Hägala-Gschichdla 2

Weiter geht’s mit den Hagebüttchen, die es ganz schön in sich haben – nicht nur vom Aroma her. Für neu hinzugekommene Leser gibt es hier den ersten Teil zum Schmökern.

Als Erstes die Vitamine, die schon ein extra Plätzchen verdienen:
A für Augen, Haare, Haut, Knochen und Zähne.
B1 für gute Nerven (und wer braucht die nicht),
B2, 3 und 6 für den Stoffwechsel,
B5 für den (Zwischen-)Stoffwechsel (Hauptbestandteil von Coenzym A)
E schützt als Antioxidans vor freien Radikalen.

Der Mineralstoffgehalt ist auch nicht von schlechten Eltern: Da wären beispielsweise Calcium,Kalium, Eisen, Magnesium und Natrium.

Dazu gibt es ätherische Öle, Karotin, Pektin, Apfel- und Fruchtsäuren, Gerbstoffe und Vitamin C (davon besonders viel, je nach Sorte bis 1.500 mg/100 g in frischen Früchten.Bei einigen Sorten kann der Vitamin C-Gehalt bis zu 5.000 mg reichen. Der Haken dabei ist, daß Vitamin C nur begrenzt hitzebeständig ist.

Die Liste an Inhaltsstoffen ist sehr umfangreich und zumindest im Netz stellenweise sehr unterschiedlich. Deswegen sind die oben gemachten Angaben keinesfalls vollständig.

Die Hagenbuttenkerne haben übrigens auch einiges in Petto: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Phospholipide, Aminosäuren um nur ein paar aufzuführen. Hier sind auch noch einige Experimente geplant, wenn uns wieder Hägala in’s Haus schneien werden.

Sind die Nüsschen entfernt, lassen sich die Hagebutten auch roh vernaschen. Hier gilt die Faustregel: Je mehr Frost, desto süßer und aromatischer. Im Bedarfsfall kann das Gefrierfach aushelfen.

Zu finden sind die Allrounder bis in das Frühjahr hinein. Immer unter der Voraussetzung, Vögel und andere Kenner aus der Tierwelt haben sie vorher nicht weggenascht.

Die Verwendungsmöglichkeiten gehen ebenfalls weit über Mus oder Gsälz hinaus. Meine bevorzugte Variation sind die gefüllten Faschingskrapfen, die auch bald wieder Saison haben werden.

Ein paar historische Funde sind doch noch aufgetaucht, wenn auch nur zum Teil zur Hagebutte. Ganz ohne die Rose geht es eben doch nicht. 😉

Rosen gibt es nach Recherche bereits seit der oberen Kreidezeit (vor 100 bis 65 Millionen Jahren).

In Europa sind Fossilfunde der Rose aus dem mittleren Oligozän (vor etwa 36 bis 24 Millionen Jahren) bis Pliozän ( vor etwa 5,3 bis 2,5 Mio. Jahren
bekannt. Nüsschen sind ab dem unteren Oligozän bekannt.

Rosa lignitum.jpg© by Michael Wolf

Die Pfahlbauern sammelten bereits Hagebutten, es wurden Samen in spätneolithischen Pfahlbauten (3500 bis 2800 v. Chr.) gefunden

Ein noch lebendes Exemplar der Rosa canina wächst an der Außenwand der Grabkapelle vom Hildesheimer Dom, der bereits in einer Urkunde aus dem 11. Jahrhundert erwähnt wird und auf ein Alter von mind. 700 Jahren geschätzt wird.

Hildesheim Rosenstock 1© by Paulis

Info-Ecke:
Monumente Online: Der Rosenstock am Hildesheimer Dom

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