Neue Bücher braucht das Land?

Wie lange schreibe ich jetzt schon Rezensionen. Die genaue Zeit ist nicht einmal wirklich wichtig, schätzungsweise etwa zwei Jahre. In dieser Zeit habe ich schon einige Bücher gelesen. Auch solche, die normal nicht zu meinem Beuteschema gehören. Und dabei auch gemerkt, wie sich meine Sicht auf Bücher langsam aber sicher verändert hat.
Es gibt wirklich gute Bücher, richtige Juwelen. Die sind ganz ähnlich wie die mineralischen Juwelen extrem selten.

Weswegen ich das schreibe:
Diese literarischen Juwelen sind selten und der Autor hat viel Zeit, Mühe und sicher auch einiges an persönlichen Überlegungen/Gedanken investiert. Im idealsten Fall liegt dann ein Buch vor einem, in dem die Personen lebendig werden und den Leser in ihre eigene Welt mitnehmen. Um von ihrer Zeit, einem anderen Denken, anderer Sprache, und dem Leben in völlig anderen Regionen oder Welten zu erzählen.

Diese Bücher führen einen in Zeiten vor sich ankündigenden Kriegen, verführen zum Nachdenken, zum weiter lesen und forschen. Bringen einem Gedanken von Menschen näher, die so gelebt haben oder gelebt haben könnten. Und wer könnte schon genau sagen, wo der Unterschied liegt?

Eine Geschichte muss nicht wahr sein, sie muss gut erzählt sein.

Das ist ein altes italienisches Zitat, dass ich einmal in einem Buch gelesen habe. Leider kann ich es nur sinngemäß wiedergeben. Aber der Kern davon trifft es gut. Eine gute Geschichte nimmt einen mit auf eine Reise und hat etwas ganz Eigenes. Gerade durch die Wahl der Worte und wie diese gesetzt wurden. Verändert man diese Worte – dann läuft man Gefahr, dass dieses Besondere verloren geht und damit vielleicht sogar der ganze Kern des Geschriebenen.

Wenn ich also lese oder selber erlebe, daß ein Buch von einem in der Regel schon verstorbenem Schriftsteller in modernisierter Fassung neu aufgelegt werden soll, dann sträuben sich mir – gelinde ausgedrückt – die Nackenhaare.

Und weil es gerade aktuell ist:
Politisch nicht mehr korrekte Worte aus einem Buch zu entfernen ist im Grunde nur Augenwischerei. Es wird immer Worte und Möglichkeiten geben, Menschen zu diskriminieren.
Und leider wird es auch immer Menschen geben, die genau das tun oder dazu wegsehen.
Oder meinen, wenn man dieses oder jenes Wort nicht mehr sagt, dann wird es besser. Aber wird es dass dann auch wirklich? Oder wäre es nicht besser bei den entsprechenden alten Büchern, eine Fußnote oder eine Bemerkung im Glossar anzubringen. Die auch dazu anregt, darüber nachzudenken, zu diskutieren und das Denken dazu zu hinterfragen.
Sicher kann man sich als Leser auch eine ältere nicht überarbeitete Ausgabe besorgen. Aber einmal ehrlich – wer wird sich wirklich diese Mühe machen?
Aufklärung und Anregung zum selbständigen Denken ist doch eher ein Weg um eine wirklich gleiche Behandlung aller Menschen zu erreichen.

Und dass einige Worte in der ursprünglicheren Bedeutung nicht mehr gekannt werden. Wird da nicht auch zu einem guten Teil die Intelligenz der Leser unterschätzt? Ein Anhang für die Erklärung unbekanntere Begriffe wird in anderen Büchern doch auch möglich gemacht.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Neue Bücher braucht das Land?

Deine Meinung dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s