Lesemomente 2014

Dieses noch und dann ist genug mit den Rückblicken.

Für die letzte Zeit habe ich mir eine Lese-Auszeit gegönnt und mir die Zeit mit viel Nichtstun, langen Frühstücken und einigen neuen Erfahrungen in der Küche vertrieben. Die Auszeit hat gut getan und die Rezensionen, die ich noch schreiben möchte, werden auch noch drankommen.

Bis dahin zu den Buchschätzen von 2014:

43 Bücher wurden gelesen. Der größte Teil von Autoren, die zum ersten Mal gelesen wurden. Viele davon auch solche, die ihr erstes Buch veröffentlicht haben. Die Leseerlebnisse liefen von überraschend gut bis leider überhaupt nicht so wie erwartet.


Luzifer und der Küster von Sabine Schulze Gronover
Von wegen, Luzifer ist immer der ultimative Gegensacher, der nichts Anderes im Kopf hat, als gläubige Christen in die Hölle zu locken. Hier gibt es noch einige interessante neue Auslegungsmöglichkeiten. Dazu noch knochentrockene rabenschwarze Sprüche, die den Krimi lecker garnieren und ein komplett unerwartetes Ende mit viel Spekulationsraum in alle Richtungen.

Schatten im Schnee von Sanna Seven Deers
Das mich gerade ein Kinderkrimi begeistert, hätte ich nicht erwartet. Aber es ist spannend geschrieben und genau wie in ihren ‚großen Büchern‘ schreibt Sanna Seven Deers auch hier über die Kultur der Natives und der Natur Kanada’s. Kindgerecht und – natürlich – ohne die Grundlagen eines Erwachsenen-Krimis zieht einen die Geschichte trotzdem sofort in ihre Seiten und lässt einen alles miterleben.


Tote Tulpen von Jaromir Konecny
Mit dem Buch bin ich erst langsam warm geworden. Es wirft einen in’s kalte Wasser und sorgt nicht für wenig Lacher. Bei der Rezension schraubt sich die Geschichte Stern um Stern immer höher, das muss man erst einmal so fertigbringen.
Ich tippe auf eine Satire mit kriminalistischen Anteilen.

Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich von Helge Timmerberg
Man kann nicht behaupten, dass sich Helge Timmerberg immer ‚politisch korrekt‘ ausdrückt. Im Gegenteil sehr direkt und öfter auch ein gutes Stück unterhalb der Gürtellinie. Trotzdem lockt das Buch zum Träumen auf einen fliegenden Teppich und ich würde es sofort jedem zum Lesen in die Hand drücken.

Seht über die brutal ausgedrückten Stellen weg, lest es und träumt vom Orient. Am Besten mit Freunden und Mokka. Es lohnt sich.

Wurde in einem Rutsch durchgelesen mit der Erkenntnis, ich mag die Erzählung.


Das Huhn, dass vom Fliegen träumte von Sun-mi Hwang
Gerade ist das Thema ‚Angst‘ wieder ein sehr großes (Stichwort Pegida und Charlie Hebdo). Die Fabel vom Huhn Sprosse passt dazu wie die sinnbildliche Faust auf’s Auge. Wie bei den Toten Tulpen kommt erst nach und nach ein Stern nach dem nächsten dazu. Es ist überraschend, wieviel Stoff zum Nachdenken ein so dünnes Buch bieten kann.

Fay und die andere Welt von Sabrina Dengel
Zugegeben die Wahl des begleitenden Krafttieres zum Abschluß fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Aber das tut dem Buch keinen Abbruch. Eine Einladung zu einer Reise in eine andere Welt, die nicht weniger realer ist, als die jeden Tag wahrgenommene Umgebung. Ein ungewöhnliches Buch, keine Frage. Gegen Ende lag es lange unangerührt in einem Eck – ich wollte nicht, dass diese Reise schon zu Ende sei.

Zuerst war der Eindruck, dass 2014 nicht so viele Schätzchen gefunden wurden, der Rückblick erzählt da etwas ganz Anderes. Es war ein sehr abwechslungsreiches Jahr mit Büchern, die viel Stoff zum Nachdenken geliefert haben. Ein perfektes Beispiel dafür liefert auch Raul Krauthausen – Dachdecker wollte ich eh nicht werden. Zuletzt genannt, weil es kaum in eine vernüftige Kurzform zu fassen ist.

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