Von wegen ’nur‘ Fantasy

Terry Pratchett bringt mich zum Lachen.
Er bringt mich dazu, einen Abschnitt drei, vier mal hintereinander zu lesen.
Er bringt mich zum Nachdenken.

Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Philosophisches in Terry Pratchett zu finden ist. Da bin sogar ich überrascht, wo ich doch Fantasy schon immer lese. Und jeden schräg angucken würde, der dass als ‚Kinderbücher‘ einstufen wollte.

Um das Wort ‚Wahrheiten‘ mache ich einen Bogen. Auch wenn es heißt, es gibt nur eine Wahrheit, kann Wahrheit sehr relativ sein. Oder eher gerade darum. Jeder hat seine eigene Wahrheit. Die sich mitunter auch sehr von der anderen Wahrheit unterscheiden kann.

Götter wachsen und schrumpfen mit der Zahl ihrer Anhänger. Ruckzuck ist aus einem großen Gott ein sehr kleiner Gott geworden, der damit zufrieden ist, Melonenstücke zu ‚erschaffen‘. So schnell kann das gehen, wenn gott nicht aufpaßt.
Und ein Schelm sei, wer jetzt Arges denkt und zufällig an gewisse aktuelle Gegebenheiten denkt.

Über wenige Autoren kann man so gut hitzigste Debatten führen wie über den Herrn der Scheibenwelt. Zumindest flogen im Rabenhaushalt deswegen schon einige heftige Gedankenkonstrukte durch den Raum. Ist die Zahnfee genau so real wie Gevatter Tod? Ja oder nein? Geglaubt wird an sie. Also ist sie gleichzustellen mit einem Gott (bzw. hier Göttin). Gedanken, die man nur mit Vorsicht genießen und weiterverfolgen kann. In unserer ‚aufgeklärten‘ Gesellschaft darf mit mehr oder weniger verwirrten Gesichtsausdrücken gerechnet werden.
Anderswo – oder nur wenige 100 Jahre zurück – nun, dass überlasse ich der Phantasie des geneigten Lesers…

Für die Gehirnzellen und die Lachmuskeln sind diese Gespräche allemal gut.

Dann war da noch die Sklavin für König Soundso, die von Tod’s Lehrling abgeholt wird. Also verschieden. Und was will die junge Dame werden, nachdem sie nun schonmal tot ist. Konkubine am Sternenhof von besagtem König. Jeder wie er mag.
Schließlich hätte sie ja auch keine Wahl, weil sie sich schon so lange darauf vorbereitet hat und überhaupt.

Da könnte ihr doch eigentlich auch was Besseres einfallen. Schließlich steht ja keiner hinter ihr mit irgendwelchen Mordwerkzeugen und sagt ‚Du mußt. Und selbst wenn – sie ist tot. Wen juckt’s also.

Vermutlich stand aber zeit Lebens irgendein Eunuchenlehrer rum und hat die schönste Gehirnwäsche betrieben, die man sich wünschen kann. „Du mußt das tun, alle anderen tun es auch, es wird so erwartet und überhaupt… war das ja schließlich schon immer so.“

Und hinterfragen geht ja schon gleich gar nicht. Da machen wir lieber weiter wie gewohnt und erwartet.
Selbst, wenn wir schon in die Grube gefahren sind.

Meine bescheidenen 5 Cent Gedanken dazu. Zumindest ein kleiner spontaner Teil davon.

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