What Happiness is

Wer hat schon einmal vom Bruttonationalglück gehört?
Ich könnte auf Anhieb wetten, kaum jemand. Ich selber verschreibe mich auch immer noch dabei, obwohl ich den Begriff schon seit einiger Zeit kenne. Genau genommen seit einer Dokumentation über Bhutan, die vor einigen Jahren gekommen ist.
Das zeigt schon recht deutlich, wie tief der Begriff des Bruttosozialprodukt (inzwischen Bruttonationaleinkommen) bei uns verankert ist.

Dass es auch andere Möglichkeiten gibt, zeigt der Dokumentationsfilm ‚What Happiness is‘ von Regisseur Harald Friedl.

Mit einem Fragebogen von etwa 1.000 Fragen ziehen die Glückermittler durch Bhutan und befragen die Menschen.

Wie glücklich sie sind.
Was sie für ihr Glück brauchen.
Was die Regierung ihrer Meinung nach als nächstes in Angriff nehmen sollte.

Fragen, die sich um Wünsche, um Sehnsüchte, um Infrastruktur, Spiritualität und Psychologie, um das Leben der Menschen drehen.

Ein Film über die Befragungen der Menschen durch das Ministerium des Glücks. Und ein Einblick in eine völlig andere Welt. Selbst wenn es auch in Bhutan inzwischen Handy’s und Internet gibt, dann längst noch nicht in dem Ausmaß wie in den Industrieländern. Und es kommt nicht wirklich der Eindruck auf, dass den Menschen dort etwas fehlt.
Im Gegenteil kommt bei der Dokumentation mehr als einmal der Gedanke auf, dass sich Deutschland (und auch andere Nationen) daran ruhig ein Beispiel nehmen könnten.

Wie wären wohl die Antworten, wenn hier auf der Straße die Menschen befragt würden, wie glücklich sind Sie? Oder was würde Sie glücklich machen?

Der Film bringt interessante Einblicke in ein Land, dass so kaum jemand kennt. Und auch ein für mich teilweise unerwartetes Ergebnis:

„41% der BhutanerInnen bezeichnen sich als glücklich. Männer sind glücklicher als Frauen, Junge glücklicher als Alte und Menschen mit Bildung glücklicher als Ungebildete. Arbeitslose sind glücklicher als Arbeiter und Bauern. Singles glücklicher als Verheiratete. Besonders zufrieden sind die Menschen mit ihrer Gesundheit, der Natur, ihrer psychischen Verfassung und mit dem sozialen Leben.

Nun werden Vorschläge an die Politik erarbeitet mit dem Ziel, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu verändern, dass das Wohlbefinden aller zunimmt. Andere Länder haben angekündigt, dem Beispiel Bhutans zu folgen und bei sich zu ermitteln, wie die Menschen sich fühlen.

Die Forschung geht weiter: Die Utopie einer besseren Gesellschaft soll ihre Chance bekommen.“

Zitat: What Happiness is

„Arbeitslose sind glücklicher als Arbeiter und Bauern.“

Diesen Satz sollte man einmal in unseren Breitengraden zu hören bekommen.

Der Film zeigt deutlich, dass es noch mehr gibt als Arbeiten (möglichst zu einem Hungerlohn) und die Grundhaltung ‚es muss immer noch mehr sein.‘
Lesenswert dazu finde ich auch diesen Artikel: Bruttonationalglück auch für uns!

Links:
What Happiness is – der Film
Harald Friedls Drehtagebuch
Blog zum Film

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