Hägala-Gschichdla (Hagebutten-Geschichten)

Die klassische altbewährte Verwendung kennt wohl jeder. Aufbrechen und als Juckpulver Anderen unter die Kleider schmuggeln. Die Kerne mit ihren kleinen Härchen lassen sich kaum wieder entfernen und jucken wie der Teufel.

Aber die Hagebutte kann noch einiges mehr als ein natürliches Juckpulver sein. Was übrigens nicht zur Nachahmung empfohlen ist. 😉

Erst einmal die vielen Namen, unter denen sie noch bekannt ist:

  • Bayrisch: Hetscherl [hεεdschal], Hetschepetsch [hεεdschebεεdsch], Hädschibe, Hagebutz [hɔɔgebuds], Hagenbutz [hɔɔgnbuds]
  • Fränkisch: Hiffe, Hiften [hiftan], Hippe
  • Norddeutsch: Wiepeldorn
  • Österreichisch: Hetscherl [hεεdschal], Hetschal, Hetschepetsch [hεεdschebεεdsch], Hetschepetschen [hεεdschebεεdsch(en)]
  • Ostfränkisch: Hiefe
  • Plattdeutsch: Egeltiere, Hahnpoten, Hahnpootj / Hahnenpotj, Hahnpootjen / Hahnspootjen, Hahnpoit / Hahnpoiten, Hahnputtjen / Hahnsputtjen (Pellworm), Hahnpootjer, Hahnpottjen, Hahnpoitjen, Hahnpöten, Hahnpuiten, Hahnpuitjen, Hahnputtj, Hahneputen, Hoinpoit.
  • Schwäbisch: Hägen [heegn], Hägala
  • Schyzerdeutsch: Butte

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Bärlauch-Geschichten Teil II

Der Bärlauch ist schon lange einer meiner persönlichen Lieblinge. Lange bevor er seine jetzige Bekanntschaft erreicht hatte und in jeder Ecke Rezepte für das frühe Kraut sprießten. Trotzdem hätte ich nicht erwartet, dass ich soviel zu erzählen finde. Eins führt zum Nächsten und die Arkanistin lacht sich einen Ast, wie ich hier aus dem Schreiben nicht rauskomme. Eure Gelegenheit! Wenn es Fragen gibt oder ich zu etwas Bestimmtem schreiben soll – zum Thema Bärlauch oder einem anderen Kraut – immer raus mit der Sprache. 😉

Damit genug der Vorrede und auf geht’s zum 2. Teil der Bärlauch-Geschichten:

Bärlauch
Quelle: Flickr, rosmary

Neben den Verordnungen ‚gekrönter Häupter‘ gibt es auch viele historische Dokumente, die sich mit dem Bärlauch befassen:

Der Arzt und Kräuterkundige Hieronymus Bock (1498 – 1554) erwähnt in seinem Kräuterbuch den Bärlauch, hier als ‚Waldknoblauch‘ bezeichnet.

„Solcher walt Knoblauch ist vberauß inn seiner gantzen substantz eins vbelen starcken geruchs vnd bösen geschmacks. Das rindt vihe/ wa es in der weyde (in der ersten ehe das andere kreütter wachsen) das wild Knoblauch kraut versucht/ so schmackt vn reücht die milch/ die käß/ vnd der butteren so starck nach dem Knoblauch/ das niemands die selbige (er hab es dann wol gewonet) versuchen oder niessen mag. Solches hab ich selbers erfaren vnd mit andern wargenomen. (…) Diser walt oder schlangen Knoblauch stinckt vbeler dann der zam/ mag vileicht inn der artznei/ gifft zuvertreiben krefftiger sein/ dann der zam. „Bärlauch-Geschichten Teil II“ weiterlesen

Bärlauch-Geschichten

Ein wenig lustig ist es schon: Alles redet über den Bärlauch und Rezepte kommen in Massen auf. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da wußte noch kaum jemand etwas über den ‚wilden Knoblauch‘ – geschweige denn über sein wundervolles Aroma. Langsam dann hat auch die Marktwirtschaft die Pflanze entdeckt und es kamen so neckische Sachen auf wie eine kleine Handvoll Bärlauchblätter in Plastik gekleidet für mind. 3 Euro. Kopfschütteln gratis inklusive.

Keine Frage, dass Bärlauch auch selber zu sammeln geht oder auch im Garten gepflanzt werden kann.

Bärlauch
Quelle: Flickr, rosmary

Iß Lauch im März, wilden Knoblauch (Bärlauch) im Mai,
dann haben die Ärzte das ganz Jahr über frei.
(Bauernregel)

Der Bärlauch ist unter erstaunlich vielen Namen bekannt und war vor seiner ‚Ruhepause als Nutzpflanze‘ schon bei den Germanen und Kelten bekannt.

Waldlauch/wilder Lauch, Rämschelen, Teufelsknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, wilder Knoblauch/Waldknoblauch, Latschenknofel, Ränsel, Rams, Hexenknofel, Judenzwiebel, Wurmlauch, Knoblauchrauke, Waldherre, Ramsel, Ramschel.

Einige der Namen lassen vermuten, dass der Bärlauch nicht immer in gutem Ruf stand oder möglicherweise auch in Mißkredit gebracht werden sollte.

Ramser oder Rämsch, der volkstümlich gebräuchliche Name für den Bärlauch leitet sich vom germanischen Wort ‚hramusan‘ bzw. dem althochdeutschen ‚ramsada‘ ab. Dabei handelt es sich um Bezeichnungen für Zwiebel- bzw. Lauchgewächse.

Der lateinische Name Allium ursinum bedeutet ‚für Bären geeigneter Knoblauch‘. „Bärlauch-Geschichten“ weiterlesen

Spät kommt es, aber es kommt

Ich habe ja schon einiges vergessen, aber ein Buch abzuholen bis jetzt noch nie. Aber wie heißt es so schön: Es gibt immer ein erstes Mal. 😉

Im Januar habe ich bei einer Buchverlosung der Buchgesichter mitgemacht – verlost wurde ‚Im Schatten der Königin‘ von Tanja Kinkel – und auch gewonnen. Gemerkt habe ich das erst jetzt im Oktober, als mir eine ungeöffnete PN auffiel. *hust* Zum Glück habe ich das Buch noch bekommen, sogar erstaunlich schnell nach meinem Versäumnis. An dieser Stelle also nochmal ein großes Danke an die Buchgesichter 🙂

Erhalten habe ich das Buch am Samstag und werde heute gemütlich im Café sitzen, um dort mit der Lektüre zu beginnen.

Für euch gibt es erstmal eine Rezension von einem anderen Buch von Tanja Kinkel, dass ich auch sehr mag:

Die Söhne der WölfinDie Söhne der Wölfin by Tanja Kinkel
Flexibler Einband, 509 Seiten
Erstausgabe: 01.12.2002 bei Goldmann Verlag
My rating: 5 of 5 stars

Ilian – die Novizin der Hohepriesterin und ihre insgeheim erwählte Nachfolgerin – ist schwanger. Nach ihrer Behauptung ist der Vater des ungeborenen Kindes ein Gott. Einziger Haken an der Sache ist nur, dass ihr keiner glaubt und sie auch vor dem Prüfungsritual zurückscheut. Als Folge werden Ilian Name und Stand genommen. Die nun Namenlose sieht sich verbannt und dem ehemaligen Sklaven Faustulus als Weib mitgegeben – zusätzlich zu einer Handvoll Schweine und zwei trächtigen Kühen.

Damit beginnt die Geschichte um die Mutter von Romulus und Remus.
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