Leute, gründet Foodblogs

Oder Bücherblogs, die sich mit Essen beschäftigen. Egal was, Hauptsache ihr bloggt.

Der Grund liegt auf der Hand. Wer einen Blog hat, hat auch (früher oder später) Leser. Und die wollen – versteht sich von selber – auch Lesestoff geliefert bekommen. Also experimentiert man rum, liest neue Bücher (auch solche, die man vorher nie in die Hand bekommen hätte), schmökert sich durch die Bloggerwelt – und hat öfter einmal einen Aha-Effekt. Weil man sich ein bis dato ungeliebtes Lebensmittel aus einer völlig anderen Warte betrachtet.

Ein leises Stimmchen im Hinterkopf flüstert – alle jubeln und loben so sehr den Rhabarber (wahlweise auch Spinat, Bohnen, Grünkern…. was auch immer euer persönlicher Lieblingsfeind aus der Küche ist).

Um der Sache noch ein Krönchen aufzusetzen, lasst euch von einem wohlmeinenden Freund ebenjenes ungeliebtes Gemüse/Obst im Geschenkkorb überreichen. 😉 Dann gibt es keine Ausreden mehr, sich näher damit zu beschäftigen. In der Regel lohnt es sich.

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Bis vor Kurzem kam mir das langstegelige Gemüse nicht über die Schwelle. Ich kannte nur Rhabarber-Blechkuchen mit Streuseln – und die Abneigung war groß. Sehr groß. Über ein Anstandsstückchen ging es nicht hinaus.

Ganz anders jetzt: Wir können die Rhabarberzeit kaum erwarten und würden am Liebsten jede Woche einen Kuchen aus dem Ofen ziehen. Die Liebe geht soweit, daß kürzlich beim Milchbauern auch gleich Rharbarber mitgenommen wurde. Mehr muß wohl nicht gesagt werden?

Nach Europa eingewandert ist der Rhabarber im Lauf des 18. Jahrhunderts aus dem Himalaya. Genauer gesagt, sind die verschiedenen Arten im Kaukasus (Hochgebirge in Eurasien zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer), im Pamirgebirge (Hochgebirge in Zentralasien, gehört zum Dach der Welt) bis in den Himalaya heimisch. Das weitere Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Zentralchina und die Mongolei bis nach Sibirien.

Ein spannendes Pflänzchen mit interessanter Herkunft.

Auch, weil es lt. Wikipedia ca. 60 verschiedene Pflanzen gibt, die zur Gattung Rhabarber gehören. Einge Rhabarbersorten finden auch Verwendung als Heilpflanze. Der chinesische oder Arznei-Rhabarber wird in China seit ca. 4.000 Jahren als Heilpflanze verwendet. In Arabien und im frühzeitlichen Persien wurden ebenfalls verschiedene Rhabarbersorten in der Heilkunde verwendet.

Vielseitig und lecker – was kann man sich mehr wünschen. Höchstens, daß der Kuchen nicht immer so schnell weggenascht wird.

Zutaten:

  • 1 bis 1,5 kg Rharbarber
  • 100 g Butter
  • Ein Pck. Vanillezucker oder Mark einer Vanilleschote
  • 100 g Zucker
  • 5 Eigelb
  • 50 g Stärkemehl
  • Ca. 170 g Mehl (je nach Größe der Eier)
  • 1 bis 1,5 Tl. Backpulver
  • Semmelbrösel nach Bedarf

Für den Eischnee:

  • 120 g Puderzucker (geht auch normaler Zucker)
  • 5 Eiweiß
  • Ca. 1 Eßl. Zimt (nach Geschmack)

Zubereitung:

Rhabarber schälen, in Stücke schneiden und mit 2 – 3 Eßl. Zucker überstreuen. Ruhen lassen und währenddessen den Teig machen.
Butter mit Vanillezucker und Zucker verrühren, als nächstes das Eigelb nach und nach zugeben und vermischen. Anschließend Stärke und Mehl drübersieben, Backpulver zugeben und nochmals mischen. Wenn sich der Teig von der Schüssel sauber löst, kurz nochmal von Hand durchkneten.
Den Mürbteig in eine gefettete Backform (28 cm) verteilen, mit reichlich Semmelbrösel bestreuen.

Wichtig: Den Rhabarber im Sieb abtropfen lassen, bevor ihr ihn auf dem Boden verteilt. Sollten es mehr Rhabarber sein, können auch zwei Lagen eingeschichtet werden. Dann unbedingt zwischen den beiden Lagen nochmals Semmelströsel einstreuen.

40 Min. bei 150° backen (Umluft). Während ihr den Eischnee zubereitet, könnt ihr den Kuchen ruhig aus dem Herd rausnehmen und etwas auskühlen lassen.

Für den Eischnee Eiweis erst steifschlagen, dann Puderzucker zugeben, nochmals steifschlagen und zum Schluß nach Gusto Zimt unterheben. Dann die Masse gleichmäßig auf dem Rhabarber verteilen und nochmal 10 Min. bei 140° backen lassen.

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Und auch wenn’s schwerfällt, erst auskühlen lassen. Sonst könnte sein, daß der Kuchen sich wenig erfreut zeigt und ähnlich wie unserer reagiert – und sich verflüchtigen will. 😉

Wir wünschen guten Appetit.

Weitere Rharbarber-Rezepte:
Rharbarber-Apfel-Kuchen

Info-Ecke:
Deutschlandradio Kultur: Rharbarber, Rharbarber
Wikipedia: Rhabarber (Gattung)

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11 Kommentare zu „Leute, gründet Foodblogs

  1. Jaaaaa! Rhabarber for president! Rhabarber rockt! Hätte ich als Kind auch nie geahnt, aber heute feier ich jedes Rhabarberrezept ab und könnte mich in alles mit Rhabarber reinlegen 😀 VLG aus der Küche

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    1. Lol. Da geht es dir wie uns! Was ich inzwischen alles heiß und innig liebe, womit du mich früher als Kid hättest jagen können. 😉

      Ganz liebe Küchengrüße zurück und schön, dich hier zu lesen.

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  2. Also Rhabarber ist der Knaller – mein Lieblingsgemüse 😉 Als Kind habe ich ihn roh gegessen 😉 Dieses Jahr habe ich die Kombination von Rhabarber und Holunderblüten als unschlagbar entdeckt und in Marmelade umgewandelt. LG und einen wunderbaren Sonntag! Bri

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  3. Klingt unglaublich lecker! Ich bekomme nächste Woche noch einmal Rhabarber 🙂

    Falls Du ein anderes Rezept ausprobieren möchtest, auf meinem Blog gibt es ein Rezept für Rhabarbersirup. Man kann den auch aus den Schalen machen, die übrig bleiben, wenn Du Kuchen bäckst!

    lg
    Maria

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