Was bringen die Jahre Richtung Nachhaltigkeit

Bei der Verlosung von Milena Glimbovski’s Buch Ohne Wenn und Abfall vom Kiepenheuer und Wietsch Verlag wird die Frage gestellt, was man so in Richtung Nachhaltigkeit tut.

Die Frage an und für sich ist schnell beantwortet – und brennt sich trotzdem richtig in’s Gehirn: Was hat sich so getan in Bezug auf Nachhaltigkeit? Und nachdem eh grad ein neuer Monat angefangen hat, kommt ein kleines Review gerade passend:

  1. Taschentücher – DER GROSSE Gewinn. Weicher als die Tücher aus Zellstoff. Sprich bei Erkältungen etc. keine gereizte Haut mehr, keine endloses Eincremen mehr. Die anfängliche Sorge wg. evtl. Nasenbluten etc. hat sich auch in Luft aufgelöst. Egal, wie schlimm es aussieht: Einfach das Tuch am Besten gleich unter kaltem Wasser auswaschen und es ist so gut wie neu. Und ein echter Allrounder.
  2. Papiertüten for all. Obst, Gemüse, Brot – was man eben so lose kaufen kann. Sicher wäre ein Brot- bzw. Allzweckbeutel aus Stoff besser. Aber dazu ist es bis dato noch nicht gekommen. Für größere Einkäufe gibt es Stofftaschen, Plastiktüten bleiben im Laden.
  3. Kleider sind immer noch ein ziemliches Problem. Nachhaltig, ohne Kunstfaser und in hübsch stellt eine ziemliche Herausforderung. Speziell, wenn man nicht gerade den Mainstream-/Business-Look hat. Second Hand greift an manchen Punkten gut. Nur nicht bei Schuhen und Winterkleidung. Sweater sind hier echte Mangelware.
  4. Selbstgemixtes Spülmittel funktioniert. Aber nur solange noch nichts angebrannt ist oder nicht mit Fett gekocht wurde. Bei Erstem kommt Essigessenz oder Zitronensäure in’s Spiel. Beim 2. Punkt lässt sich herkömmliches Spülmittel (noch) nicht vermeiden.
  5. Wiederverwendung von Wasser und Papier. Normal wird Wasser von z.B. Eierkochen entsorgt. Zwischenzeitlich findet es eine Zweitverwendung als Gieß- oder Spülwasser. Gleiches gilt für Eierschalen, die in Wasser gelegt oder kleingestampft als Dünger weitergenutzt werden. Aussortiertes Papier findet seine Weiterverwendung als Notizpapier bzw. bei Zeitungspapier zum Auskleiden der Biotonne oder zum Fensterputzen.
  6. Einlagern von Obst und Gemüse. Garten und Pilzfunde bringen öfter mehr in’s Haus, als auf einmal gegessen werden kann. Also wird eingelegt und recherchiert, was es an Möglichkeiten gibt. Teilweise schon seit hunderten Jahren bekannt und auch sehr lange haltbar. Unsere eingelegten Zucchini halten seit gut drei Jahren und das ist erst die Spitze des Eisbergs.
  7. Beim Essengehen ist immer eine prophylaktische Care-Box dabei, falls es doch mal zu viel war. Es wurde auch schon mit Tellern bzw. Schalen zum Kuchenkauf oder Dönerladen gegangen. Solange das Geschirr nicht hinter die Ladentheke kommt, alles kein Problem. Auch aus hygienischer Sicht. Klappt nicht immer, aber oft. Die Leute lachen und finden’s gut.
  8. Getränke nur in Glasflaschen (Pfand). Gleiches gilt für Sahne, Joghurt – soweit Milchprodukte im Glas zu haben sind. Oder auch eigene Boxen an der Frischetheke, soweit es akzeptiert wird. Gewürze kaufen nur in Großpackungen wegen möglichst wenig Verpackungsmüll und auch wegen dem Preis. Daheim werden die Gewürze lichtgeschützt und luftdicht gelagert. Seit Neuestem gibt es auch den hauseigenen Kaffebecher to go. Hält zufriedenstellend lange warm und lässt sich einfach ausspülen.
  9. Am Experiment zur eigenen Gewürzmischung wird noch gefeilt. Der erste Versuch war nicht schlecht, nur etwas zu salzlastig und vom Aroma noch ausbaufähig.
  10. Dann wäre da noch das Reparieren von Kleidern. Angefangen hat es mit dem Flicken von Socken, die naturgemäß am Meisten beansprucht werden. Ärgerlicherweise kann es sein, daß man immer mal wieder unfaßbar schlechte Qualität erwischt. Der Stoff bricht exakt neben der Naht auseinander und Nahtzugabe ist natürlich Fehlanzeige. Also wird auch hier repariert und das nächste Mal woanders gekauft.
  11. Kauf von Küchenutensilien second hand auf Flohmärkten. Bevorzugt aus Metall, Keramik, Glas o.ä. Mit ein wenig Geduld reichlich Auswahl und in besserer Qualität als das Plastik-Äquivalent. Stoffservietten ersetzen auf dem Weg die Papierservietten. Weniger Platzbedarf und weniger Müll.
  12. Ecosia als Suchmaschine. Funktioniert ebensogut wie jede andere Suchmaschine und pflanzt nebenbei noch Bäume. Details dazu finden sich hier.

Mit dem Artikel beteiligen wir uns wieder an der Blogparade von EiNAB:
EiNaB

Jetzt sind wir fertig mit dem Artikel und selber erstaunt, wieviel sich schon verändert hat, ohne dass es große Mühe erfordert hat. Und sind gespannt, was sich noch alles an Änderungen ergeben wird.

Beach in Sharm el-Naga03Quelle: Wikipedia, Plastikmüll in den Ozeanen

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6 Kommentare zu „Was bringen die Jahre Richtung Nachhaltigkeit

  1. Ja, da kommt wirklich schon einiges zusammen 🙂 Ich bin in Deinem Blog schon über einige Anregungen „gestolpert“! Luft nach oben ist ja immer, aber wer ist schon perfekt….
    Einen Input noch von mir, betreffend Punkt 2:
    das mit den ökologisch besseren Papiertüten ist ein Irrglaube, dem auch ich lange aufgesessen bin. Hier
    http://www.duh.de/kommtnichtindietuete/tueten-typen/
    kann man nachlesen, warum Papiertüten nicht so toll sind, wie immer Alle denken und vor allem, was die besseren Möglichkeiten sind

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    1. Sorry für die späte Antwort. So langsam schleicht sich doch die stade Zeit ein.
      Erstmal freuen wir uns natürlich einen Keks, dass du hier öfter über Anregungen stolperst. 😉 Was die ökologische Seite von Papier angeht – sicher ist diese nicht einwandfrei. Aber erst einmal geht es uns um die Vermeidung von Plastik und wenn Papiertüten nicht nur das obligatorische 1 x verwendet werden, sondern 4, 5, 6 x (nach oben keine Grenze, so Tüten halten erstaunlich lange), dann halte ich das für eine durchaus vertretbare 2. Möglichkeit zu den ebenfalls oben erwähnten Einkaufstaschen.

      Um Mißverständnisse zu vermeiden: Wir reden hier von den schmalen Einkaufstüten, die man beim Bäcker bekommt. Für spontane Einkäufe aller Art.

      LG und hab ein schönes Wochenende. 🙂

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  2. Hallo!

    Man kann auch mit kleinen Schritten richtig viel erreichen. Da kommt (wie so oft) Pareto ins spiel. Mit nur 20% Aufwand kann man 80% vom Müll reduzieren. Und das finde ich einfach großartig!

    Einmal zurück zu blicken, was man schon erreicht hat, hilft auch, dran zu bleiben. Weil man erkennt, dass das, was man macht, auch Erfolg hat!

    lg
    Maria

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