Samhain

Schon seit Wochen liegen in den Großhandelsketten Halloween-Kostüme aus. Dazu Deko für die Fenster, Anregungen für hallooweenmäßiges Gebäck, Essen und Getränke. Scheint so, als hätte die Weihnachts – und Süßigkeitenindustrie ihr dringend benötigtes Fest für die Herbstlücke entdeckt.

Im Frühjahr gibt es Ostern, im Winter werden die Läden mit Weihnachtskrempel zugemüllt. Pardon, nicht im Winter – die ersten Ausläufer habe ich dieses Jahr ja schon Ende Juli entdeckt. Und jetzt eben auch Halloween. Für den Sommer werden sie sicher auch noch etwas finden, wollen wir wetten?

Aber zurück zu den Wurzeln. Im doppelten wie übertragenen Sinne.

Nichts gegen feiern, verkleiden, schlemmen mit Freunden usw. Aber manche Dinge lasse ich doch lieber ruhiger angehen. Samhain gehört mit dazu.

Vor zwei Jahren habe ich schon ein wenig darüber geschrieben. Und versprochen, nochmal mehr darüber zu schreiben.

Unsere Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November lief ländlich und damit ruhig ab.
Ein Gang durch die Nacht mit Kerze und Räucherstäbchen. Dazu für die Ahnen der Familien ein Glas Fruchtwein Marke Eigenproduktion. Andere Möglichkeiten wären auch Wein, Bier, Met oder Milch. Und Brot oder etwas Süßgebackenes. Einen besonderen Wert hätte auch etwas Selbstgemachtes vor Gekauftem.

Andere Möglichkeiten sind Bilder von Verstorbenen aufstellen, Geschichten / Erinnerungen austauschen und zusammen mit Freunden oder Familie einen Abend verbringen – zum Beispiel mit einem Lieblingsessen eines Verstorbenen. Eine Feier mit den Ahnen. Nicht nur unter den lebenden Gästen Erinnerungen austauschen sondern auch den Ahnen erzählen, was es Neues gibt in der Familie oder um Rat fragen. Mit ihnen feiern mit Musik, lachen und Essen. Gerade beim Essen kann man auch einen extra Teller für die Toten aufstellen.

Als Symbol der Einladung und Wegweiser kann auch eine Kerze in ein Fenster gestellt werden.

Das Gedenken an die Ahnen hat auch in anderen alten Kulturen einen hohen Stellenwert.
Beispielsweise der Día de los Muertos (Tag der Toten) in Mexiko, der ganz ähnlich wie das hiesige Samhain vom kommerziellen Halloween zu verdrängt werden droht. Im alten mexikanischen Glauben kommen die Verstorbenen am Ende der Erntezeit zu Besuch und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Auch hier wie im europäischen Raum wurde das Fest mit den christlichen Feiertagen Allerseelen / Allerheiligen verschmolzen, um eine Christianisierung des Landes zu vereinfachen.

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Bild von Paul-Henri S
CC – Bestimmte Rechte vorbehalten

Neben einem Fest für die Ahnen gilt Samhain auch als keltische Neujahrsnacht. Das alte Jahr ist im Ende und das Neue beginnt. Durch diese Zeit des Übergangs bildet sich ein freier Raum – eine Art Niemandsland oder leeres Feld – in dem nach altem Glauben alles mögliche geschehen kann und der Kontakt in die jenseitige Welt / Anderwelt besonders leicht möglich ist. Die Kehrseite daran ist, dass sich möglicherweise auch Negatives an einen dranhängen kann. Was auch ein Grund ist, warum in dieser Nacht besondere Schutzmaßnahmen um das Haus bzw. den Hof gezogen werden. Schützende Kräuter sind eine Möglichkeit.

Links:
Geisterspiegel – Das keltische Fest Samhain
Jahreskreis.at – Samhain
Wikipedia – Día de los Muertos

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2 Kommentare zu „Samhain

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