Besen Besen, seids gewesen

Der Herbst ist eine wahnsinnige Zeit. So viel geschieht, wird reif und lockt – und alles zur gleichen Zeit. Und in Kürze ist auch schon Samhain.

Gefühlt verbringe ich meine Zeit gerade im steten Wechsel zwischen Küche, Bücherregalen und im Besen.

Speziell auf die Beseneröffnung haben wir schon zwei Wochen vor Beginn hingefiebert. Am 15.10. war es dann endlich so weit: Die heiligen Hinterhof-Hallen haben wieder ihre Tore eröffnet.

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Noch am gleichen Tag saßen wir (endlich wieder!) bei strahlendstem Sonnenwetter auf den Holzbänken vor einem langen Campingtisch und frönten den Genüssen von Rotling und Kesselbrühe.

Ein Besen weist sich traditionell durch einen an der Hausfront befestigten Besen aus – daher der Name. Es gibt zwar inzwischen auch Besen, auf die per Schilderhinweis an der Straße hingewiesen wird und die auch teilweise über längere Zeiträume bis ganzjährig geöffnet haben. Diese verdienen jedoch meiner verwöhnten Ansicht nach diese Bezeichnung nicht. Ein Besen, der etwas auf sich hält, hat ein bis maximal zwei Mal im Jahr geöffnet zu haben und dies bevorzugt zur Zeit des neuen Weines und im Frühjahr. Alles darüberhinaus wäre artfremd. Zumal die permanent geöffneten ‚Besenwirtschaften‘ nur selten das hervorragende Essen anbieten, dass ich von einem Besen erwarte.

Doch zurück zu unserem Besen.
Im Frühjahr gibt es dort herrlichen Spargel und jetzt saisonal Winzerwecken neben den klassischen Besengerichten wie Salzfleisch, Kesselfleisch usw.

Bauernbrot XXLBauernbrot XXL (von Gegenüber abfotografiert 😉 )

Als weiteren Pluspunkt in meinen Augen gibt es auch eine kleine aber feine Auswahl an vegetarischen Gerichten und einen selbstgemachten Kartoffelsalat.

Und für meine ganz persönliche Freude eine Kesselbrühe, die diesen Namen tatsächlich auch noch verdient.
Das ist zugegeben nicht vegetarisch. Aber ich schwelge beim Genießen dermaßen in Erinnerungen an Familie und noch selbstgeschlachtetes Fleisch, dass ich das in diesem Fall komplett ignoriere. Und ganz nebenbei schmeckt es auch unvergleichlich gut.

Noch eine Woche währt das Fest, dann heißt es

„In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu diesem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.“

Aber noch nicht – noch wird gelacht, gegessen und die Sonne genossen. Kommendes Wochenende den ganzen Tag, da ist Zuckerrübenfest. 😉

Vor lauter Schwärmerei hätte ich beinah den Ort des Geschehens vergessen:

Besenwirtschaft
Familie Hefele
Hauptstraße 42 (an der B 27)
74254 Offenau
T. 07136- 6395

Link: Besen-Weinstuben-Kalender

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