Steinzeit-Kuchen

Um es kurz zu machen: So ziemlich alles Neue macht neugierig. Das will gelesen, erfahren oder – in dem Fall – ausprobiert werden.

Seasonette berichtet über einen Paleo Schokoladenkuchen und sorgt damit für Zweierlei. Einmal für Aufmerksamkeit (Schokoladenkuchen = lecker) und praktisch zeitgleich für verwirrte Fragezeichen – was um alles in der Welt soll Paleo bedeuten?

Ein zufälliger Blick in das Diätküchenregal einer hiesigen Buchhandlung brachte des Rätsel’s Lösung:
Aha – ein neuer Diäternährungstrend.

„Steinzeiternährung, Steinzeitdiät oder Paleo-Diät (richtig eigentlich Paläo-Diät) ist eine Ernährungsform des Menschen, die sich an der vermuteten Ernährung der Altsteinzeit orientiert; gemeint ist die Zeit vor der neolithischen Revolution (beginnend vor ca. 20.000 bis 10.000 Jahren), in der Ackerbau und Viehzucht vermehrt betrieben wurden. Anders als in der kohlenhydratreduzierten Ernährung sind in der Steinzeitdiät unbegrenzte Mengen hochglykämischer Anteile, wie getrocknete Datteln oder Feigen, erlaubt.“

Die Steinzeiternährung setzt sich ausschließlich aus Nahrungsmitteln zusammen, von denen angenommen wird, dass sie schon in der Altsteinzeit verfügbar waren. Die Ernährung besteht vor allem aus Fleisch (vom Wild), Fisch, Meeresfrüchten, Schalentieren, Eiern, Obst, Gemüse sowie Kräutern, Pilzen, Nüssen, Esskastanien und Honig. Zu vermeiden sind Milch und Milchprodukte, außerdem Getreide und Getreideprodukte wie Brot. Industriell verarbeitete Nahrungsmittel wie Zucker, alkoholische Getränke oder Fertiggerichte sowie Lebensmittel wie Oliven, die ohne Verarbeitung ungenießbar wären, sind ebenfalls zu meiden. Als Getränke werden nur Wasser und Tee aus Kräuteraufgüssen akzeptiert.
Quelle: Wikipedia – Steinzeiternährung

Soweit die Theorie, es folgt der Praxistest.

Zutaten:

  • 100 g Schokolade (70 % Kakaoanteil)
  • 180 g Butter
  • 2 Eßl. Honig
  • 3 getrennte Eier
  • 100 g Nüsse (hier: Walnüsse)
  • 1/4 Tl. Natron (1/2 Tl. wäre evtl. besser gewesen, der Kuchen ist nur mäßig aufgegangen)
  • Agavensirup
  • Kakaopulver zum Bestreuen

Zubereitung:
Nüsse mahlen.
Schokolade, Butter und Honig im Wasserbad schmelzen – etwas abkühlen lassen.
Nach Gusto kann Vanille oder Tonkabohne zugegeben werden. Ich habe beides weggelassen, dem Rezept sollte schließlich erstmal auf den Zahn gefühlt werden.

Eigelb unter die Schokomasse rühren, dann die gemahlenen Nüsse und das Natron zugeben. Eischnee schlagen und unterheben.

Ofen auf 175° vorheizen (Ober- und Unterhitze).
Eine 20 cm Springform einfetten, Teig einfüllen, ca. 45 Min. backen. (Im O-Rezept stehen 50 Min., die sich allerdings als zu lang erwiesen haben).

Abkühlen lassen, mit Agavensirup bestreichen und mit Kakaopulver bestreuen.

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Der Kuchen schmeckte überraschend gut. Allerdings auch derart wuchtig, dass mehr als ein Stück nicht empfehlenswert wäre. Es sei denn, man möchte anschließend ein Stamperl als Verdauungshilfe zu sich nehmen. 😉

Ich würde nicht zwingend behaupten, dass die Welt noch einen weiteren Ernährungstrend braucht. Der Kuchen in der Variante ist kann seine Tendenz zur Masse nicht verleugnen (über das Thema Kalorien pro Stück schweigt an dieser Stelle des Sängers Höflichkeit 😉 ). Was für künftige Kuchen auf jeden Fall im Auge behalten wird, ist Honig statt Zucker.

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6 Kommentare zu „Steinzeit-Kuchen

  1. Ich bin ja ehrlich gesagt nicht sicher ob es zu der Zeit bereits Schokolade gegeben hat und ob die Kuchen gebacken haben.

    In dem Fall denke ich mehr an Selbstbetrug im Sinne der „Diät“.

    Mächtig kann ich mir bei den Zutaten gut vorstellen, der besteht ja eigentlich nur aus Fett. Ob das gesund ist, bleibt eine andere Frage…

    lg
    Maria

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    1. Selbverständlich gab es zu der Zeit noch keine Schokolade. Es ist halt ein neuer Essenstrend und ich glaube kaum, dass er sehr erfolgreich wäre, würde wirklich nur das Essen aus der Altsteinzeit serviert. Immerhin eine interessante Vorstellung. 😉

      Ansonsten halte ich es mit Paracelsus: Die Dosis macht das Gift. Frei übertragen gilt das auch für Lebensmittel.

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