Im Schatten der Königin

Langsam gewinnt die ruhige Zeit Oberhand.
Die Zeit, in der man sich mit einem guten Buch und einem Glas Wein oder heißer Schokolade mit einer Prise Zimt zurückzieht und alles um sich herum vergißt.

So geht es mir, wenn ich mir ansehe, wieviele Bücher ich schon wieder verschlungen habe. Höchste Zeit, wieder eine Rezension zu Papier zu bringen. 😉

Im Schatten der KöniginIm Schatten der Königin von Tanja Kinkel
Flexibler Einband, 426 Seiten
Erschienen 2011 beim Droemer Knaur Verlag (Erstausgabe 2010)
My rating: 3 of 5 stars

Sich in den Schatten der Königin reinzufinden, war kein Leichtes. Zum Einen ist es mein erstes Buch aus dem Elisabethanischen Zeitalter und dann erzählt es die Ereignisse aus der Sicht eines eher unbedeutenden Höflings heraus – Thomas Blount.

Blount bekommt von seinem Vetter Robert Dudley den Auftrag, den unerwarteten Tod an dessen Frau Amy Robsart aufzuklären.
Der zu einem denkbarst ungünstigen Zeitpunkt gekommen ist – wie beide Männer für sich im Stillen befinden.

Robert Dudley
Robert Dudley, Earl of Leicester ca.1564
Quelle: http://www.tudorplace.com.ar/

Gerade jetzt – Elisabeth I ist endlich an die Macht gelangt, aber eben noch keineswegs gefestigt und sicher auf dem Thron des krisengeschüttelten Englands. Ganz zu schweigen von den unzähligen Intrigen und hinter vorgehaltener Hand geflüsterten Behauptungen, dass es die Herrscherin und ihr Günstling Dudley kaum erwarten können, bis dessen Frau endlich verstirbt und er frei ist für den Platz an der Seite der Königin.

Sollte aber auch nur der allergeringste Verdacht offen bleiben, dass Dudley etwas mit dem Tod seiner angetrauten Ehefrau zu tun hat, dann ist diese Hoffnung hinfällig. Niemals könnte es sich Elisabeth leisten, einen des Mordes Verdächtigten auf den höchsten Platz in England zu erheben.

Also ist es tunlichst angeraten, die Hintergründe aufzuklären und dabei auch noch jeden Verdacht auf Beweisvernichtung zu vermeiden.

Die Hintergründe sind gerade zu Anfang mehr als nur ein wenig verwirrend. Nicht nur für den Leser, sondern auch für Thomas Blount selber und zeichnen damit ein recht deutliches Bild der Gesellschaft des damaligen Englands, wo man – und das nicht nur bei Hofe – sehr schnell zwischen sämtlichen Stühlen sitzen konnte.

Wem konnte man trauen?
Wer versuchte, aus den Geschehnissen seinen eigenen Vorteil heraus zu schlagen?
Was blieb alles ungesagt – selbst unter den ältesten Vertrauten oder gar Verwandten?
Bei wem konnte man wirklich sicher sein, dass er nicht doch heimlich ein Papist oder Anhänger der reformierten Kirche war?

Das sind nur einige wenige Fragen, die im Laufe der Geschichte aufkommen. Neben der Frage, wurde Amy Robsart jetzt ermordet, erlag sie ihrem Leiden oder hatte sie am Ende doch die unverzeihliche Sünde des Selbstmordes begangen?

Amy Robsart
Amy Robsart, Dudley’s Ehefrau – von William Frederick Yeames, 1877
Quelle: http://www.museumsyndicate.com/

Je weiter man beim Lesen in die Tiefen der Geschichte vordringt, desto mehr nimmt sie einen auch gefangen. Bis hin zu einer recht unerwarteten Auflösung, die nochmal ein völlig neues Licht auf die vielen Beteiligten wirft.
Und für mich auch noch einmal sehr deutlich aufzeigt, wie groß der Unterschied zwischen den nach außen gezeigten Gesichtern und dem dahinter verborgenen Wesen damals war.

Nachdem ich das Buch eine Weile ruhen lies, gibt es einen völlig anderer Blickwinkel auf die Elisabethanische Zeit. Die Königin selber tritt nur sporadisch und am Rande in Erscheinung, spielt also eher im Hintergrund der Begebenheiten mit. Das tut dem Buch keinen Abbruch. Im Gegenteil weckt es Interesse, sich mehr mit der Geschichte um die Tudors zu beschäftigen – über das Maß hinaus, dass im Allgemeinen bekannt ist.

Elisabeth
Elisabeth I mit 13 Jahren von einem unbekannten Maler, ca. 1546
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_I.

Bei meiner Recherche durch das Netz bin ich noch auf viele interessante Seiten gestoßen. Einen Teil habe ich ja schon bei den Quellen verlinkt.
Weitere in der Info-Ecke:

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