Bärlauch mal drei

Inzwischen ist der Bärlauch in aller Munde, wörtlich wie sprichwörtlich. Kaum ein Blog, der nicht das ein oder andere Rezept dazu im Repertoire hat.

Für uns immer noch gewöhnungsbedürftig.
Allzulange ist es noch nicht her, dass kaum jemand von dem Lauchgewächs wußte. Vielleicht ist es ganz gut, dass die Zeit des Sammelns nur wenige Wochen beträgt. Es gibt Bärlauch in Massen und so soll es auch bleiben. Ein Wildkraut, dass es nicht in erster Linie für den (massenhaften) Genuß gibt.

Muß es unbedingt sein, dass der Bärlauch in kleinsten Mengen für unverschämte Summen verkauft wird?

Vielleicht ist es wirklich das Beste, die Pflanze im Garten zu kultivieren oder – wenn das nicht möglich ist – nur sparsam davon zu ernten. Ein Glas Bärlauchpesto ohne Käse und mit Öl luftdicht abgeschlossen, kann sich über Jahre hinweg halten und als Würzmittel für alle mögliche Speisen dienen.

Unser Pesto ist inzwischen mindestens drei Jahre alt und immer noch makellos. „Bärlauch mal drei“ weiterlesen

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Einfachstes Süppchen aller Zeiten

Für die Zeit jetzt, in der das Wetter mal wieder nicht weiß, wohin es will – kalt, warm bis heiß, trocken, naß, nebelig oder strahlender Sonnenschein – ist eine Suppe in jeder Hinsicht die beste Lösung. Einmal braucht die Zubereitung nicht viel Mühe und strengt den Körper nach mehrtägigen Fasten nicht unnötig an. Ideal, wenn man sich nicht gut fühlt und alle Kocharbeiten möglichst schnell hinter sich gebracht haben will.

Man nehme einen kleinen Topf mit Wasser, gebe nach Geschmack klare (Gemüse-)Brühe hinein und wartet, bis alles aufgekocht ist. Dann auf 7 runterschalten, ein oder zwei Handvoll Suppennudeln zugeben, diese nochmal ca. 5 Min. köcheln lassen, bis sie bißfest sind – und schon ist alles fertig. „Einfachstes Süppchen aller Zeiten“ weiterlesen

Pflanzliches für Abwehrkräfte

Trisha Galore fragt nach der Sinnhaftigkeit von Actimel.

Damit fangen die Gedanken an. Abwehrkräfte, Immunsystem. Was ist was, was hilft gut, besser, am Besten?

First, was hilft abseits der Ernährung.
Kein Streß, Ausgeglichenheit. Am Besten geht es einem, wenn man mit sich Eins ist. Die goldene Mitte heißt nicht umsonst so. Auf das Bauchgefühl hören. Allgemein bekannte Weisheiten, die man so oder ähnlich schon mehr als nur einmal gehört hat.

Soviel dazu. Welche Pflanzen helfen nun zur Stärkung der Abwehrkräfte?

Aloe
Andorn
Eberesche
Ginseng
Hagebutte
Himbeere
Holunder
Meerrettich
Sonnenhut (Echinacea)
Tausendgüldenkraut
Teebaum
Wasserdost
Quelle: Heilkräuter.de

Weiter zum Gemüse. Genau wie bei den Kräutern gibt es da Einiges für die Abwehrkräfte. „Pflanzliches für Abwehrkräfte“ weiterlesen

Risotto con Piselli

Auf eines kann man sich bei Tim Mälzer-Rezepten immer verlassen. Sie sind einfach, gehen schnell und schmecken unverschämt gut. Die Optik bleibt zwar manchmal auf der Strecke, aber darüber sehe wir abends und hundemüde bereitwillig hinweg.

Risibisi – bestimmt kennt das jeder oder hat zumindest vage Vorstellungen davon. Dumpfe Ahnungen, davon schonmal gehört zu haben und – vielleicht – sogar schon einmal gekostet zu haben.

Und genau diese vage Erinnerungen haben den Feldversuch verursacht. Allen Gefühlen vom Staub der Jahrhunderte Jahrzehnte zum Trotz. Ein bischen kommt bei solchen Namen immer das Gefühl hoch, ein Überbleibsel aus den 50ern vor mir zu haben – gepaart mit einem gewissen Argwohn. Reines Vorurteil, wie genauere Nachforschungen gezeigt haben.

Risi e Bisi (Reis und Erbsen) oder Risotto con Piselli ist ein traditionelles venezianisches Essen, daß dem Dogen jährlich zum St. Markus-Tag (25. April) als erster Gang serviert wurde. „Risotto con Piselli“ weiterlesen

Bärlauch-Geschichten Teil IV

Wie angekündigt, Bärlauch als Nutz-, Heil- und Genußpflanze.

Neben seinen kulinarischen Eigenschaften ist der Bärlauch für seine Eigenschaften als Heilpflanze zu achten. Zwei Spruchweisheiten lassen sich dazu nennen.

Iß Lauch im März, wilden Knoblauch (Bärlauch) im Mai,
dann haben die Ärzte das ganz Jahr über frei.
(Bauernregel)

Bärlauch essen ist unter 40 freiwillig, über 40 Pflicht.

Zwiebeln, Blätter, Blüten und sogar die Stiele sind essbar. Geerntet werden können die Blätter meistens von März bis Mai. Ob der Bärlauchgeruch mit der Blüte strenger oder milder wird, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Es gibt ebenfalls die Aussage, dass der Bärlauch bis zur Blüte besonders intensiv duftet, um schwächenden Insektenbefall und Eiablage zu vermeiden. Nachdem ich den intensiven Bärlauchgeruch ab Mai immer seltener wahrnehme, könnte das durchaus möglich sein. Dazu kommt, dass die Bärlauchblätter nach dem Beginn der Blüte einen bitteren Geschmack entwickeln sollen (ich selber habe mit der Blüte keinen Bärlauch mehr gesammelt).

Ist man sich der Herkunft des Bärlauchs sicher, können die Blütenknospen geerntet werden. In der Küche können die Blütenknospen als Kapernersatz eingelegt verwendet werden.

„Bärlauch-Geschichten Teil IV“ weiterlesen

Bärlauch-Geschichten Teil III

Ring frei zur dritten Runde. Danke erst einmal an die Kommentare und Like’s. Ein bisserl unsicher ist ‚frau‘ ja schon, ob die Pläne auch über Kräuter zu schreiben, taugen. Aber bis jetzt kommt noch kein Veto und da freut sich das Rabinnen-Herz. 😉
Also danke und weiter geht’s.

Wie beim Knoblauch haftet dem Bärlauch der Ruf an, Vampire zu vertreiben. Was bei dem intensiven Geruch auch kein Wunder sein dürfte. Dämonen bis hin zum Teufel, Hexen und Schlangen sollen sich mit Bärlauch ebenfalls vertreiben lassen. Böse Geister sollen mit einer Bärlauchsuppe auf Abstand zu halten sein – vorausgesetzt, sie ist in der Walpurgisnacht (Beltaine) gekocht worden oder die Kräuter sind vor der Walpurgisnacht gesammelt worden. An Tiere verfüttert, greift die abwehrende Wirkung auch hier. So gesehen die klassische Schutzpflanze.

Diese Eigenschaft zeigt sich auch im Ramschelfest, dass bis ca. Anfang des 20. Jahrhunderts in Thüringen gefeiert wurde. Am Sontag vor Walpurgis wurde Bärlauch (= Ramschel) gesammelt, gegessen, getrunken und vermutlich das Dorf geschmückt mit dem Ziel, damit böse Geister zu vertreiben. Der Zeitpunkt war deswegen entscheidend, da in der Walpurgisnacht die Heilkraft des Bärlauchs gegen böse Geister etc. zerstört wird (durch Hexen, die in der klassischen Hexennacht aktiv sind). Oder einfacher aus dem Grund, dass die Pflanze Ende April/Anfang Mai auf der Höhe ihrer Wirkungskraft ist.

„Bärlauch-Geschichten Teil III“ weiterlesen

Bärlauch-Geschichten Teil II

Der Bärlauch ist schon lange einer meiner persönlichen Lieblinge. Lange bevor er seine jetzige Bekanntschaft erreicht hatte und in jeder Ecke Rezepte für das frühe Kraut sprießten. Trotzdem hätte ich nicht erwartet, dass ich soviel zu erzählen finde. Eins führt zum Nächsten und die Arkanistin lacht sich einen Ast, wie ich hier aus dem Schreiben nicht rauskomme. Eure Gelegenheit! Wenn es Fragen gibt oder ich zu etwas Bestimmtem schreiben soll – zum Thema Bärlauch oder einem anderen Kraut – immer raus mit der Sprache. 😉

Damit genug der Vorrede und auf geht’s zum 2. Teil der Bärlauch-Geschichten:

Bärlauch
Quelle: Flickr, rosmary

Neben den Verordnungen ‚gekrönter Häupter‘ gibt es auch viele historische Dokumente, die sich mit dem Bärlauch befassen:

Der Arzt und Kräuterkundige Hieronymus Bock (1498 – 1554) erwähnt in seinem Kräuterbuch den Bärlauch, hier als ‚Waldknoblauch‘ bezeichnet.

„Solcher walt Knoblauch ist vberauß inn seiner gantzen substantz eins vbelen starcken geruchs vnd bösen geschmacks. Das rindt vihe/ wa es in der weyde (in der ersten ehe das andere kreütter wachsen) das wild Knoblauch kraut versucht/ so schmackt vn reücht die milch/ die käß/ vnd der butteren so starck nach dem Knoblauch/ das niemands die selbige (er hab es dann wol gewonet) versuchen oder niessen mag. Solches hab ich selbers erfaren vnd mit andern wargenomen. (…) Diser walt oder schlangen Knoblauch stinckt vbeler dann der zam/ mag vileicht inn der artznei/ gifft zuvertreiben krefftiger sein/ dann der zam. „Bärlauch-Geschichten Teil II“ weiterlesen