Zwei-Monats-Rückblick

Wem ist alles aufgefallen, dass es eine kleine Blogpause gegeben hat? 😉
Völlig ungeplant hat sich die Ruhepause entwickelt und gutgetan. So langsam lesen wir uns wieder ein und natürlich hat sich auch einiges getan.

Was haben wir nun in der Zeit gemacht:
Natürlich viel gelesen und auch einige neue Bücher in’s Haus geholt.

Der KaffeediebGeschichten, die heilenDas Schneekind

Der Kaffeedieb – ein wunderschön haptisches Buch, fügt sich hervorragend vom Äußeren in den Zeitrahmen ein. Gut recherchiert. Rezension folgt.
Geschichten, die heilen – völlig andere Blickwinkel auf die Weltreligionen. Aber eben nicht nur, auch die Sufi und Natives komemn zu Wort und liefern ausreichend Stoff für eigene Gedanken.
Das Schneekind – Braucht Zeit, um sich (für das Buch) zu erwärmen. Unbedingt lesen, gerade weil nichts beschönigt wird. Tolle Bilder. Trotz der zweifelnden Stimmen zum Wahrheitsgehalt des Buches – für mich auf jeden Fall lesenswert. „Zwei-Monats-Rückblick“ weiterlesen

Tag 10 und 11: Vier um die Welt und das Farnese-Komplott

Heute erlaube ich mir einen kleinen Ausrutscher. Die Auktion geht immer noch weiter. Aber einer meiner größten Musikhelden ist heute gestorben. Dabei hätte ich ihm locker zugetraut, noch mindestens weitere 20 Jahre hier zu sein.

Also gibt es heute meine ganz eigene Hommage für David Bowie. Chapeau für alles.

Und ich bleibe doch dem Thema treu, auch hier kommen Hühner vor. 😉 Nach meiner Vorstellung liebte David schrägen Humor, es hätte ihm vermutlich gefallen.

Zur Weitergabe kommen heute zwei Bücher, einmal ein Reisebericht und einen Krimi. „Tag 10 und 11: Vier um die Welt und das Farnese-Komplott“ weiterlesen

Ist das nun wirklich ein Krimi?

Tote Tulpen von Jaromir Konecny
Flexibler Einband, 240 Seiten
Erstausgabe : 01.04.2014
DTV Verlag
ISBN: 9783423740043

Die Entscheidung für die Reise mit den Tulpen war eher eine zögerliche. Wie das eben so ist, wenn man sich auf völlig neues Terrain wagt. Mißtrauisch wird beäugt, was sich einem da anbietet: Ein sehr ungewöhnlicher Titel und ein ebenso ungewöhnliches Titelbild. Und dass soll nun ein Krimi sein?
Andererseits – es sieht interessant aus. Das Schriftbild lässt mich an alte Druckbilder denken und gleichzeitig tröpfelt Blut herunter – direkt in das harmlose Himmelblau. Und den Tulpen werden die Köpfe abgeschossen. Das will ich nun doch genauer wissen und stürze mich in das Abenteuer:

Gerade mal aus dem Knast entlassen und auch nur auf Bewährung. Da macht es sich nicht gut, wenn man bei der (geplanten) Vorstellung über eine Leiche stolpert. Und dann noch von der Tochter des Hauses mit dem Unkrautstecher als Mordgerät in der Hand erwischt zu werden, verbessert die Lage auch nicht wirklich.

Kurz gesagt: Leon’s Leben verläuft nicht gerade rosig und so wie es jetzt aussieht, kann sich der 16-Jährige auch gleich wieder von seiner  frisch gewonnenen Freiheit verabschieden.

Soweit zumindest seine Gedanken, als er von ebenjener Tochter – Laura – mit einer Waffe bedroht wird. Bestimmt wird sie jetzt die Polizei rufen, ihn als Mörder anschwärzen und auch gleich auf die Mordwaffe in seinen Händen hinweisen.

Typischer Fall von denkste!

Laura glaubt ihm – tatsächlich.
Und damit nicht genug wischt sie auch noch alle Fingerabdrücke ab und findet die Leiche ’noch einmal‘.

Damit kommt dann auch der Ball in’s Rollen. Hauptkommissar Hauptmann betritt die Szene und verbietet sich ausdrücklich jede Einmischung in diesen Fall.

Soll er reden!

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Bei Whisky hört die Freundschaft auf

Dalmore JazzDalmore Jazz von Mara Laue
Flexibler Einband, 300 Seiten
Erstausgabe : 01.03.2014
Goldfinch Verlag
ISBN: 9783940258311

Genußkrimis werden von mir von Mal zu Mal mehr geschätzt. Der Grund liegt auf der Hand – im richtigem Mischungsverhältnis werden meine Vorliebe für gutes Essen (oder in dem Fall gute Getränke) und gute Lektüre zur Zufriedenheit bedient.

Dieses Mal habe ich mich auf zusammen mit Rowan Lockhart auf die verschneiten Pfade des winterlichen Edinburgh begeben.
Der alteingesessenen und durchaus noch berühmnten Band ist ihr Markenzeichen/Maskottchen gestohlen worden: Die namensgebende Flasche Dalmore Whisky.

Der Whisky ist zwar schon lange ausgetrunken – aber dafür hängen jetzt die Locken jedes einzelnen Gründungsmitgliedes in der Flasche.
Also kann doch nur ein besonders hartnäckiger Fan für diesen Diebstahl verantwortlich sein. Wie der verrückte Ami, der gestern so beharrlich versuchte, die Flasche der Band abzukaufen und erst nach eindrücklichster Aufforderung abgezogen ist.

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Sünden und Buße im Mittelalter

Sehet die Sünder von Liv Winterberg
Flexibler Einband, 432 Seiten
Erstausgabe: 12.12.2012 beim dtv Verlag
ISBN: 9783423249409
My rating: 3 of 5 stars

In der Bretagne 1440 kommt es zu immer häufigeren Morden. Alle geschehen sie in dem kleinen Dorf Saint Mourelles. Und zerreißen damit auch immer weiter die ansonsten funktionierende Dorfgemeinschaft. Die Angst greift immer weiter um sich und es dauert auch nicht wirklich lange, bis Angst und übelste Verdächtigungen die Runde machen.
Weil einfach keiner mehr weiß, wem ist noch zu trauen?
Wer sagt die Wahrheit?
Und vor allem – wer steckt dahinter?
Wer ist der Mörder?

Verdächtige hierzu gibt es genug.
Der Lehensherr des Dorfes – der Baron Amédé de Troyenne
Sein Hauptmann, der allgemein einen sehr finsteren Ruf genießt.
Der Bischof, der sich nach und nach die Ländereien aneignet.
Oder doch Catheline, die Haushälterin des alten Dorfpfarrers.

Keiner in dem kleinen Dorf ist mehr sicher, nicht unter Verdacht zu geraten.

Da auch jeder der genannten Verdächtigen noch seine eigene Vergangenheit hat, an der er mitunter schwer trägt, ist es bis zum Ende offen, wer nun hinter den ganzen Greueltaten steckt. Selbst als sich bereits eine Lösung abzeichnet und ein Geständnis offen zu liegen scheint, bleiben immer noch Zweifel offen. Ob dieses Geständnis nun wahr ist oder von der Furcht vor der Folter erzwungen wurde.

Insofern ist ‚Sehet die Sünder‘ eine wirkliche spannende Geschichte, die einen bis zuletzt im Unklaren lässt.
Jetzt wäre es noch wünschenswert gewesen, die einzelnen Geschichten, die in der Erzählung mit reinschwingen, stärker ausgelotet zu sehen und damit auch die Beweggründe der Betroffenen.

Eine neuzeitliche Suche nach Gold

Rotes GoldRotes Gold by Tom Hillenbrand

Paperback, 340 pages
Published April 19th 2012 by Kiepenheuer & Witsch
My rating: 3 of 5 stars

 

Es gibt viele Gründe, warum eine Buchbesprechung länger dauert als ursprünglich vorgesehen.
Die Ruhe oder die Zeit fehlt.
Die richtigen Worte wollen sich nicht einfinden.

Beides trifft hier zu… Es war keine leichte Entscheidung, was ich über das ‚Rote Gold‘ schreiben möchte.

Tom Hillenbrand’s erstes Buch über Xavier Kieffer war mein erster kulinarischer Krimi überhaupt und hat mich für dieses Genre eingenommen.
Besonders, weil das Grundthema neben dem aufzuklärenden Mord bei mir offene Türen einrennt:

Die Lebensmittelindustrie und was so dem Essen beigemengt sein kann.

Xavier ist ein Verfechter der guten alten Handwerkskunst, kein Anhänger der hochgejubelten Sterneküche, die immer und um jeden Preis up to date sein muss.

Das macht ihn sympathisch.

Und darum geht es auch in dem 2. Kriminalroman mit dem luxemburgischen Koch, um die Feinheiten der gehobenen Küche und den damit verbundenen Ränkespielen.
Kieffer verdankt seiner Freundin Valérie (ihres Zeichens Inhaberin des Restaurantführers Guide Gabin) die Einladung des Pariser Bürgermeisters zu einem sehr speziellen Sushiessen im Musée d’Orsay. Um dann dort auch wieder mit einen unerwarteten Todesfall konfrontiert zu werden: Der Sushimeister Ryuunosuke Mifune – ein überzeugter Anhänger der traditionellen japanischen Kochkunst – verstirbt während der Zubereitung der ausgesuchten Menüfolge plötzlich. Als Diagnose wird ‚Fischvergiftung‘ angegeben.

So weit, so gut. Es nimmt nicht weiter Wunder, dass Xavier schnell über die ersten Widersprüche stolpert und auch auf Drängen des Bürgermeisters über die wahren Hintergründe zu ermitteln beginnt.

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