Zeit statt Zeug

Yule / Weihnachten naht und damit auch unweigerlich die Frage, was soll geschenkt werden? Auf keinen Fall nur irgendein Gruscht, der dann ungenutzt in irgendeinem Winkel vergammelt.

Das will jetzt nicht heißen, daß gar nichts mehr geschenkt/gekauft wird (man beachte die Reihenfolge) aber sehr viel handverlesener. Wie immer – Bücher sind die eine große Ausnahme, aber auch hier wird inzwischen genauer gesiebt. So schade es ist, die Massen an Neuerscheinungen sind weit über jede faßbare Grenze hinaus.

Also schenken, ja, gerne, wenn es wirklich Freude macht, genutzt wird und nicht nur ein Verlegensheitskauf ist, weil ’sich das eben so gehört‘.

Überhaupt – schenken ist ziemlich jahreszeitlich unabhängig.
Warum wird dann gerade in der kalten Zeit geschenkt? Zuerst einmal die klassische Antwort, ‚weil Weihnachten ist.‘
Aber warum gerade dann? Weil die drei Weisen aus dem Morgenland Gaben wie Gold, Weihrauch und Myrrhe mitgebracht haben (die übrigens keine Könige waren und ob es sie in der propagandierten Weise gab, lassen wir einmal dahingestellt).

Also Geschenke in Erinnerung daran, saß sich drei weise Männer auf den Weg gemacht haben, um die Geburt eines Kindes zu würdigen und seinen Eltern stellvertretend Geschenke zu bringen.

Etwas weiter zurück leitet sich der Brauch von vorchristlichen sprich heidnischen Traditionen ab. Am Ehesten wird angenommen, daß sich die Sitte der weihnachtlichen Geschenke von den römischen Saturnalien ableitet (die in ihrem Ablauf übrigens recht umstritten sind), an denen auch Geschenke verteilt wurden.

Advent© by Gerard Stolk

Schenken also ja, immer gern und auch gern oft. Warum nicht einem Menschen eine Freude machen? Nur bitte dabei nicht in den Kaufrausch-Wahn verfallen, der einem von allen Seiten aufgedrückt werden soll. Ganz besonders ärgerlich ist in dem Zusammenhang der unmögliche ‚black friday‘, der jetzt auch schon hier Fuß fassen will und sich mit den ersten Spam-Mails unbeliebt macht. Meine 5 Cents dazu: Ignorieren.

Zeit statt Zeug bietet als Gegenpol dazu einige Alternativen, die mir gut gefallen. Ich habe mich selber durch die Seite geschmöckert und einige tolle Anregungen dort gefunden:

Nichts dagegen, sich ein Buch schenken zu lassen. Aber was spricht dagegen, sich dann auch mit dem Beschenkten zu einem Leseabend zu treffen und bei einem Glas Wein vorzulesen oder über das Gelesene Meinungen auszutauschen?

Oder Wolle mitzubrigen, zusammen mit einem selbstgestaltenen Gutschein für einen Strickkurs/Strickabend?

Kräuter/Früchte/Pilze sammeln und dann ein gemeinsamer Kochabend?

Einen Nachtspaziergang und Mond/Sterne bewundern?

Oder einen Kinobesuch/ein Konzertbesuch oder oder oder?

Die Reihe liese sich beliebig fortsetzen und beim Durchschmökern waren auch schon viele Sachen dabei, die in dem Jahr gemacht wurden und für viel Freude gesorgt haben. 🙂

Und nicht vergessen: Gutsle backen oder Adventskränze binden. 😉

Vielleicht möchtet ihr uns auch eure Ideen dazu verraten? Wir würden uns freuen, eure Gedanken zu hören. 🙂

Es ist wie es immer ist:

Erst kommt der Beitrag und dann der Gedanke:

Das könnte doch zu EiNaB passen.

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11 Kommentare zu „Zeit statt Zeug

  1. Wir drei Schwestern schenken uns seit Jahren nichts mehr (offiziell)
    Und dann kommt auf einmal doch ein Päckchen an, weil einer von den „wir wolle uns nix mehr schenke“ Leuten auf einmal doch Lust dazu hatten zu schenken, da sie spontan etwas fanden was für den Beschenkten passte.

    Und dann steht der Beschenkte mit ’nem dummen Gesicht rum und denkt sich: mei und ich hab gar nischt gemacht und hat ein schlechtes Gewissen…..

    Wir drei Schwestern haben dabei wundervolle Erfahrungen gemacht, nämlich wie sehr unser Schenken in eine Verpflichtung ausgeartet ist; dabei ist ein Geschenk etwas was keine Gegenleistung benötigt, denn sonst wäre es ja kein Geschenk.

    Ein Geschenk kommt aus einem liebevollen Herzen und Seele, schnekt nicht weil er/sie/es gefallen möchte, sondern der Freude jemand Anderen erfreuen zu können.

    Letztes jahr hab ich aus eine Laune und viel Zeit lauter kleine Dinge verschenkt, nicht viel, aber jeder bekam etwas…..und es waren viele Erwachsene und Kinder dabei.
    Dies Jahr zwar viel Zeit, aber null Lust, müsste mich dazu quälen, also lasse ich es lieber, kommt eh nix bei rum.
    Und genau diesmal bekomme ich ein liebevoll gepacktes Geschenk von der Schwester….hab mich total gefreut darüber.

    Nun gut, man kann natürlich auch mit seinem Geschenk mal daneben liegen, dann hat man halt was für einen gemeinsamen Schrottwichtelabend mit guten Freunden und viel Gelächter……hab ich grad erlebt letztens in einem Lokal, was hatten die Menschen eine Freude, und ich auch, hab herzlichst mitgelacht.

    Danke für dieses Erinnern was Schenken bedeutet und für die schönen Ideen hier ❤

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  2. Hallo Rabin,
    in diesem Jahr fand ich die Werbung für den Black Friday und dann den drauf folgenden Cyber Monday oder wie man ihn nannte besonders aufdringlich. Beide Tage sind an mir vorübergegangen. Wenn schon Geschenk online kaufen, dann doch nicht, weil es an dem Tag grad 70% Rabatt gab, sondern weil es gerade das ist, was ich schenken wollte. Ich hab auch was Schönes gefunden, Safran aus Afghanistan (https://verrueckteshuhn.wordpress.com/2016/11/27/safran-statt-opium-was-verkauft-conflict-food/). Ist gestern angekommen und in der Verpackung auch wirklich als schickes Weihnachtsgeschenk geeignet 😉
    Aber einfach Zeit verbringen ist natürlich auch das allerbeste. Bei uns kommen auch verschenkte Kinderbetreuungsabende und gemeinsame Ausflüge auch immer häufiger unter den Tannenbaum/auf den Geburtstagstisch.
    Liebe Grüße,
    Marlene

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    1. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. 🙂 Die ominösen Super-Verkaufstage sind vor allem eins – lästig. Wenn schon kaufen, dann muss es auch wirklich gefallen. Oder schmecken – mein favorisierter Käsehändler ist wieder vor Ort und ich habe schon eifrig zugeschlagen. Geräucherter Büffelmozarella und mittelalter Bergkäse mit Heublumen 🙂 🙂 Solche Sachen lassen sich auch super verschenken für den gemeinsamen Schlemmerabend. 😉

      Wie bist du btw. auf dieses Startup gestoßen?

      LG und einen schönen Abend,

      Rabin

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    1. Hallo Maria,
      freu mich immer über deine Kommentare. 🙂 Eine schöne Mischung aus selber machen mit Zeit und (ausgewählten) Käufen von Dingen, die man vielleicht nicht selber machen kann (wie Bücher z.B. 😉 ) – halte ich für eine ausgewogene Mischung.

      Wirst du uns verraten, was du so an Zeit-Ideen hast?

      LG und du hattest hoffentlich einen schönen ersten Advent,

      Rabin

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      1. Hallo Rabin!

        Meine Tochter bekommt nun schon das dritte Jahre „Weihnachtskekse backen“ als Geschenk.

        Sie hat eine eigene Wohnung, aber nur eine winzige Küche ohne Backrohr.

        Daher lade ich sie zum Kekse backen ein. Besorge die Zutaten und wir backen gemeinsam ganz viele Kekse ganz nach ihren Vorstellungen.

        Das sind 1-2 wunderschöne gemeinsame Nachmittage und ein schönes Geschenk finde ich.

        lg
        Maria

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