Von einer Lesung, die keine war

Zu berichten gibt es mehr als genug. Genau genommen weiß ich nicht einmal, womit ich anfangen sollte.
Genuß- und Büchermarkt? Weiteres über das Experiment mit der Hühnerhaltung? Die Buchmesse?

Ich fange dann einmal mit meinen ersten Lesungs-Erfahrungen an. Weiteres wird folgen.

Alles verlief in einem kleinem, beinah schon gemütlichem Raum des hiesigen Weltladens. Pünktlich auf die Sekunde wurde die Runde eröffnet. Und für den kleinen Ort, in dem sich alles abspielte, waren auch relativ viele Leute gekommen. Ich würde mal auf ca. 30 Personen tippen, Veranstalter und Autor mitgezählt.

Erwartet hatte ich ein paar einleitende Worte gefolgt von ein oder zwei Kapiteln aus dem Buch.

Bekommen habe ich einen ausführlichen Vortrag oder besser gesagt ein Gespräch zum Thema ökologischem Landbau und Biodiversität.

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Leider kann ich schon jetzt nicht mehr alles so detailliert wiedergeben, wie ich es gehört habe. Biodiversität wurde genannt und dass die auf Profit ausgelegten Firmen aus gutem Grund hier nicht nachforschen. Es muss sich für sie rechnen und dass vor allem anderen. Ökologischer Landbau ist vor allem eines – mühsam und langsam. Da ist nichts mit mal eben den Giftcockail über die Felder sprühen und sich darauf verlassen, dass es (noch) in dem gewünschten Maß wirken wird.

Über die Stickstoffsättigung des Bodens wurde gesprochen. Die inzwischen schon dermaßen hoch ist, dass die Pflanzen nur noch 17 % davon aufnehmen können. Der Rest geht in den Boden und damit zwangsweise auch in’s Grundwasser. Beim Stichwort Wasser denke ich automatisch daran, dass es im Meer schon vereinzelte ‚dead points‘ gibt. Stellen im Meer, an denen es kein Leben mehr gibt. Keine schöne Vorstellung und mir auch bis dahin nicht bekannt gewesen.

Auch gesprochen wurde über Kleinbauern in La Paz, die gemeinsam daran arbeiten, neue und nachhaltige Maiszüchtungen vorzunehmen und damit in Hinblick auf den Ertrag stellenweise erfolgreicher sind als die industrielle Lebensmittelproduktion.

Über TTIP und CEFTA wurde gesprochen. Genau genommen wurden sehr viele zusamemnhängende Themen angesprochen und auch sehr fachgerecht darüber diskutiert. Spannend, dass nicht nur Felix zu Löwenstein (natürlich) sehr viel zu dem Thema wußte sondern auch unter den Zuhörern sehr großes Wissen dazu vorhanden war.

Natürlich wäre es schön gewesen, wenn auch ein paar Leute dabei gewesen wären, die sich noch nicht damit auskennen. Aber wer zu einer solch speziellen Lesung kommt, der interesssiert sich nun einmal zwangsweise nicht erst seit gestern dafür und hat dann auch schon einiges Wissen angesammelt.
Was ja nicht das Schlechteste ist.

Die Gentechnik wurde auch noch kurz gestreift mit einem für mich sehr passenden Beispiel. Dem Autor wurde vor kurzem erzählt, dass es jetzt eine Methode gibt, bei Äpfeln die schrundigen Stellen zu vermeiden. Was für den Verkauf natürlich toll wäre. Obst mit irgendwelchen Makeln verkauft sich einfach nicht. Dazu wird in der Werbung schon viel zu lange das Märchen vom makellosen gesunden Obst erzählt.

Und wie der ‚Zufall‘ so will, hat sich Herr zu Löwenstein kurz darauf mit einem Biologen unterhalten, der ihm erzählt hat, dass gerade diese Äpfel mit den Schrunden besonders hilfreich sind gegen Krebserkrankungen. Der Grund? Diese Schrunden entstehen durch einen Pilzbefall, gegen den sich der Apfel zur Wehr setzt (vergleichbar mit dem menschlichen Organismus, der Abwehrkörper bildet). Deswegen bilden sich diese unschönen Schrunden (vermutlich ähnlich wie Narben) und der Apfel hat dadurch mehr Wirkstoffe als sein makelloses Gegenstück.

Was meiner Überzeugung nur zuredet, dass man die Finger von der Gentechnik lassen sollte. Alles in der Natur hat seinen Grund und man kann nicht mal einfach so etwas verändern. So schön alles klingt mit gesünder, widerstandsfähiger, ertragreicher usw – der Pferdefuß kommt postwendend.

Die zwei Stunden waren im Handumdrehen rum und auch ohne ein einziges Wort aus dem Buch gehört zu haben, habe ich viel Interessantes erfahren und es auch nach bestem Erinnerungsvermögen aufgeschrieben. Ich hätte nichts dagegen gehabt, noch länger dort zu sitzen. 😉

Links:
Campact – TTIP
Naturland – Kulturpflanze Mais (ökologische Kleinbauernwirtschaft als Beitrag zur Ernährungssicherheit in Mexiko)
Spektrum der Wissenschaft – die grüne Revolution
Süddeutsche – Artikel zum Freihandelsabkommen TTIP

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