Wochenende, Kräuter und Tomaten

Ein neuer großer Garten hat sich in mein Umfeld geschlichen und hat rausgefunden, daß ich eine rechte Kräuterhexe bin. Also bekomme öfter Setzlinge (super auch wenn mir leider langsam der Platz ausgeht) und Unmassen an Kräutern, weil auch dort langsam der Platz ausgeht. Was weniger super ist, da ich diese Massen natürlich auch nicht mal eben so verarbeiten kann. Dieses Mal waren es Salbeifluten, die über mich hereingebrochen sind. 😉 Im Kühlschrank stand gehackter Salbei für Butter oder zum Trocknen, je nachdem, im Wohnzimmer steht eine Dose Salbeibonbons (ca 1.6 kg und Pläne, wie diese noch verfeinert werden können), eine Ansatzflasche für Salbeiwein und unter dem Dach trocknet der Rest für Tee.

Daneben habe ich angefangen, die alljährlichen Tomaten zu trocknen.
Eine Fuhre ist mir leider verkohlt. Vermutlich waren die Tomaten zu klein und wären mit weniger Hitze auch zufrieden gewesen. :/ Dafür habe ich dieses Mal Tomatenmark eingekocht und damit schon die Vorratshaltung für die kalte Zeit begonnen. Praktischerweise gibt es einen Gemüsegärtner direkt vor Ort, der zu Saisonzeiten Gemüse/Obst auch mal superbillig hergibt – nicht erste Wahl, aber wer braucht das schon. Alles in allem ist es zwar sehr zeitaufwändig, aber trotzdem bin ich jeden Winter wieder froh um die aromatischen Sommerfrüchte.

Interessant fand ich dabei, daß ich bei meiner Recherche im Netz dazu auf einen älteren Beitrag zum Thema Tomaten einkochen gestoßen bin, der von ‚degenerierten Städtertum‘ spricht, weil fertig eingemachte Tomaten ja viel billiger im Bioladen zu haben wären. Daß hat mich so in meine Anfangszeiten versetzt, als ich selber noch gegen Saisonende im Vergleich wahnsinnig teure Tomaten gekauft habe. Und hat mich auch in’s Nachdenken gebracht: Ist es wirklich ‚degeneriert‘, wenn man sich selber frisches Gemüse holt und für den Winter haltbar macht?

Für mich ist das Arbeiten eher eine gute Möglichkeit, runter zu kommen und sich zu erden und auch Lughnasad zu feiern. Ganz ohne Rituale und über lange Zeit. Dazu ist es doch auch eher so, daß man sich selber genug wertschätzt, daß man wissen möchte, woher kommt was ich esse? Was heutzutage schon schwer genug herauszufinden ist und wer nicht gerade einen eigenen Garten hat, kann doch nur glücklich sein, Früchte aus der direkten Umgebung bekommen zu können und selber zu entscheiden, was daraus werden soll und was hinein kommt. Und nicht zu vergessen, die vielen Möglichkeiten die man dabei kennenlernt über Verarbeitung, Haltbarmachen und wofür die Früchte, Kräuter, Gemüsesorten gut sind.
Ich jedenfalls würde es freiwillig nicht aufgeben.

Und weil das Thema Lebensmittel und deren Herkunft ja ein unerschöpfliches ist, gibt es von Arthur’s Tochter und der Konsumrebellin sehr lesenswerte Worte über Essen, daß zu gut für die Tonne ist und über die Wertschätzung contra Gier.

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