Früh-Sommer-Lesen Anno 2014

Eine kleine Zeitreise in den Frühsommer 2014, damals war die Zaunreiterin gerade einmal knappe drei Jahre alt. Seitdem hat sich einiges getan, auch in Bezug auf Bücher. Umso interessanter ist also ein Leserückblick für uns – und vielleicht auch für euch:

So langsam macht mir dieser Rückblick richtig Spaß. Zu sehen, was man gelesen hat und ein kleines Resümee ziehen, was gefiel und was gefiel nicht. Es ist einfach interessant, die Lesemomente der letzten Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen. Und auch die vorzustellen, die es (noch) nicht bis zur Rezension geschafft haben. Lesen ist manchmal doch einfacher, als über das Gelesene zu schreiben. Besonders jetzt – alles ist am Wachsen, Früchte, Kräuter und in der Sonne sitzen mit Eis oder im befreundeten Garten.

Sehr verlockend – aber gelesen wurde trotzdem und auch einige spannende Gespräche wieder geführt. Was ist nun besser – ein (gutes) Buch zu lesen oder die Gespräche, die sich daraus ergeben…? Im Idealfall spielt beides zusammen.

Im April habe ich vier Bücher ganz durch gelesen – und mindestens ebensoviele angefangen, die noch darauf warten, ihre Geschichte zu Ende zu erzählen.


Dalmore Jazz von Mara Laue
Weitab der CSI-geprägten Norm. Auch hier wird gemordet und dass nicht zu knapp. Aber der Mord drängt sich nicht bluttriefend in den Vordergrund. Vielmehr ist es eine spannende Symbiose mit der Geschichte um die Privatermittlerin Rowan Lockhart, eine Flasche Whisky und auch einigen sehr aktuellen Zeitgeschehnissen. Ein sicherer Fall für mein Bücherregal.

Das Geheimnis des SpiegelmachersDas Geheimnis des Spiegelmachers von Antoinette Lühmann

Eine geheimnisvolle Gilde kommt nach Amsterdam und bringt neues Wissen mit sich. Kunstvolle Tücher, Glaskugeln und Spiegel – Handwerk, wie es sonst keiner versteht. Und das auch viele Tote mit sich bringt. Die Idee ist spannend, aber auch stellenweise wirr durch die Sprünge zwischen Amsterdam und London. Richtig in die Charaktere reinfühlen konnte ich mich nicht. Und hätte neben der Auflösung vieles genauer wissen wollen. Ganz besonders über die Herstellung der todbringenden ‚Artefakte‘.


Das Huhn, das vom Fliegen träumte von Sun-mi Hwang
Meine erste Fabel seit Langem. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mich mit dem Buch anfreunden konnte. Auf jeden Fall ein hochphilosophisches Buch, dass zu einigem Denken anregt.

Unbedingt lesenswert.

Frauen und Bücher von Stefan Bollmann

Am Besten liest man dieses Buch mit einem Kunst-Lexikon neben sich. In aller Ruhe unter Ausschluß jeglicher Öffentlichkeit. Und nie mehr als zwei oder drei Kapitel. Damit noch genug Zeit bleibt, darüber nachzudenken. Das Buch macht neugierig auf die (genannten) Frauen. Wie wurde früher gelesen?

Ein Buch, dass mindestens zwei, noch besser drei Mal gelesen werden sollte.

Der Februar war besonders ruhig. Gerade einmal zwei Bücher, mehr nicht:


Dachdecker wollt ich eh nicht werden von Raul Krauthausen
Ein Buch mit viel Stoff zum Nachdenken. Und mehr kann auch nicht gesagt werden. Es lohnt sich unbedingt zu lesen.

Mein diesmonatiges Highlight.
Das es vermutlich auch wäre, hätte ich mehr Bücher gelesen.

Am Horizont die Freiheit von Jorge Molist

Gut und ausführlich recherchiert, auch sehr detalliert über das Leben der damalige Zeit geschrieben. Richtig in die Geschichte gezogen werde ich nicht. Die Handlungen könnten nachvollziehbarer sein, so bleibt viel Erklärungsbedarf. Die Spannung, unbedingt weiter lesen zu wollen, hielt sich in Grenzen. Zumindest, so weit ich mit dem Buch gekommen bin.

Aus heutiger Sicht würde ich mir eine ausgewogenere Erzählung zwischen historischen Details und Geschichtsentwicklung wünschen. Schade um das verschenkte Potential.

Im März ging es ähnlich ruhig weiter. Es wurden zwar mehr Bücher angefangen, wegen schönem Wetter wurden die meisten allerdings in den April mitgenommen.


Agnes unter den Wölffen von Asta Scheib
Die Protagonisten entsprechen ziemlich den Klischees und beim Lesen beschleicht öfter der Gedanke, eher eine Art ‚religiösen Wegweiser‘ als einen Jugendroman vor sich zu haben.

Das Ende der (besten?) Freundin wird auch vorabgenommen und nimmt damit einen Großteil der Spannung aus der Geschichte.

Der Gottbettler von Michael Marcus Thurner

Die Sprache ist brutal, direkt ohne die geringste Form der Abmilderung und paßt damit genau in das vom Krieg überzogene Land.

Krieg, um den Frieden zu gewährleisten.
Ein altbewährtes Thema, allerdings ganz anders aufgezogen als in den meisten Fantasy-Romanen üblich. Der einzige massive Schönheitsfleck ist der, daß die Vergangenheit der handelnen Charaktere für meinen Geschmack zu viele Fragen offen lassen. Mit der Greifbarkeit eines Protagonisten steht oder fällt auch seine Geschichte.

Soweit vorhanden, sind Rezensionen unter Buchtitel und Autorenseiten unter dem jeweiligen Namen verlinkt. Mindestens eine weitere Rezension wird noch folgen.

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