Ist das nun wirklich ein Krimi?

Tote Tulpen von Jaromir Konecny
Flexibler Einband, 240 Seiten
Erstausgabe : 01.04.2014
DTV Verlag
ISBN: 9783423740043

Die Entscheidung für die Reise mit den Tulpen war eher eine zögerliche. Wie das eben so ist, wenn man sich auf völlig neues Terrain wagt. Mißtrauisch wird beäugt, was sich einem da anbietet: Ein sehr ungewöhnlicher Titel und ein ebenso ungewöhnliches Titelbild. Und dass soll nun ein Krimi sein?
Andererseits – es sieht interessant aus. Das Schriftbild lässt mich an alte Druckbilder denken und gleichzeitig tröpfelt Blut herunter – direkt in das harmlose Himmelblau. Und den Tulpen werden die Köpfe abgeschossen. Das will ich nun doch genauer wissen und stürze mich in das Abenteuer:

Gerade mal aus dem Knast entlassen und auch nur auf Bewährung. Da macht es sich nicht gut, wenn man bei der (geplanten) Vorstellung über eine Leiche stolpert. Und dann noch von der Tochter des Hauses mit dem Unkrautstecher als Mordgerät in der Hand erwischt zu werden, verbessert die Lage auch nicht wirklich.

Kurz gesagt: Leon’s Leben verläuft nicht gerade rosig und so wie es jetzt aussieht, kann sich der 16-Jährige auch gleich wieder von seiner  frisch gewonnenen Freiheit verabschieden.

Soweit zumindest seine Gedanken, als er von ebenjener Tochter – Laura – mit einer Waffe bedroht wird. Bestimmt wird sie jetzt die Polizei rufen, ihn als Mörder anschwärzen und auch gleich auf die Mordwaffe in seinen Händen hinweisen.

Typischer Fall von denkste!

Laura glaubt ihm – tatsächlich.
Und damit nicht genug wischt sie auch noch alle Fingerabdrücke ab und findet die Leiche ’noch einmal‘.

Damit kommt dann auch der Ball in’s Rollen. Hauptkommissar Hauptmann betritt die Szene und verbietet sich ausdrücklich jede Einmischung in diesen Fall.

Soll er reden!

Laura beschließt, dass abgeklärt werden muss, was hier vor sich geht. Am Ende hat noch ihre Familie damit zu tun. Und Leon hat gefälligst mit zu kommen. Schließlich ist es auch in seinem Interesse, seine Unschuld zu beweisen.

Dutch Tulips - Black Tulip, Queen of the Night - 3981
Quelle: Flickr, User Tom Jutte

Die Hatz geht quer durch München – von einem Garten zum nächsten Fleischerladen und wie`s der Zufall will, taucht auch immer im unpassendsten Moment Hauptkommissar Hauptmann (kurz HaHa) auf und verteilt fröhlich seine Punkte. Lass Leon nur genug gesammelt haben und er bekommt einen neuen Freifahrtschein zurück in den Knast.

Bei der Suche quer durch München lernt Leon dann peau a peau auch den Rest der Familie inklusive die verzwickten Verwandtschaftsverhältnisse kennen und macht sich seine ganz eigenen Gedanken dazu.

Alles ist aus Leon’s Sicht erzählt. In bestem Jugend-Slang gibt er seine trocken tiefsinnigen Kommentare ab, die schon ihr Geld wert sind.

Während ich Leon, Laura und Co. immer näher kennenlerne, rutscht für mich die Jagd nach dem Mörder mehr und mehr in den Hintergrund. Zu beobachten, wie die beiden Teenys sich gegenseitig durch den Kakao ziehen, ist viel interessanter. Dazu noch die tiefsinnigen Bemerkungen von Leon

Krimi? Vielleicht. Ich tippe eher auf Satire mit kriminalistischen Anteilen. Und mit einigem Augenzwinkern.

Soviel ist sicher – wenn ich die ‚Toten Tulpen‘ zum Lesen weitergegeben habe, wird es einiges Gelächter geben.

Last but not least bin ich auf meinen Recherchewegen noch über dieses Video gestolpert, dass ich unmöglich vorenthalten kann. Es hat hier für einiges Gelächter gesorgt und warum sollte es euch besser ergehen. 😉

Und wer sich wegen dem Tulpenbild wundert, möge das Buch lesen. 😉

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5 Kommentare zu „Ist das nun wirklich ein Krimi?

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