Wer weiß schon, was wahr ist

Was ist wahr? Was ist Einbildung? Und was ist Phantasie?

Der Garten der alten Dame von Nikola Hahn
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Thoni Verlag, 14.03.2012
Aktuelle Ausgabe: 30.04.2013
ISBN 9783944177144
4 von 5 Sternen

Elis Eltern trennen sich, und ihr Leben zerbricht. Der Kummer ist kaum auszuhalten, doch dann entdeckt sie den versteckten Zugang zu einem verbotenen Garten, in dem eine seltsame alte Dame wohnt: Sie trägt den Namen einer Toten und behauptet unmögliche Dinge. Und sie zeigt Eli eine Welt, die sie wieder froh sein lässt – bis zu jenem Tag, an dem etwas Furchtbares geschieht…

Niemand außer Eli interessiert sich für den Garten, der sich alt und verwildert in ihr Leben schleicht und sie eine neue Welt jenseits der gewohnten Dinge erleben lässt.

Eine Welt, in der Kobolde in allerschönster Ruhe unter Bäumen liegen und das Leben zu sich kommen lassen…
In der kleine Lokomotiven, die in die Wolken hinauf fahren…
Und in der Frau Meyer mit ihren wilden Kräutern und anderen Pflanzen, ihren Tee’s, ihrem Gebäck ihre herrlichen Geschichten erzählt…

Ganz von selbst wird man beim Lesen mitgenommen in diesen Garten.  Fort von dem, was als die Realität gilt.

Schließlich – was ist Realität?

„Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie, wie wir sind.“ (Talmud)

Viel zu oft will sich der Verstand dazwischen drängen und sondieren, gibt es das alles?

Gibt es Frau Meyer und Kobold Nikodemus und die kleine Eisenbahn Rudi?

Am Besten hört man gar nicht auf den Kopf, wandert weiter auf den vielen verschlungenen Wegen, die durch den Garten der alten Dame führen und lässt sich immer weiter von breiten ausgetretenen (Gedanken-)pfaden weglocken. Schaut dabei hinter die Hecken, was es noch alles zu entdecken gibt.

Es ist eine wunderschöne Welt – ein Garten für Innen, Drinnen und Draußen. Eine Welt hinter, neben und bei der Welt, die wir jeden Tag mit den alltäglichen Augen sehen können.

Das Wunderbare daran ist, wie die Welt um Eli immer größer und bunter wird und neue Freunde in diese Welt kommen. Und so ganz nebenbei gibt es auch die Erkenntnis, daß es ziemlich egal ist, wie anders diese Freunde im Denken sind.
Es sind Freunde und nur daß zählt. Etwas, daß viel zu gern vergessen wird.

Übrigens: Ich glaube, daß Frau Meyer wirklich da war und sich mit Eli unterhalten hat. 😉

Verlagslink: Thoni Verlag

Wie könnte es gewesen sein…

Kann man zuviel lesen? Eigentlich nicht. Und trotzdem denke ich manchmal, ich habe einfach schon ‚zu viele‘ Bücher ähnlicher Art gelesen. Anders kann ich manchmal die große Diskrepanz nicht erklären, die sich bei Buchmeinungen so ergeben.

Die Geschichte ist gut recherchiert, liebevoll geschrieben, ohne sachliche Fehler, die Sprache entspricht in allen Einzelheiten der damaligen Zeit mit den ganzen feinen Unterscheidungen zwischen Dienerschaft, Herrschaft und Gleichgestellten.

Die Menschen sind ausführlich mit Licht- und Schattenseiten gezeichnet.
Selbst bei Ludwig – dem Gegenspieler in der Geschichte – flackert für kurze Momente der Gedanke auf, dass da noch mehr sein könnte, als in den Worten zu sehen ist. Möglicherweise gibt es noch andere Gründe für sein absolut boshaftes Verhalten. Aber eben nur vielleicht. Und selbst wenn – seine Taten sprechen klar gegen ihn und lassen jeden Leser sofort eine klare Stellung gegen ihn beziehen.

Bruderliebe erzählt die Geschichte der Baroness Theresia von Rotenburg, ihrer Stiefmutter und ihrem heimlichen ‚Prinzen‚, dem Bürgerlichen Sebastian Langenthal.
Theresisa – gerade eben mal 18 Jahre geworden – hat ihr ganzes bisheriges Leben nach dem Tod der eigenen Mutter im Heim ihres Vaters und unter der strengen Aufsicht ihre Stiefmutter geführt und von dem wirklichen Leben vor den Mauern der Burg keinerlei Ahnung.

Bruderliebe

Im Laufe der Handlung wählt sich die wohlbehütete Tochter dann auch eine Wohnstatt in einem Turm, der in das schützende Mauerwerk der väterlichen Burg integriert ist. „Wie könnte es gewesen sein…“ weiterlesen

Die Qual der Wahl

Nach langem Hin und Her habe ich mich jetzt für das Lesen entschieden.
Was bedeutet, ich werde hier doch mehr über Bücher schreiben als über das Kochen. Letztendlich lese ich eben doch mehr als ich koche. Ein Buch mitzunehmen und im Bus zu lesen ist eben doch einfacher. Versuch das mal mit einer Herdplatte. 😉

Das heißt nicht, dass ich nicht koche. Im Gegenteil. Gerade jetzt werde ich wieder zur Hochform auflaufen – der Frühling lässt sich nicht mehr verleugnen. Also werden mir über Kurz oder Lang eine Unmenge an Kräutern in’s Haus stehen und meine Wunschpläne können wieder zu einem guten Stück umgesetzt werden.

Nur gehört zu einem guten Beitrag auch das Foto – und abends noch mit der Kamera das Essen zu fotografieren, solange bis der künstlerische Anspruch befriedigt ist, dann auf den PC übertragen und nachbearbeiten – bis dahin ist entweder das Essen kalt oder mir die Freude daran vergangen.

Und immerhin geht es hier um die Kunst des Lebens.
Und welch größere Kunst könnte es geben, als mit einem guten Buch in der Sonne zu sitzen, einen guten Kaffee vor sich und sich von dem Autor in fremde Welten einladen zu lassen und neue Gedanken in sich reifen zu spüren.

Und wer weiß – wenn mir mal wieder etwas so gut gelingt, dass ich mich vor Begeisterung nicht zurückhalten kann… werde ich mir vielleicht auch einen kleinen Rückfall erlauben. 😉

Neue Bücher braucht das Land?

Wie lange schreibe ich jetzt schon Rezensionen. Die genaue Zeit ist nicht einmal wirklich wichtig, schätzungsweise etwa zwei Jahre. In dieser Zeit habe ich schon einige Bücher gelesen. Auch solche, die normal nicht zu meinem Beuteschema gehören. Und dabei auch gemerkt, wie sich meine Sicht auf Bücher langsam aber sicher verändert hat.
Es gibt wirklich gute Bücher, richtige Juwelen. Die sind ganz ähnlich wie die mineralischen Juwelen extrem selten.

Weswegen ich das schreibe:
Diese literarischen Juwelen sind selten und der Autor hat viel Zeit, Mühe und sicher auch einiges an persönlichen Überlegungen/Gedanken investiert. Im idealsten Fall liegt dann ein Buch vor einem, in dem die Personen lebendig werden und den Leser in ihre eigene Welt mitnehmen. Um von ihrer Zeit, einem anderen Denken, anderer Sprache, und dem Leben in völlig anderen Regionen oder Welten zu erzählen.

Diese Bücher führen einen in Zeiten vor sich ankündigenden Kriegen, verführen zum Nachdenken, zum weiter lesen und forschen. Bringen einem Gedanken von Menschen näher, die so gelebt haben oder gelebt haben könnten. Und wer könnte schon genau sagen, wo der Unterschied liegt? „Neue Bücher braucht das Land?“ weiterlesen

Rund um’s Buch

Wieder einmal hat mich Arthur’s Tochter darauf gebracht und zwar mit folgender Hommage an das Lesen. Allein die Kommentare sind lesenswert und ich würde mich gern näher dazu auslassen. Aber es ist, wie es ist: Der Bus wartet nicht (so gern ich es auch manchmal hätte). Also in aller Kürze an die bis jetzt wenigen Leser *g* – Erlebnisse rund um’s Buch (auch von anno Schlagmichtot), Lieblingsbücher und was sonst noch so einfällt.

*schmunzelt* Ich bin mal gespannt auf die Worte, die da kommen sollen…