Ein funktionierendes Restaurant braucht ’nen guten Klüngel

Schon längst wollte ich etwas geschrieben haben zu Yul, Rauhnächten, Krampus und/oder den Pelzmärte. Allerdings – es ist Winter (auch wenn der Schnee mal wieder auf sich warten lässt) und abends bin ich müde – kurz gesagt in der Winterschlafphase. Und meine Ambitionen, am PC längere Texte zu schreiben inklusive der dazugehörigen Recherche, lassen schwer zu wünschen übrig.
Zum Glück habe ich immer ein paar Artikel in Reserve, die nur noch einen letzten Feinschliff benötigen.

Also auf geht’s nach München.;)

Der Klüngel ist die allgemein bekannte Bezeichnung für ein System auf Gegenseitigkeit beruhender Hilfeleistungen mit langer Geschichte. Ursprünglich siedelt der Begriff im Kölner Raum an und wird dort auch positiv verstanden.

„Man kennt sich, man hilft sich.“

Ein Klüngel kann eine Gruppe miteinander verbundener Menschen sein, die im Bedarfsfall zur Stelle ist und aushilft.
Quelle: Wikipedia

Im Fall der Klinglwirtin Sonja sind das ihre Mutter und ihre Freunde – darunter vorrangig die beste Freundin Maria. Die auch das Buch über die Neugründung des Klingelwirtes geschrieben hat.

Drei Bier auf die Vier von Maria Rossbauer
Flexibler Einband, 256 Seiten
Erstausgabe: 18.11.2013 beim Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783641109714

So unterhaltsam sich die Geschichte des Klinglwirtes auch liest: Der Zahn von der mal eben leicht geführten Kneipe, mit der man einen Haufen Geld verdient, wird einem in den Seiten gründlich gezogen.

Im Gegenteil ist eine eigene Gaststätte eine ständige und vor allem elende Schufterei. Kaum ist eine Sache repariert, geht die nächste kaputt. Und ehe man sich versieht, mutiert man als Kneipenwirt zum reinkarnierten Sisyphos.

So zumindest geht es Sonja, nachdem sie sich zur Wiedereröffnung des Klinglwirts entschieden hat. Dazu kommt noch die Rennerei zu Banken mit ausgetüfteltem Buisnessplan und die Verhandlungen mit ‚mafiösen Brauereien‘ über beispielsweise die Mindestabnahme von nicht gerade wenig Bier.

Der Klinglwirt hat geschichtlichen Hintergrund durch die Gründung des ersten Gasthauses von Sonja’s Urgroßvater und damit bekommt die neue Wirtin auch genug Hilfe von privater Seite. Trotzdem – es ist ein Vabanquespiel. Wenn der Plan nicht aufgeht, gewinnt die Bank und die Sicherheiten (ein Familiengrundstück) sind futsch.

Für den Anfang verläuft die Geschichte eher ruhig. Verhandlungen, Besichtigungen und die Einrichtung unter Termindruck. Mit der Eröffnungsnacht ist es allerdings aus mit dem ruhigen Mitlesen. Zu sagen, es wird spannend, wäre übertrieben. Aber interessant ist es allemal, einmal hinter die Kulissen einer Wirtschaft zu sehen und die ganzen Details zu erfahren, die man sonst als Gast niemals mitbekommt. Und zugegeben – ich habe auch mitgefiebert, ob es Sonja gelingt, die drohende Pleite abzuwehren.

Verdient hat es der Klinglwirt allemal, weiter zu bestehen. Nicht zuletzt wegen dem regionalen Essen weitab der Massentierhaltung. 😉

Links:
Interview mit Maria Rossbauer
Klinglwirt
Spiegel.de – Harte Tour hinter die Theke

Hermannsdorfer Landwerkstätten
Unser Freiland-Ei
Zimtschneckenfabrik

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