Quo vadis Litterae

Frauen und Bücher von Stefan Bollmann
Fester Einband, 448 Seiten
Erschienen bei DVA Verlag, Erstausgabe 08.10.2013
ISBN 9783421045614
4 von 5 Sternen

Das wohl bekannteste Zitat der klassischen Literatur:

„Quo vadis Domine.“

Oder in diesem Fall: Quo vadis Litterae.
Noch genauer gesagt: Wohin bewegt sich die Literatur für, von und mit Frauen.

Angefangen hat alles mit handgeschriebener Lektüre ausschließlich von Männern. Erst im 18. Jahrhundert fingen Frauen an zu lesen – Bücher zu rezensieren, zu verlegen und zu schreiben.

Ist Lesen weiblich? Die Buchkultur war bis zum 18. Jahrhundert rein männlich. Doch seit 300 Jahren lesen Frauen viel – und das hat Folgen. Romane bringen Frauen dazu, ihr eigenes Leben zu hinterfragen und sich zu emanzipieren.

Stefan Bollmann zeigt den Weg der Frau zur eigenständigen Leserin. Nicht mehr unter dem wachsamen Auge der Männer, die die Welt des Lesens bis in das 18. Jahrhundert hinein dominieren. Sondern in eigener Bestimmung. Sehr sachlich und mit vielen interessanten historischen Daten wird der Weg von Frauen erst als Leserin, dann auch als Selberschreibende und Verlegerin beschrieben.

Gerade dieses Detail macht das Buch allerdings auch zu keiner einfachen Lektüre, die mal eben abends konsumiert werden kann. Öfter hätte ich mir ein Nachschlagewerk gewünscht, um über die erwähnten Persönlichkeiten Genaueres nachlesen zu können.

Nicht nur Frauen finden ihre Erwähnung. Auch schreibende Männer kommen zur Erwähnung wie Klopstock oder Goethe – in Details, die den Gedanken aufkommen lassen mehr darüber lesen zu wollen.

Vorrangig geht es nicht um das Schreiben. Lesen ist das erste Thema. Die Gedanken, die durch die Bücher in’s Leben gerufen werden. Je mehr gelesen wird, desto mehr können auch eigene Gedanken entwickelt werden. Gerade das ist an dem Buch so faszinierend. Völlig neue Blickwinkel auf Menschen, von denen man nur einen Aspekt kannte oder sogar nur den Namen. Namen wie Jane Austen, Mary Wollstonecraft, Virginia Woolf und Marilyn Monroe.

Dazu wird über die ganze Breite an geschriebenen Geschichten gesprochen bis hin zu FanFiction und Büchern, die ihren Anfang genau dort genommen haben wie Shades of Grey.

Frauen und Bücher ist kein einfaches Buch. Es ist interessant geschrieben, an vielen Stellen würde ich gerne mehr Fragen stellen, um genauere Details erfahren zu können. Und gerade deswegen braucht dieses Buch viel Zeit, um in Ruhe gelesen werden zu können. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Und gerade damit ist es auch ein Buch, daß so spannend ist und das Lesen wert ist. In kleinen Dosen – die vielen Seiten an Informationen brauchen Zeit, um verarbeitet zu werden.

Zum Abschluß noch ein Interview mit Stefan Bollmann. Leider ist es mir nicht gelungen, die Aufnahme hier direkt einzubinden.

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2 Kommentare zu „Quo vadis Litterae

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