Und was gab’s im Mai?

Dass erst jetzt über den Mai berichtet wird, zeigt deutlich was es gab: Garten, Garten und nochmals Garten. Auch Biergarten. 😉

Überhaupt gibt es eine Vielzahl der unterschiedlichsten Gärten und jeder hat seine ganz eigene Art, die ihn auszeichnet.

Die Schrebergärten laufen seit dem 19. Jahrhundert unter verschiedensten Namen – Strebergärten, Kleingärten, Familiengärten.

Schrebergarten Ein Wiener Schrebergarten, © Alex Barth

Klostergärten finden ihre Ursprünge im Mittelalter als monastischer / klösterlicher Selbstversorgungsgarten zusammen mit einem Bereich für Pflanzen- und Heilkunde im Speziellen. In dem geschützen Umfeld konnten auch Pflanzen gedeihen, die in der unwirtlicheren Natur außerhalb des Gartens nur begrenzte Chancen gehabt hätten.

Blaubeuren Kreuzgarten 2Kreuzgarten Kloster Blaubeuren, © Andreas Praefcke

Wie der Name schon sagt, sind Bauerngärten – zumindest bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts – von Bauern angelegte Nutzgärten. Nutz- und evtl. Heilpflanzen haben hier Vorrang vor reinen Ziergewächsen. Bauerngärten des 18. und 19. Jahrhunderts hatten den einzigen Zweck, zur Selbstversorgung Obst, Gemüse und Kräuter anzubauen und waren demzufolge unter dem Blickwinkel der bestmöglichen Nutzung angelegt. Die viereckig angelegten Beete sowie Kreuzwege wurden aus den Klostergärten übernommen.

Garten Vogtsbauernhof Schwarzwald
Bauerngarten im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof/Schwarzwald
© Metzner [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Steingärten beinhalten keineswegs nur Steine, wie der Name irreführend vermuten lässt. Vielmehr werden Stein und Kies so arrangiert, dass sich daraus ein harmonisches Miteinander der einzelnen Elemente ergibt. Das kann nur mit Steinen, aber auch zusammen mit Gebirgspflanzen und/oder Pflanzen mit geringem Wassserbedarf geschehen. Beispielsweise Sukkulenten oder Dachwurze.

Ryogenin, Subtemple of Daitokuji, Kyoto© by Chrisian Kaden

Kare-san-sui (jap. 枯山水, dt. „trockene Landschaft“ bzw. 涸山水 „ausgetrocknete Landschaft“), auch Kasansui (仮山水 „unechte Landschaft“), Furusansui (故山水 „alte Landschaft“) oder Arasensui (乾泉水 „Trockenteich“), ist ein japanischer Steingarten, eine Sonderform des japanischen Gartens. Diese im Deutschen umgangssprachlich häufig Zengarten genannte Gartenform bezeichnet man auch als „Trockengarten“ oder „Trockenlandschaftsgarten“, da sie lediglich aus Kies, Steinen und Felsbrocken besteht. Mit Ausnahme von Moos werden keine Pflanzen verwendet. Wasser ist durch wellenförmige Strukturen in Kies- oder Sandflächen angedeutet.
Quelle: Wikipedia

Ryoginan, subtemple of Tofukuji, Kyoto© by Chrisian Kaden

Beim italienischen Garten geht es darum, Haus und Garten in eine harmonische Beziehung im Zusammenspiel mit der umgebenden Landschaft zu bringen. Im Idealfall bildet sich daraus eine Einheit im Zusammenspiel aus Symmetrien und Proportionen. Ästhetik hat hier Vorrang vor der Nützlichkeit. Weswegen sich je nach Größe Brunnen, Teiche oder Wasserspiele finden lassen. Typisch für diese Gartenform sind immergrüne Gewächse oder auch südländische Pflanzen wie Oleander oder Zitrusgewächse.

Italienischer Renaissance Garten© Sven Hartwigsen

Neben den vorgestellten Beispielen tummeln sich noch Hausgärten, Obstgärten, Spaliergärten, Kräutergärten, Schattengärten, Versuchsgärten und bestimmt noch einige mehr.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Jeder Ausflug in den Garten ist eine kleine Reise für sich – in eine andere Welt, die im Idealfall um Einiges stiller ist als nur wenige Meter weiter im anliegenden Ort. Oder wann habt ihr in der letzten Zeit noch Grillen in der Abenddämmerung und vielstimmiges Vogelgezwitscher gehört?

Dazu setzt im Garten angenehmerweise jede Zeit aus. Ist einfach nicht mehr existent und man kann in aller Ruhe die Seele baumeln lassen, im Garten vor sich hin arbeiten oder den Pflanzen beim Wachsen zusehen. Zurück meldet sich die Zeit erst dann wieder, wenn man den Garten verlässt und irgendwo auf eine Uhr blickt. Was nach meiner Meinung tunlichst zu vermeiden wäre.

Kurz: So ein Garten ist der ideale Kurzurlaub. Je abgelegener von allem, umso idealer.

Der eine große Nachteil an dem Urlaubsparadies: Der Plastikmüll.

Die immer größer werdenden Plastikinseln in den Weltmeeren sind inzwischen schon länger kein Geheimnis mehr. Wer denkt, dass ist weit weg und betrifft uns nicht, der irrt sich gewaltig!

Das Problem ist schon lange an der Haustür angekommen: Beim Umgraben in der eigenen Scholle finden sich immer wieder Plastikeinzelteile aller Größenordnungen.

Das kleinste gerade einmal so groß wie der kleine Fingernagel. Was allerdings nur dann auffällt, wenn der Garten wie früher üblich händisch umgegraben wird. Oder beim Einsetzen der Pflanzen.

Das größte eine Beetabgrenzung, wie sie für Blumenrabatte etc. verwendet wird und gut eine Handbreit unterhalb der Erde liegt. Kein leichtes Stück also, dieses unschöne Fundstück auszuheben. Etwa 10 Meter davon wurden im Mai ausgehoben und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Graben, suchen wohin die Plastikschlange sich windet, ausgraben, nach Bruchstücken suchen und die Erde wieder in den langgezogenen Graben füllen. Danach braucht man kein Fitneßcenter mehr.

Internetrecherchen ergaben eine Beetabgrenzung mit dem Vermerk ‚verrottet nicht‘. Was glatt gelogen ist! ALLES verrottet irgendwann, das liegt in der Natur der Sache. Ohne Lufteinwirkung sprich hermetisch abgeschlossen kann dieser Prozess eine Zeitlang ausgesetzt werden – aber irgendwann setzt dieser Prozess doch ein. Auch wenn es erst Jahre oder Jahrzehnte später ist. Oder noch später.

Der Artikel ist jetzt doch ein wenig ausführlicher geworden, als ursprünglich geplant. Paßt aber doch ganz gut – einmal sind Gärten in ihrer Vielfalt eine herrliche Möglichkeit für Reisen und Blicke in andere Kulturen.

Und ganz unbedingt auch eine Möglichkeit, sich quasi vor der eigenen Haustür mit dem Plastikproblem zu beschäftigen.

Meine Lieblings-Gärten:
Blühendes Barock Ludwigsburg
Botanischer Garten Karlsruhe
Palmengarten Frankfurt

Lesenswertes zum Thema ‚Plastik on Tour‘:

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