Weihnachten satt

Von allen Seiten klingt es und drängt es. Kaufen und nochmals kaufen und die angebotenen Geschenke werden immer irrwitziger. Weihnachten hängt einem schon zum Hals raus, bevor es überhaupt begonnen hat.

Zum Glück gibt es noch Möglichkeiten, sich dem ganzen Szenario zu entziehen. Es muss nur ein wenig tiefer gegraben werden.

Ob Weihnachten oder Yule, es ist ein Lichterfest. Völlig egal, ob man die Geburt Christi feiert oder die längste Nacht des Jahres und damit auch, dass es wieder heller wird. Die Tage werden länger und das Leben bahnt sich wieder seinen Weg. Wobei das Dunkle ebenso zum Leben gehört wie das Helle. Und wann schon kann man Kerzen anzünden und sich in ihrem Licht verlieren, wenn nicht gerade in der Winterzeit?

Weihnacht im Singular oder die Weihnachten in der Mehrzahl hat eine lange Geschichte bis zurück in’s 12. Jahrhundert. Entstanden aus dem mittelhochdeutschen Wort Wîhenaht oder in der Mehrzahl Wîhennahten.

Im Einzelnen geht das Grundwort ‚Nacht‘ auf die alt- bzw. mittelhochdeutsche ‚Naht‘ zurück. Das Bestimmungswort ‚Weih‘ ist seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Als mittel- und althochdeutsches ‚Wîhen‘ oder altsächsisches ‚Wihian‘.

Soviel zur Abstammung des Begriffes Weihnachten. Weihnachten entspricht den geweihten Nächten oder auch den heiligen Nächten. Was auch daran zu merken ist, dass der 24.12. gemeinhin als ‚Heiligabend‘ bezeichnet wird. Und die Rauhnächte beginnen gerade in dieser Nacht.

So gesehen, ist man schon mitten in der Zeit um Yule.

Es wird gebacken, gekocht, geputzt, Geschenke werden vorbereitet, Kerzen werden angezündet, manchmal wird Räucherwerk verbrannt (auch außerhalb von Kirchen), Freunde und Familie werden besucht, Altes wird abgeschlossen (auch hier gibt es vielerlei Traditionen z.B. Streit oder Schulden vor Beginn des neuen Jahres aus der Welt zu schaffen). Möglicherweise ist das der eigentliche tiefere Sinn in dem Fest und findet mit den Tagen um Yule seinen Höhepunkt.

Jedenfalls stehe ich dem Fest wieder viel entspannter gegenüber, nachdem ich mir in Erinnerung gerufen habe, wie alt es schon ist. Wesentlich älter als der ganze Einkaufshype, der sich darum entwickelt hat.

Für heute Abend gibt es eine Räuchermischung, die gut zu dieser Zeit passt.

  • Manila-Copal – galt bei den Maya als heilig. Zum Schutz und zur Reinigung, stärkt die Phantasie und Kreativität
  • Dammar – steht im Malaiischen für ‚Licht‘. Hellt die Stimmung auf und bringt Licht in’s Dunkle (auch für die Seele), sorgt für innere Ruhe/Frieden. Ebenfalls für Schutz und Reinigung geeignet. Kann auch die Intuition fördern.
  • Drachenblut – eine sehr starke Räucherung, deswegen nur in geringen Mengen und bevorzugt in Mischungen räuchern. Zum Schutz und zur Reinigung, neutralisiert negative Energien.
  • Salbei – ebenfalls zur Reinigung von negativen Energien und zum Schutz (stärkt die eigenen Abwehrkräfte), fördert Zentrierung auf die innere Mitte und geistige Klarheit, schafft Raum für Neues.
  • Zimt – zum Erden und für den inneren Frieden (Ausgeglichenheit)

 photo Gesammeltebilder568_zpsdea08193.jpg

In dem Sinne ein schönes Fest, egal unter welchem Namen.

Quelle:
Dr. Gerhard Köbler
Onomastik – Was bedeutet Weihnachten?

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5 Kommentare zu „Weihnachten satt

  1. Ein schöner Artikel! Vielen Dank dafür. Es klingt alles recht entspannt und gelassen, genau das richtige Rezept gegen den Rummel und den Hype. Ich wünsche noch einen guten Start ins neue Jahr.

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