Fünf Jahre Zaunreiterin

Kaum zu glauben, daß es unseren Blog jetzt schon seit sage und schreibe fünf Jahren gibt. Am 03. August 2011 hat die Zaunreiterin das Licht der Welt entblickt. Und sich – natürlich – in eine völlig andere Richtung entwickelt als geplant.

Angedacht war, über Bücher und vielleicht noch Mittelalter zu schreiben.
Und Heilkräuter, weil die auch ein sehr weitgefaßtes, sprich endloses und spannendes Thema sind. Darüber könnten wir beinah aus dem Stehgreif reden ohne Punkt und Komma.

Dazu kam dann die Frage nach dem ‚Woher‘. Heilkräuter (überhaupt alles an Kräutern oder anderen Nahrungsmitteln) sollten möglichst schadstoffrei sein. Heutzutage ein sehr frommer Wunsch und kaum noch in die Tat umzusetzen. Da ist der Punkt Nachhaltigkeit gepaart mit Regionalität nicht mehr weit. Von dahin bis zur Vermeidung von Plastik ist es dann nur noch ein Katzensprung.

Überhaupt: Wenn man so sieht, was die Plastikindustrie für Stilblüten ausbrütet – jeder halbwegs vernünftige Amtsschimmel würde sich mit Grausen abwenden.

Der nächste Sprung ging dann zum Essen. Eh schon langgeliebt und vieles selber ausprobiert. Wenn man erstmal anfängt, sich durch die vielen Foodblogs und (stellenweise richtig alten) Kochbücher zu schmökern, gibt es kein Halten mehr. Dann wird ausprobiert, variiert, nachgekocht und natürlich auch aufgeschrieben. Was schmeckt und im Idealfall auch mal schnell und lecker geht, muß der Nachwelt erhalten bleiben! Unbedingt, wie wir finden.

Zum Kräuterwissen gehören auch alte Traditionen/altes Wissen. Womit wir auch wieder beim Themenbereich Mittelalter wären. Hildegard von Bingen dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Aber damit ist auch gerade einmal an der Oberfläche gekratzt. Es gibt soviel zu lesen, selber zu erfahren und zu berichten – wir kommen mit schreiben gar nicht hinterher. Nicht nur in diesem Bereich, aber eben auch hier.

Als letzter Punkt kam das Reisen hinzu.
Neue Erfahrungen, andere Kulturen, neue Blickwinkel. Natur, fremde Pflanzen, unbekannte Tiere. Es gibt mehr als ausreichend Punkte, die für das Reisen in andere Länder sprechen. Der Haken an der Sache ist die Nachhaltigkeit, die meistens dem Wunsch nach Reisen entgegensteht. Irgendwie muß es doch möglich sein, diese beiden Punkte unter einen Hut zu bringen! Zumindest einen Versuch ist es wert und die Erfahrungen festzuhalten, erscheint sinnvoll.

Wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist:
Egal wie sehr es versucht wurde, wollte es uns einfach nicht gelingen, den Blog nur auf ein oder zwei Themengebiete zu beschränken. Ohne Zweifel ist Nachhaltigkeit ein Thema mit einigem Gewicht. Trotzdem gibt es auch noch andere Gebiete, die für uns von großem Interesse sind. Neues ausprobieren und zu erfahren ist einfach viel zu spannend, als dass wir uns nur auf einen Punkt festlegen könnten. Wer schon länger mitgelesen hat, erinnert sich vielleicht noch an die (gescheiterten) Versuche, die Zaunreiterin auf wenigere Themengebiete zu beschränken und für weitere Gebiete einen neuen Blog zu gründen. Nach langem Hin und Her wurde der Versuch aufgegeben und es bleibt bei diesem einen Blog. Bis auf Weiteres zumindest. Denn eines haben die letzten Jahre gezeigt: Es kommt immer anders als man denkt. 😉

Wie entstehen die einzelnen Artikel:
Zuerst einmal kommt die Idee. Eine von uns schnappt etwas auf, liest etwas oder entdeckt etwas. Ein Gespräch, ein Bild. Auslösende Möglichkeiten gibt es mehr als reichlich. Dann wird beim Frühstück oder im Biergarten darüber geredet, wie der Artikel aussehen sollte – was unbedingt reinsollte, welche Bilder, usw. Allein die Gespräche sind schon immer sehr spannend und lassen die Funken fliegen.

Dann wird der Artikel ‚zu Papier‘ gebracht, eine Nacht ruhen gelasst zur ‚Reife‘ und am nächsten Tag noch einmal korrekturgelesen, bevor er seinen Weg in den Blog findet.

Soviel zu der Entstehungsgeschichte. Die Rubrik ‚Quergelesen`fällt in dem Monat etwas kürzer aus. Die meiste Zeit wurde nicht im Netz gelesen, sondern im analogen Leben verbracht. Also in Buchform gelesen:

SchwabensommerVorrangig Lokalkolorit. Wer aus der Stuttgarter Gegend kommt und die Geschichte um Stuttgart 21 mitverfolgt hat, wird einiges wiedererkennen. Der eigentliche Krimi ist eher schwer zu erfassen und liest sich stellenweise recht zähflüssig.

Kaiserstraße 12Valentin Senger erzählt seine Geschichte und damit auch die seiner Familie im Frankfurt der 30er Jahre bis zur Machtübernahme der NSDAP. Durch die alltäglichen Erlebnisse fällt es ggl. schwer sich zu erinnern, zu welcher Zeit das Buch spielt. Es ist eine normale Geschichte eines jungen Mannes – bis die trügerische Ruhe fällt.

AuszeitAndreas Hülsmann berichtet über seine persönliche Auszeit zusammen mit Freunden. Südamerika braucht seine Zeit, bis man sich daran gewöhnt. Schön, dass nicht nur die reine Reise, sondern auch die persönlichen Schwierigkeiten zu Wort kommen. Unbedingte Leseempfehlung. Schade nur, daß die im Buch versprochenen Bilder im Netz nicht mehr zu finden sind.

Im Blog wurde über die Möglichkeiten von Hausräucherungen berichtet. Gefolgt von dem persönlichen Geschmackstest, welche Tomaten besser schmecken: Deutsche oder spanische (rein alphabetische Aufzählung).

Einen schönen Rückblick auf das erste Halbjahr verdanken wir der Foto-Blogparade von ‚Erkunde die Welt‘, die zu diesem ‚Top Nine-Beitrag‘ geführt hat.

Außerdem sind wir gerade dabei, unsere Eindrücke von Teneriffa aufzuschreiben. Hier sind noch einige Artikel geplant, also gibt es eine einfache Aufzählung:
1. Teneriffa: Pyramiden, endemische Pflanzen und Giftgarten
2. Die Erfahrung Masca
3. Parque Nacional de las Cañadas del Teide

Im August wurden diverse kleine Museen besucht, die erstaunlich liebevoll gehegt und gepflegt werden. Hut ab davor, was Menschen mit Begeisterung alles auf die Beine stellen können. Keine Ahnung, ob es dafür irgendwelche Zuschüsse von Stadtverwaltungen o.ä. gibt – auf jeden Fall ist die Leistung eine sehr beeindruckende. Leider durfte nicht in allen Museen fotografiert werden. Was sehr schade ist, weil sonst hier in ausführlichere Lobeshymnen nebst Beweisbildern ausgebrochen werden könnte.

So kann ich nur sagen: Wenn es euch einmal nach Sinsheim verschlagen sollte, dann geht in das Stadt- und Freiheitsmuseum und bringt viel Zeit mit! Es gibt wirklich viel zu sehen und zu lesen. U.a. auch Dokumente aus einem Schriftwechsel mit Präsident Lincoln.

In drei miteinaner verbundenen Häusern gibt das Museum einen Einblick in Geschichte, Lebensweise und Kultur vom Kraichgau inkl. der Stadt Sinsheim. Die Anfänge der Archäologie in Süddeutschland, Ur- und Frühgeschichte, keltische und römische Besiedlung über die Zeit als freie Reichsstadt bis hin zur Geschichte im Kaiserreich und der Demokratie-/Freiheitsbewegung um Franz Sigel und Friedrich Hecker (Heckeraufstand 1848) und die Auswanderungen nach Amerika.

Hauptstr. 92
74889 Sinsheim
Tel: 07261-404-950/-952
Eintritt 3,00€; Kinder, Schüler, FSJ, Auzubis, Studenten, Schwerbeh.1,00€;
Mi 14.00-17.00 Uhr, So 11.00-18.00 Uhr

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