Rundreise – erste Station Ulm, Venedig, Busra

Die Heilerin des Sultans von Silvia Stolzenburg
Fester Einband: 516 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 16.01.2012
ISBN 9783937357478
4 von 5 Sternen

Wer eine Reise tut, kann was erleben.
Falk von Katzenstein erlebt mit seinen gerade einmal 15 Jahren mehr als ihm lieb ist. Dabei will der junge Handelsherr nach dem frühzeitigen Tod seiner Eltern nichts weiter, als sich in Ulm ein neues Leben aufzubauen und die geerbte Pferdezucht seines Vaters ausbauen. Zumindest bis sein Onkel Otto von Katzenstein auftaucht und ihn zu einer Reise in den fernen Orient überredet – schließlich gäbe es dort die besten Pferde und niemand mehr könnte auf den jungen Falk herabschauen.

Also goldene Aussichten für die Zukunft.
Die Zucht könnte erweitert werden, das Ansehen der Familie vor dem Adel wäre beträchtlich besser und nicht zuletzt die Verlockung einer Reise nach Venedig und darüber hinaus in den unbekannten Orient.
Dagegen tritt die mahnende Stimme des befreundeten Verwalters Lutz natürlich weit in den Hintergrund, die nicht zu Unrecht auf die Gefahren einer solchen Reise hinweist.

Abenteuerliche Erlebnisse gibt es dann auch genug. Die ihren vorläufigen Gipfel in einem Piratenschiff finden, daß Falk von Katzenstein’s Schiff kapert und jeden dafür geeigneten Gefangenen in die Sklaverei nach Busra verkauft.
Glück im Unglück wird Falk als Militärsklave an den Hof des osmanischen Sultans Bayezid Yildirim verkauft. Soweit erst einmal zu seinem Schicksal.

Eine Geschichte, die mich tiefer in den Orient führt, als ich es jemals für möglich gehalten hätte.
Keine Spur von den üblichen Harems-Geschichtchen, in denen die Frauen sich nur auf irgendwelchen Kissen langweilen, bis der Sultan kommt. Dazu gäbe es gar nicht genug Zeit. Die Frauen um den Sultan haben mehr als genug zu tun.

Da gibt es den ständig schwelenden Machtkampf zwischen der Valide Sultan (der Mutter von Bayezid I.) und seiner Gemahlin Olivera Despina. Jede der beiden machtbewußten Frauen verfolgt ihre eigenen Ziele und geht dabei auch mehr oder weniger über Leichen. Opfer bleiben da nicht wenige am Rand des Geschehens zurück. Allein diese Geschichte ist es wert, gelesen zu werden.
Genau so wie über die vielen Berufe zu lesen, die Frauen innerhalb des Palastes ergreifen können. Wie den Beruf der Heilerin, dem sich Sapphira zuwendet und damit auch in Kontakt zu dem Militärsklaven Falk kommt.

Ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
Mit jedem Treffen zwischen Falk und Sapphira ziehen sich die Fallschlingen enger zusammen. Die Palastintrigen nehmen immer weiter ihren Lauf und Sapphira läuft nicht nur wegen ihrer verbotenen Gefühle Gefahr, um’s Leben zu kommen.

Die ‚Heilerin des Sultans‘ hat mich so tief in die schillernde, brutale Welt des Orients gezogen, daß es wirklich schade war, sich davon wieder lösen zu müssen. So spannend wie ich damit Neues von der ganzen fremdartigen Kultur erfahren und gelernt habe, passiert es auch selten. Schade war nur, daß nach der ganzen Aufregung das Ende der Geschichte zwar noch sehr ausführlich, aber ohne noch nennenswerte Ereignisse beschrieben wurde.

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