals 15 bis 20 Minuten backen und fertig ist das Meisterwerk. ^^

Und wird mein erster Beitrag zu einem Blog-Event, nämlich diesem hier:

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Zum Abschluß noch einige Links:

http://www.blumenboersen.ch/archiv/monatspflanze-holunder.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Holunder

http://de.wikipedia.org/wiki/Frau_Holle

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/holunder.htm

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4 Kommentare zu „Holler-Kuchen mit Zimt-Baiser

    1. Er war auch sehr lecker, hätte ich mir gar nicht zugetraut. 😉
      Und ja – der Blog ist sehr breitgefächert. Über die Kunst des Lebens zu schreiben ist umfangreicher, als ich anfangs gedacht hätte. 🙂

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