Essen in Japan

Oishii Essen in Japan© Lindenmuseum Stuttgart

Ein Besuch im Lindenmuseum Stuttgart zur Ausstellung Oishii! Essen in Japan war schon einige Zeit geplant und am Samstag konnte das Vorhaben endlich in die Tat umgesetzt werden.

Am Liebsten wären wir mindestens 1 x die Woche in’s Museum gegangen, um den ganzen Veranstaltungen rund um die Ausstellung folgen zu können:

Ein Vortrag über Sake als heiligen Trank und Genußmittel.
Japanische Kochkurse
Ikebana-Kurse
Kuratorenführungen
oder die lange Nacht der Museen.

Zu erleben gab es wirklich mehr als genug.

Würde das Lindenmuseum direkt vor der Haustür stehen – hätten wir uns vermutlich eine Dauerkarte geholt und einige Abende dort verbracht. So waren es doch immerhin knappe 3,5 Stunden.

Klassisches japanisches Essen.
Das bedeutet Sushi, Ramen, Wagyu, Fisch. Und Reis natürlich.

Verschiedene Sushi-Varianten

Essen ist weit mehr. Genau das zeigt die Ausstellung – und im Rückblick gesehen wurde viel mehr gezeigt, als auf einmal zu erfassen war.

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Siehe Tee, Porzellanschalen (die schon für sich allein kleine Meisterwerke waren), Verarbeitung (Fermentierung) von Reis und anderen Lebensmitteln. Nicht zu vergessen den Reisanbau sowie Fischfang und uns bis vor der Ausstellung unbekannte Gemüsesorten.

Oder die Ernte und Weiterverarbeitung von Seetang, der seine Verwendung nicht nur im Sushi findet.

Die Ausstellung in wenige Worte zusammengefaßt:
Viel Neues und unterschiedlichste Aspekte, die mit Essen zusammenspielen.

Kultur, Leben, Mythologie, regionale Unterschiede, Herstellungsverfahren, Erfindungen (Instant-Gerichte mit Sobanudeln), Geschmacksrichtungen (Umami)…

Die Ama – Taucherinnen, die bis vor wenigen Jahren ohne Schutzkleidung oder Tauchgerät in der Tiefe Algen und Meeresfrüchten sammeln.

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Oder der Fuchs (Kitsune) als Begleiter der Vegetationsgötter, an deren Schreinen Reisgaben hinterlegt wurden.

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Die Sakeherstellung und die vielen verschiedenen Sorten je nach Region und Herstellungsverfahren. Ähnlich wie beim Wein versteht sich Sake als Sammelbegriff, unter dem es viel zu entdecken gibt. Vom Herstellungsverfahren her lässt sich der Sake eher mit Bier vergleichen, da er ebenfalls gebraut wird.

Die beiden wundervoll gearbeiteten Sakefässer weckten sofort Interesse und waren eines der schönsten Exponate der Ausstellung
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Kunstvoll mit Bändern und Ornamenten geschmückt könnte ihre eigentliche Verwendung fast zur Gänze in den Hintergrund treten.

Schön wäre es gewesen, hier eine Möglichkeit zum Kosten und Vergleichen der Aromen zu haben. Vielleicht der einzige Punkt, der mir bei einer Ausstellung über Essenskultur gefehlt hat. Einen Teil der vorgestellten Lebensmittel nicht nur sehen, sondern auch schmecken zu können.

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Auch der große Raum kurz vor dem Ende der Ausstellung war ein besonderer Hingucker! Die Decke war mit hunderten LED’s bestückt, die einen blühenden Kirschbaum darstellten. Auch an den vier Seitenflächen waren blühende Kirschbäume in charakteristischen Landschaften Japans zu sehen.

Einfach umwerfend und sehenswert.

Ein Tipp für künftige Ausstellungen:
Sucht euch eine Führung mit einem Kurator. Dort gibt es mehr zu erfahren, als auf den Schautafeln geschrieben steht. Und die Möglichkeiten, eigene Fragen zu stellen.

Beim Museumsshop gibt es eine Spendenbox für Führungen für Erwachsene und für Kinder/Schulklassen. Und wer schonmal nur mit einem Tongerät bewaffnet durch eine Museum gelaufen ist, weiß vielleicht, warum diese Variante klar bevorzugt wird.

Ebenfalls im Museumsshop sind wir auch noch eine ganze Weile hängengeblieben. Zum Einen wegen der Fachsimpelei mit Herrn Sarimehmet (falls er hier einmal vorbeischneit. Vielen Dank für die Beratung und die Tipps – beides hat uns viel Spaß gemacht) und wegen der zur Ausstellung passenden Bücher.

Drei Bücher haben bei der Gelegenheit den Rückweg mit angetreten:

Mochi (japanisches Konfekt) vom Hädecke Verlag, der bzgl. Kochbüchern schon länger zu den Favoriten gehört.
Die Graphic Novel ‚Vertraute Fremde‘ vom Carlsen Verlag
Und das Buch/Bildband Oishii! Essen in Japan, daß vom Lindenmuseum zur Ausstellung herausgegeben wurde.

Von dem Bildband hat uns das Museum zwei Exemplare zur Verfügung gestellt. Zuerst wollten wir auf den 2. Band verzichten. Spontan beim Gespräch im Shop kam dann die Idee auf: Warum sollten wir das Buch nicht weitergeben?

Und hier kommt ihr in’s Spiel:
Wir verlosen den 224 Seiten starken Band, der viele Exponate der Ausstellung zeigt und auch die japanische Eßkultur samt der teilweise oben erwähnten Lebensmittel näher beleuchtet.

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Zur Leseprobe geht es hier lang – für den Fall, daß ihr nachsehen wollt, was euch erwartet.

Die Preisfrage: Welche japanische Gerichte sind eure liebsten oder welche würdet ihr gerne einmal selber kochen?

Kommentare könnt ihr bis einschließlich 02.05.2017 abgeben. Danach kommen alle Kommentare in einen Topf und die Glücksfee wird einen rausfischen, der dann max. eine Woche Zeit hat, uns mitzuteilen, wohin das Buch geschickt werden soll.

Zum Abschluß bedanken wir uns noch ganz besonders beim Lindenmuseum und seinen Mitarbeitern, für die freundliche Unterstützung und die netten Gespräche.

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8 Kommentare zu „Essen in Japan

  1. Mein japanisches Lieblingsessen ist Karaage. Das habe ich zuletzt vor Jahren in Berlin gegessen. Ich möchte unbedingt mal Katsudon nachkochen. Und im süßen Bereich Mochi und Dango Daikazoku.

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  2. Da es hier so gut wie keine wirklich authentischen japanischen Restaurants gibt, habe ich viele Gerichte noch nie probiert und kann daher gar keine Favoriten auswählen. Aber ich liebe Sushi und Misosuppe. Besonders gern würde ich tatsächlich mal Mochi machen und zwar ganz traditionelle mit Anko. Und ich versuche schon eine Weile mal an Furikake zu kommen.

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    1. Ob es im deutschen Sprachraum viele authentische japanische Restaurants gibt, wage ich inzwischen zu bezweifeln. Misosuppe liebe ich auch heiß und innig – und Ramen und Edamame. 😉 Mit Mochi gibt es noch keinerlei Erfahrungen. Aber wenn wir uns mal daran rangewagt haben, werde ich berichten. .)

      LG und noch ein schönes verlängertes Wochennde.

      (und danke für deinen Kommentar 🙂 )

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  3. Ich hab erst nicht geanwortet, weil ich dachte, ich lass anderen den Vortritt als alter Hase. Mein japanisches Lieblingsessen ist wahrscheinlich Yakiniku, ich mag auch die Küche von Okinawa sehr (sie ist wie eine Mischung aus japanischer und chinesischer Kochkunst).
    Fast alles, was ich mal kochen wollte, hab ich schon ausprobiert. 🙂 Wirklich schwierig ist eine gute Ramen-Suppe, weil sie so lange Kochzeit brauchen und sie eigentlich besser schmeckt, wenn man einen riesigen Topf hat. Gestern habe ich Nikujaga gekocht; eine Hausmansskost, die eigentlich immer gut ankommt. Wenn ich Gäste habe, die noch nie japanisch gegessen haben, mache ich das oft.

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    1. Ich freu mich jedenfalls sehr über deinen Kommentar und vielleicht lockt es ja die jüngeren Hasen zum Nachziehen. 😉 Yakiniku kenne ich nur in der Theorie – wenn ich nichts verwechsel, sind das diese speziellen am Tisch gegrillten Gerichte?

      Nikujaga erinnert mich an Gaisburger Marsch, mal von den Spätzle abgesehen. vielleicht sollten wir das auch mal vesuchen. Ramen ist auf jeden Fall immer lecker und die lange Kochzeit wert. Und man kann so herrlich variieren 🙂

      Auch dir vielen Dank für deinen Kommentar und noch ein schönes Wochenende.

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