Drei Tage Arbeit

Manchmal ist es gut, zu Beginn nicht alles zu wissen.
Hätten wir beispielsweise gewußt, was für eine Knochenarbeit es sein würde, die Hagebutten durch’s Haarsieb zu passieren – wir hätten dankend abgelehnt!

Aber die Früchtchen waren nun einmal gesammelt und wollten auch weiter verarbeitet werden. Sechs Schritte waren dazu notwendig:

1. Ein Spaziergang möglichst abseits der üblichen Straßen und die Hagebutten einsammeln. Geht auch händisch oder wer empfindlicher ist wegen ggl. Stacheln, kann auch eine Schere nehmen.

2. Die Früchte erst nach dem ersten Frost sammeln. Dadurch haben sie mehr Aroma und schmecken auch um Einiges süßer. Wenn der Frost ausbleibt, geht auch ein Aufenthalt im Gefrierfach. Bei uns langte eine Nacht auf dem Balkon, passenderweise kam gerade in der Nacht reichlich Frost.

Hagebutte© by Stefan

3. Zu matschige Früchte oder solche mit schwarzen Stellen aussortieren, den Kopfteil (mit Stengel) abschneiden.
4. Die Hagebutten mit Wasser bedecken und auf halber Flamme weichkochen lassen. Dauert etwa eine bis 1,5 Stunden. Auskühlen lassen und anschließend durch ein feines Haarsieb passieren. Das ist dann auch der Hauptteil an Arbeit. Wir haben auch einen Versuch mit der ‚Flotten Lotte‘ unternommen, den aber schnell wieder verworfen.
5. Das übriggebliebene Wasser vom Weichkochen der Hagebutten zum Mus zugeben und unterrühren.

WICHTIG: Die genaue Menge der Fruchtmasse abwiegen wegen der benötigten Menge an Gelierzucker.

6. Gelierzucker in der Menge 1:1 zugeben (bei 600 g Fruchtmus auch 600 g Zucker) und aufkochen lassen. Hier unbedingt dabei bleiben, die Masse kocht sehr schnell! Noch vier Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen, dann in die vorbereiteten Gläser geben, diese auf den Kopf stellen und mit einem feuchten Küchentuch abdecken.

Fertig und nachdem ich den Topf bis auf den letzten Tropfen ausgeschleckt habe: Die Arbeit hat sich gelohnt und würde hier jederzeit wiederholt werden! 🙂

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5 Kommentare zu „Drei Tage Arbeit

  1. *schmunzel* Gerade heute habe ich beim Blick aus dem Fenster gedacht, dass es für die Hagebutten auch langsam Zeit wird.

    Es stimmt, es ist ne Sauarbeit und „lohnt“ unterm Strich eigentlich nicht. Aber ich finde es soo faszinierend, wie aus den kleinen harten Biestern dann doch das schöne weiche pappige Mus wird. Diese Verwandlung zu erleben, lohnt sich auf jeden Fall!

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    1. Stimmt es war eine elende Arbeit, aber bis zur nächsten Ernte ist ja genug Zeit die Mühe zu vergessen. 😉 Die Marmelade ist jedenfalls die Leckerste, die ich jemals gekostet habe. Unter dem Gesichtspunkt lohnt es sich auf jeden Fall. 🙂

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