Ostern / Ostara

Genau wie zu Weihnachten / Yul gibt es auch hier eine Menge an Brauchtum, dass sich nicht ausschließlich auf einen religiösen Hintergrund beschränkt.

Zuallererst ist Ostern ein Hochfest zum Frühlingsanfang, mit dem auch das beginnende Wiedererwachen der Natur begrüßt und gefeiert wird.

Buchsbaumkränze mit Eiern werden an Haustüren gehängt, es werden ‚Palmbuschen‘ gebunden, Eier werden verschenkt – je nach Region auch unter Erwachsenen.

Die klassische Farbe für Ostereier ist rot und vertieft noch einmal die Symbolik für das wiedererwachende Leben. Rot als Symbolfarbe steht für das Leben, ebenso wie die Eier und der Osterhase. Frühblüher wie Osterglocken/Narzissen, Buchs, Goldregen, Birkenreiser werden mit dem gleichen Hintergrund verwendet. Früher auch Palmkätzchen, die jetzt jedoch unter Artenschutz stehen.

Ostereier 2008© gedankenabfall

Wenn man sich die ganzen Symbole ansieht – schön verzierte Ostereier, Blumen, blühende Hölzer, Hasen und auch immer wieder mal junge Kücken – springt einen die Bedeutung regelrecht entgegen: Ein Freudenfest, dass die Wiederkehr des Frühlings und des neuen Lebens feiert. Weniger bekannt ist, dass auch Hahn und Henne zu den Fruchtbarkeitssymbolen gehören.

Entsprechend viele unterschiedliche Bräuche gibt es dazu:

  • Das Osterfeuer, mit dem das beginnende Frühjahr und die damit einhergehenden längeren Sonnentage begrüßt werden.
  • Die Osterkerze, die in der Osternacht an den geweihten Kerzen der Kirche entzündet und dann sorgsam nach Hause getragen wird. Damit wird das wieder erstarkende Licht und der damit verbundene Segen in das Haus gebracht. Zu früheren Zeiten wurde mit diesem Licht auch das Küchenfeuer wieder entzündet.
  • Der Osterritt, bei dem die Reiter in Gehrock und Zylinder durch’s Dorf und je nach Gegend auch über die Felder reiten. Die Pferde können auch aufwändig geschmückt sein. Mit dabei sind Fahnen mit österlichen/christlichen Symbolen und oft auch der Pfarrer, der die Felder für eine gute Ernte segnet.

Easter Riding Horse© by Hagens_world – weitere Bilder gibt es hier zu sehen.

  • Das Schmücken der Osterbrunnen, wobei die Herkunft dieser Tradition nicht sicher nachvollziebar ist. Vermutlich spielt hier die Bedeutung von Jesus als ‚Quell des Lebens‘ und die Wichtigkeit der Dorfbrunnen als Wasserquelle gleichermaßen mit rein.

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  • Traditionsgemäß schweigen die Glocken von Karfreitag bis zur Osternacht (von Ostersonntag auf Ostermontag) und mancherorts auch die Orgeln. Freudengeläut gilt während der Zeit der ‚Grabesruhe‘ als nicht angebracht und wird durch das Osterratschen ersetzt. In dieser Zeit laufen Kinder (meist Ministranten) mit großen Holzratschen von Haus zu Haus und erinnern lautstark an den Kirchenbesuch. Je nach Gegend kann es auch sein, dass die Ratschengruppe mit Ostereiern oder Süßigkeiten belohnt werden. Womit diese Tradition auch unter die Heischebräuche fällt.
  • Das Holen des Osterwassers als Symbol des Lebens/der Fruchtbarkeit geschieht in der Osternacht. Ein genauer Zeitpunkt dafür ist nicht festgelegt, jedoch noch vor Sonnenaufgang. Das Osterwasser wird von jungen Frauen geholt. In der Regel schweigend, da sonst die segnende Kraft des Wassers als gebrochen gilt. Es soll vor Krankheiten/Schaden bewahren und gleichermaßen Glück und Segen in das Haus bringen. Mancherorts werden mit dem gesegneten Osterwasser deswegen auch die häuslichen Weihwasserbecken gefüllt.
  • Gebildebrote / Symbolgebäck. Zu Ostern sind das meist Hefekränze, Osternester, die mittig mit Eiern verziert sind oder Symbolgebäck in Form von Hasen, Lämmern, seltener auch Hühner. Gemeinsam haben diese, dass sie zum Ende der Fastenzeit reichlich mit Nüssen und Rosinen oder Mohn und Sesam verziert sind und meistens geflochten sind. Überhaupt werden Gebildebrote oft geflochten, damit man die guten Wünsche mit einflechten kann.
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