Thema verfehlt

Im Anschluß an ‚Die Tore der Welt‘ wurde gestern noch ein Bericht über verschiedene Frauen aus dem Mittelalter gezeigt. Der Bericht war nicht unbedingt das, was ich als fundiert und unvoreingenommen bezeichnen würde. Vielmehr war er nach meinem Eindruck eher für die breiten Massen gemünzt und auch entsprechend reißerisch aufgezogen. Wie sonst sollte man sich die Behauptungen erklären, dass beispielsweise die Visionen von Hildegard von Bingen nur ein ‚karrierewirksamer Trick‘ gewesen seien, um in das obere Managment der Kirche aufgenommen zu werden.
Die Moderation bei allen drei Portraits ist so offensichtlich auf Sensation ausgelegt, dass es ohne langes Überlegen an Boulevardpresse erinnert. Ausführlichere Hintergrundinformationen wären allemal besser gewesen.

Wie man über die Kirche denkt, bleibt sicher jedem selber überlassen. Aber etwas mehr Objektivität über eine völlig andere Denkweise der Menschen im Mittelalter wäre wohl zu erwarten gewesen.
Das einzig sinnvolle an dem Bericht war für mich, dass ‚Der Spiegel der einfachen Seele‘ von Marguerite Porète auch heute noch im Buchhandel zu erhalten ist.
Ein Buch, für das die Autorin auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde und dass ich mir heute bestellt habe. Ich bin schon sehr gespannt, was ich lesen werde.

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