Von wegen Orks sind dumm und Zwerge buddeln nur in Minen

Orks vs. Zwerge – Der Schatz der Ahnen von T.S. Orgel
Flexibler Einband, 550 Seiten
Erstausgabe : 10.11.2014
Heyne Verlag
ISBN: 9783453316102

Eine Trilogie mit dem letzten Band anfangen, ist nicht unbedingt optimal zu nennen und wird in der Regel auch eher vermieden. Aber wie heißt es so schön – keine Regel ohne Ausnahme, die sich in diesem Falle auch wirklich gelohnt hat.

Aus der Sicht des Quereinsteigers brauchte ich natürlich ein wenig länger als die alteingesessenen Hasen, um mit den Figuren und Handlungsabläufen vertraut zu werden. Dem Lesevergnügen hat das keinen Abbruch getan. Im Gegenteil war es sehr vergnüglich, einmal andere Orks als nur tumbe Haudrauf-Schläger und andere Zwerge als fröhlich edelsteinschürfende Gesellen kennenzulernen.

Bestes Beispiel liefern Krendar (Ork), der schon im Laufe der vorigen Bände gegen seinen Willen die ‚Karriereleiter‘ immer höher gestolpert ist und sein Bestes tut, in die höheren Aufgaben reinzuwachsen, die Gefolgsleute lebendig und möglichst in einem Stück durch die Geschichte zu larvieren, die ihm einiges abverlangt und mir als Leser des öfteren Mal ein verstohlenes Schmunzeln für die knochentrockenen Sprüche hervorlockt.

Auf der Gegenseite befindet sich Glond (Zwerg), der ganz entgegen der sonstigen Sturrköpfigkeit seiner Art lieber einen je nach Sichtwinkel ‚feigen‘ Rückzug antreten würde und auch mehr durch die Launen des Krieg-Schicksals zum Helden avanciert ist.

Die Beiden sind nur die herausragenden Helden, soweit man den Ork/Zwerg von nebenan als solche bezeichnen kann, die eigentlich nur eines im Sinn haben – am Leben zu bleiben, gesund eine neue Heimat zu finden bzw. zur Familie nach Hause zurückkehren zu können.

Gerade das macht den Abschlußband für mich so sympathisch. Dass es zwar auch um die Rettung der vertrauten Welt geht – aber eben nicht nur. Dass es keine reine s/w-Zeichnung gibt und auch die augenscheinlichen Nebencharaktere über einen ausgeprägten eigenen Willen verfügen und selbst wenn sie (was sich nunmal nicht immer vermeiden lässt) in’s Gras beißen, trotzdem einen Platz in der Geschichte haben, die über diesen ‚Kanonenfutter-Platz‘ hinausgeht und damit auch einen Platz im Leserherz erobern.

Geliefert wurden viel bissiger Humor, Freund- und Feinschaft und ein spannender, krönender Abschluß inklusive einigen Überraschungen.

Für mich steht fest, dass ich mir die ersten beiden Bände auf jeden Fall noch holen werde. Unbedingte Leseempfehlung, aber in der richtigen Reihenfolge. 😉

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2 Kommentare zu „Von wegen Orks sind dumm und Zwerge buddeln nur in Minen

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