Werdegang des Kulitsch

Wie versprochen, die angekündigte Fotodokumentation. Das Bildbearbeitungsprogramm verweigert aktuell fast jede Kooperation.
Demzufolge wird die Fotostrecke nicht ganz wie geplant.

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Schritt 1: Noch ist alles einfach und entspannt, Ei und Zucker schaumig schlagen ist das Werk von Sekunden. „Werdegang des Kulitsch“ weiterlesen

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Kulitsch

Der Kulitsch (russisch Кули́ч) ist ein russisches Symbolgebäck und wird traditonsgemäß am Ostersamstag gebacken, da er noch eine Nacht reifen muss. Seine hohe runde Form erklärt sich darin, das diese Mischung aus Kuchen und Brot für den Berg Golgatha steht und mit ihm endet dann auch die Fastenzeit (manchmal auch schon in der Osternacht). Vor dem Verzehr ist es auch Tradition, den Kulitsch von einem Priester segnen zu lassen. Hierzu wird das Osterbrot in eine Kirche gebracht und in der Mitte mit einer Kerze bestückt, die dann angezündet wird.

Gesegnet wird der Kulitsch zusammen mit (oft rot gefärbten) Ostereiern und der Quarkspeise Pas’cha (russisch Пасха), die ebenfalls ein rituelles Ostergericht ist und zusammen mit dem Kulitsch gegessen wird.

Ein Kulitsch zu backen, fordert einiges an Zeit und Arbeit ab und galt auch als Deutung für das kommende Jahr. Gut gelungen verspricht das Osterbrot ein gutes Jahr. „Kulitsch“ weiterlesen

Was sind Streusel?

Als erstes eine Garnitur für Obstkuchen aller Coloeur bestehend aus Zucker, Mehl und Butter. Je nach Buttermenge unterscheidet sich die Größe. Nach eigenem Gusto können noch alle möglichen anderen Zutaten wie beispielsweise Zimt, Zitrone, Kakao, Mandeln, Nüsse, Vanille zugegeben werden.

Nun ein wenig tiefer gegraben zur nächsten Frage:
Woher kommen die Streusel?

Ursprünglich und im Dialekt noch heute sind die Streusel identisch mit Streu (mittelhochdeutsch strewe, ströu(we) ). D.h. die Streusel leiten sich vom Streuen (über den Kuchen) ab. Im Althochdeutschen strewen, strouwen (8. Jh.), mittelhochdeutsch strewen, ströuwen, ströun, strouwen, streun.

Also – angesichts dieser beeindruckenden Historie backen wir Streusel. Und nichts anderes, Punktum. „Was sind Streusel?“ weiterlesen

Leute, gründet Foodblogs

Oder Bücherblogs, die sich mit Essen beschäftigen. Egal was, Hauptsache ihr bloggt.

Der Grund liegt auf der Hand. Wer einen Blog hat, hat auch (früher oder später) Leser. Und die wollen – versteht sich von selber – auch Lesestoff geliefert bekommen. Also experimentiert man rum, liest neue Bücher (auch solche, die man vorher nie in die Hand bekommen hätte), schmökert sich durch die Bloggerwelt – und hat öfter einmal einen Aha-Effekt. Weil man sich ein bis dato ungeliebtes Lebensmittel aus einer völlig anderen Warte betrachtet.

Ein leises Stimmchen im Hinterkopf flüstert – alle jubeln und loben so sehr den Rhabarber (wahlweise auch Spinat, Bohnen, Grünkern…. was auch immer euer persönlicher Lieblingsfeind aus der Küche ist).

Um der Sache noch ein Krönchen aufzusetzen, lasst euch von einem wohlmeinenden Freund ebenjenes ungeliebtes Gemüse/Obst im Geschenkkorb überreichen. 😉 Dann gibt es keine Ausreden mehr, sich näher damit zu beschäftigen. In der Regel lohnt es sich.

 photo Blogbilder 1141_zpsuljm20uo.jpg „Leute, gründet Foodblogs“ weiterlesen

Zum Dezember

Diese Zeilen hätten schon letzte Woche ‚erscheinen‘ sollen. Warum es dann doch nicht dazu kam – das analoge Leben rief und das mit Macht. 😉 Also auf ein Neues:

Um die Bücherwelt ist es immer noch relativ ruhig. Schlaf der Vernunft von Frau Kinkel wird gerade gelesen, in kleinen Etappen.

Neu hinzugekommen ist die vom Manesse Verlag im Oktober neu erschienene komplette Übersetzung des Kopfkissenbuches der Dame Sei Shonagon. Aller Skepsis zum Trotz einer neuen Übersetzung gegenüber, die möglicherweise der Ausdrucksweise eines völlig anderen Zeitalters wie der Heian-Zeit nicht gerecht werden würde. Zwei Ausgaben einer teilweisen Übersetzung habe ich bereits (eine davon vom Manesse Verlag) und die Unterschiede könnten kaum größer sein.

Copyright by: Manesse VerlagCopyright by: Manesse Verlag

„Zum Dezember“ weiterlesen

Pfauenherzen

Da denkt man immer, dass man mit Lebensmitteln doch achtsam umgeht und nicht zu viel kauft. Pustekuchen, wie ein genauerer Blick in die Vorratsschränke zeigte. Massen an Honig, Marmeladen, Gewürzen, eingelegtem Gemüse und Kräutern. Zum Glück alles Sachen, die sich fast ewig halten allen Unkereien vom MHD zum Trotz.

Und als weiterer Glücksfall wurden bei der Keksvorauswahl Doppeldeckerkekse aka Pfauenaugen gewünscht. Nach einigem Hin und Her wurden dann Herzausstecher genommen und die Marmeladenvorauswahl getroffen. Kirsch-Zimt-, Erdbeer-, Himbeer- und Marillenmarmelade. Alle extrem lecker und zumindest zwei Gläser weniger, die auf Verwendung hoffen. Soviel Marmelade kann ja kein Mensch essen, ohne auf die Keksvariante auszuweichen. 😉 „Pfauenherzen“ weiterlesen

Nützlicher Nebeneffekt beim Backen

Backen hat aktuell wieder Hochkonjunktur. Kekse, Bredle oder Gutsle. Wie immer man es benennt, es wird gebacken wie sonst das ganze Jahr nicht.

Warum übrigens gerade jetzt? Rein theoretisch könnten wir doch das ganze Jahr über Kekse backen.

Der Grund ist relativ einfach und findet sich teils in christlichen Gebräuchen. Genauer gesagt, wird vermutet, daß in reichen Klöstern zur Weihnachtsszeit teure Backwaren mit Zucker und Gewürzen hergestellt und anschließend an die Armen verteilt wurden. Ob jedoch gerade die damals wirklich astronomisch teuren Gewürze samt Zucker als Almosen verteilt wurden, bleibt zumindest fraglich. Eher wahrscheinlich ist, daß diese reichhaltigen Gebäcke den vornehmeren Schichten vorbehalten war und die ärmeren Leute eher bescheidenere Gebäcke bekommen haben. „Nützlicher Nebeneffekt beim Backen“ weiterlesen