Blausteinkriege 2 – Ein Sturm aus dem Süden

Blausteinkriege 2 – Ein Sturm aus dem Süden von T.S. Orgel
Flexibler Einband, 640 Seiten
Erstausgabe vom 11.10.2016
Heyne Verlag
ISBN: 9783453317062

Zu Ende gelesen wurde der 2. Teil der Blausteinkriege und im Grunde kann man sich nicht beklagen: Den Brüdern Orgel ist es wieder perfekt gelungen, uns in der Schwebe zu halten. Kaum jemand (eigentlich keiner) lässt sich in die Karten schauen und ich möchte darauf schwören, daß keiner der Protagonisten ohne eine weitere tief verborgene Seite auskommt. Und daß jemand tot ist, muß nichts heißen.

Erwartet hier nicht die klassische oder gewohnte Fantasy. Wenn ich einen Begriff dafür verwenden müsste, dann wäre es ‚politische Fantasy‘.

Jeder – und ich meine absolut jeder – verfolgt seine eigenen Ziele und ist durchaus bereit, dafür über Leichen zu gehen. Nicht im sonst üblichen Sinne, mit dem Schwert in der Hand oder Gift, Dolch und die eher erwarteten Mittel einer Fantasy-Geschichte. Im Gegenteil, hier wird intrigiert, Absprachen unter der Hand werden getroffen und wieder gebrochen. Je nach dem persönlichen Vorteil. Ein waghalsiger Eiertanz auf dem glatten Parkett des Hofes von Berun – und gleichzeitig weitab im Macouban ein Wettrennen gegen die Zeit und gegen verschiedene Interessensparteien.

Es wird nach Herzenslust betrogen und gelogen – bis in die engsten Familienkreise hinein.

Und obwohl bereits der 2. Band gelesen wurde, ist es noch immer nicht absehbar, wohin die Geschichte führen wird. Die ersten Anzeichen machen sich zwar bemerkbar – Beruns Herrscher zeigt eine unerwartete Seite und der Gedanke geistert herum, ob er möglicherweise doch noch eine wichtigere Rolle bekommen wird als die eines Schwächlings auf dem Thron. Halsstarrige ehrenvolle Ritter fangen an, über so einiges nachzudenken – nicht zuletzt ihre eigenen Überzeugungen. Gedungene Auftragsmörder sehen ihr Arbeitsverhältnis überraschend beendet und wenden sich neuen Arbeitgebern zu.

Selten, genau genommen noch nie ist mir ein derart pragmatisches Buch untergekommen. Was getan werden muß, wird getan. Und wenn sich die Umstände ändern, dann paßt man sich eben an. Und überlebt so gut wie möglich.

Glaubt nicht, daß sich das Buch mal eben so lesen lässt. Dazu sind die Charaktere zu vielschichtig und weigern sich nachhaltig, sich in die Karten schauen zu lassen. Und selbst, wenn man einen lange erhofften Blick hinter die Kulissen der Ränkespiele erhält – wer weiß, ob das Gesehene letztendlich wirklich so bleibt und sich nicht in naher Zukunft noch ändern wird.

Es bleiben ja nicht einmal die Toten wirklich tot.
Letztendlich ist also nur eines gewiß: Das man nichts als ’sicher‘ annehmen kann.

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