Tags in`s Museum

Der Museumsbesuch in Sinsheim war schon lange geplant. Immer wenn ich auf der A6 am Technikmuseum vorbeifuhr, nahm ich mir vor, da muss ich auch mal rein, um meine Neugierde zu befriedigen.

Und jetzt im Urlaub war es soweit, den Besuch in die Tat umzusetzen.

Schon auf dem Weg zum Eingang des Museum sprangen mir einige Oldtimer in’s Auge. Zwei NSU Prinz und NSU Spider liesen mein Herz höher schlagen.

 photo museum20sinsheim20919_zpsj3m41hhe.jpg Gleich nach der Kasse stand ich wie vom Donner gerührt!! Oldtimer in allen Farben, Formen und Modellen sprangen mir in’s Auge. Am Liebsten hätte ich jeden einzelne davon eingepackt und mit nach Hause genommen. Neben alten Corvettes, Cadillacs und anderen Ami-Schlitten gabt es auch noch heiße Motorräder, natürlich ebenfalls Oldtimer. Zum Beispiel Schmuckstücke wie dieses Schätzchen hier:

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Ich bzw. wir waren nur am Staunen, Gucken und wußten buchstäblich nicht, wohin wir zuerst hin wollten. Ich war nur noch fasziniert (Mr. Spock lässt grüßen). Schweren Herzens liesen wir diese wundervolle Ansammlung von Oldtimern hinter uns und betraten die Militärabteilung.

 photo f3d10689-cd12-4be9-aed8-f133034687f8_zpsattogu7k.jpg Vieles was hier gezeigt wurde, hatte ich noch nie im Original gesehen. Panzer, Sturmgeschütze, Kanonen und Handfeuerwaffen aus dem ersten und zweiten Weltkrieg gab es da in rauen Mengen. Ich fand die Beschreibung der einzelnen Exponate sehr interessant und informativ. Aber auch Zeitungsausschnitte, Uniformen aller Waffengattungen sowie alltägliche Gebrauchsstücke jener Zeitepochen gab es.

Die Prunkstücke in diesem Bereich waren jedoch zwei riesige Granaten der Kanonenbatterien des Atlantikwalles. Kalliber 40,6, mehr als eine Tonne schwer und fast 1,80 Meter gross. Einfach der Hammer!

Weiter in den hinteren Raum und schon standen wir vor einer wunderschönen riesigen mechanischen Orgel. Natürlich warf ich gleich ’nen Euro ein und wir genossen das herliche Schauspiel, dass leider zu schnell zu Ende war. Hier standen Panzer der 2. Weltkriegsnation in Reih und Glied. Krönung der Halle war ein Pantherpanzer auf einem Podest, der sich mit einer Konsole nach Einwurf einer Münze steuern lies. Für Militaria-Fans ein Muss. Der Himmel (die Hallendecke) hing nicht voller Geigen sondern voller Flugzeuge. Teils restauriert oder so, wie sie gefunden wurden. Aber auch Dampfwalzen und Vorkriegs-Landmaschinen waren hier zu Bestaunen.

 photo museum20sinsheim20951_zpsstr5lcpi.jpg Von hier gelangten wir in den Aussenbereich, der auch mit Panzern aller Art sowie mit mehreren Schiffs-Geschütztürmen bestückt war. Putzig fanden wir zwei kleine Ein-Mann-Beobachtungsbunker aus massiven, dickem Stahl. Aber ganz unter uns – freiwillig wäre ich nicht reingeklettert. 😉

In Deutschland gilt das Kriegswaffengesetz. D.h., Museen wie das Technikmuseum sind verpflichtet, Exponate die mit Krieg bzw. Waffen zu tun haben untauglich zu machen. Z.B. indem die Geschützrohre zuschweißt und bei den Panzern in Türmen und Untergestellen quadratmetergroße Stücke herausgeschnitten werden, damit sie nicht mehr einsatzfähig sind. Auch werden sie fahruntauglich gemacht, d.h. die Motoren werden enfernt. Die herausgeschnittenen Stücke liegen neben den Ausstellungsstücken. Für mich ein besonders interessanter Aspekt der Ausstellung.

Oft genug sieht man Panzer in Dokumentationen oder (Anti-)Kriegsfilmen (z.B. Die Brücke, deutscher Spielfilm von 1959), kann sich über Taktiken und Zerstörungskraft teilweise ein Bild machen. Aber wirklich davor stehen und zu sehen, wie massiv dick die Panzerung war, ist nochmal etwas völlig anderes.

Weiter gings in den nächsten Raum, in dem ein riesiger U-Boot Diesel aufgestellt war. Der war der absolute Wahnsinn!! Davon waren 6 Stück in einem U-Boot. Einfach unglaublich. Auch andere grosse Motore, Motorteile und Baufahrzeuge waren hier aufgestellt. Das Prunkstuck war ein riesiger Raupenbagger,der „Caterpillar“ aus den USA. Gelb und alles beherrschend in diesem Raum. Auch einen abgeschossenen Deutschen Tiger der teilweise ohne Seitenfront war, konnte man bestaunen. Und weiter ging die Show in der nächsten, fussballfeld-grossen Halle. Dazu mussten wir jedoch ein paar Schritte übers Gelände laufen.

 photo 3f9ed80b-e222-4755-bf6d-1fcba1f6e7d1_zpspogqzucb.jpg Zuerst gings hinauf zu den besichtbaren Flugzeugen.

Die Tupolev und die Transall waren der echte Hammer. Besichtigen konnte man sie natürlich, wenn auch mit viel Bergsteigen und einem guten Gleichgewichtssinn. Mir jedenfalls war ganz schön schwummerig wegen der Höhe und der schrägen Aufstellung. Auch die alte „Tante JU 52“ wurde geentert. Das Cockpit von damals war direkt einfach und der Gedanke kam auf, dass die doch fast jeder hätte fliegen können. Ein paar Fotos gemacht und ab gings nach unten ins Schlaraffenland.

Oldtimer aller Fabrikate, Farben und Baujahre reihten sich hier aneinander. Wahnsinns-Karrossen, die das Herz jedes Oldtimer-Fans höher schlagen lassen. Mercedes aller Baujahre bis hin zur 600-ter Staatskarrosse. Teilweise sehr seltene und manchmal auch Einzelstücke, voll restauriert und sogar fahrbereit konnte man bestaunen.

Auch ein bemerkenswertes Schmankerl sind die Elektroautos. Es ist ja noch nicht allzulange her, da redete alle Welt von der tollen neuen Errungenschaft der Automobilwelt. Dem Elektroauto. Die Super-Erfindung der Automobilhersteller. Und dazu noch soviel umweltbewußter als die mit Benzin betriebenen Autos. Darüber wollen wir uns jetzt mal ausschweigen, aber neu ist die Idee keineswegs.

 photo museum20sinsheim20982_zpsaeewrgch.jpg In zweifacher Ausführung tritt das Museum den Gegenbeweis an, dass die Idee eines Elektro-Autos bereits 1900 verfügbar gewesen wäre – nur war die Idee eines Benzinmotors wohl attraktiver.

 photo museum20sinsheim20933_zpsyk9ozwnc.jpgUntertext: Mein Auto 😉

Einen Stingray hätte ich am liebsten rausgeschmuggelt. Schwarz und wild, er hätte zu mir gepasst.

In Glasvitrinen waren alte Kleider und Accessoires des ausgehenden Biedermaiers, also ab 1880 bis 1920 zu sehen. Für uns Steampunk-Fans natürlich ein Muss. Auch waren teilweise die Oldtimer, vor allem die Cabrios mit Schaufensterpuppen der entsprechenden Epoche besetzt. Einfach umwerfend. Highlights ohne Ende.

Zwar waren auf einem Rundumbalkon noch viele Roller und Kleinautos zu sehen, aber die Besuchszeit war abgelaufen. Dieser Besuch war nicht nicht der letzte, das ist klar!

Im Fazit: Unbedingt sehenswert, nicht nur für Technik- oder Autofans. Und auf jeden Fall Zeit mitbringen. 4 Stunden sind das absolute Minimum.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch beim Technikmuseum Sinsheim, dass uns spontan unterstützt hat – auch mit tollem Infomaterial. Dieses wurde ohne Tüte und Klarsichthülle mitgenommen. Für den Anfang eine leichte Übung, ohne Plastik auszukommen. 😉

Zum Abschluß noch ein paar Eckdaten:
Öffnungszeiten jd. Tag von 9 bis 18 Uhr
Eintrittspreise Technikmuseum: Kinder 6 bis 14 Jahre 12 €, Erwachsene 14 € (ohne Kinovorstellung)
Der Großteil des Museums ist barrierefrei. Ausnahmen bilden die Emporen und einige begehbare Ausstellungsstücke wie die Flugzeuge.
Das Museum liegt direkt an der Autobahn A6 (E50) zwischen den Städten Mannheim und Heilbronn, von der Autobahnausfahrt Sinsheim-Süd an ausgeschildert.
Für den ÖPV gibt es in Kombination mit dem Eintritt das VRN-Erlebnisticket.

Links:
Auto & Technikmuseum Sinsheim
Mit der Tante JU kann man übrigens Rundflüge machen. Nun ratet mal, wenn das jucken würde. 😉

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2 Kommentare zu „Tags in`s Museum

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