3106 Gramm

Soviel Fleischreste haben wir heute an der Wurst-/Fleischtheke gekauft. Eine so große Menge, dass ich immer noch fassungslos bin.

Das alles sollte weggeschmissen werden!

Würden zwei Personen jeden Tag 200 g Wurst essen, würde das für rund acht Tage genügen. Und es waren immer noch Reste da, die jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in der Mülltonne gelandet sind! Von nur einem einzigen Tag.

Selbst wenn man sich schon mit dem Thema beschäftigt hat oder den Film ‚Taste the Waste‘ gesehen hat, ist es doch etwas völlig anderes, diese Menge an Wohlstandsmüll selber zu sehen. Und in Gedanken hochzurechnen, wieviel mehr an Lebensmitteln allein in einem Supermarkt und in einer Woche weggeschmissen werden.

Ohne jeden Grund. Einfach nur, weil es – wie hier – Endstücke von Wurstwaren sind oder Gemüse/Obst/Brote, die ein paar Tage zu lange gelegen sind und nun aussortiert werden. Das es dabei keinen einzigen gesundheitlichen Grund gibt, scheint kaum jemand zu stören. Zumindest nicht die Geschäftsleitung, die dieses Verfahren ausdrücklich anordnet.

Ich kann nur jedem raten, sich nach übriggebliebenen Lebensmitteln zu erkundigen. Die sind einwandfrei und kosten auch oft einen Bruchteil von dem, was sonst für die gleiche Menge über die Ladentheke wandern muss.

Die Qual der Wahl

Nach langem Hin und Her habe ich mich jetzt für das Lesen entschieden.
Was bedeutet, ich werde hier doch mehr über Bücher schreiben als über das Kochen. Letztendlich lese ich eben doch mehr als ich koche. Ein Buch mitzunehmen und im Bus zu lesen ist eben doch einfacher. Versuch das mal mit einer Herdplatte. 😉

Das heißt nicht, dass ich nicht koche. Im Gegenteil. Gerade jetzt werde ich wieder zur Hochform auflaufen – der Frühling lässt sich nicht mehr verleugnen. Also werden mir über Kurz oder Lang eine Unmenge an Kräutern in’s Haus stehen und meine Wunschpläne können wieder zu einem guten Stück umgesetzt werden.

Nur gehört zu einem guten Beitrag auch das Foto – und abends noch mit der Kamera das Essen zu fotografieren, solange bis der künstlerische Anspruch befriedigt ist, dann auf den PC übertragen und nachbearbeiten – bis dahin ist entweder das Essen kalt oder mir die Freude daran vergangen.

Und immerhin geht es hier um die Kunst des Lebens.
Und welch größere Kunst könnte es geben, als mit einem guten Buch in der Sonne zu sitzen, einen guten Kaffee vor sich und sich von dem Autor in fremde Welten einladen zu lassen und neue Gedanken in sich reifen zu spüren.

Und wer weiß – wenn mir mal wieder etwas so gut gelingt, dass ich mich vor Begeisterung nicht zurückhalten kann… werde ich mir vielleicht auch einen kleinen Rückfall erlauben. 😉

Anders leben

Unter den Kommentaren von  Vor mir die Welt entwickelt sich gerade eine sehr spannende Unterhaltung. Auch zum Thema „größer, weiter, besser, schneller (!)“ kamen einige interessante Bemerkungen auf. Die mir natürlich Wasser auf der Mühle sind 😉 Gerade dieses „Wer leistet am Meisten…“ kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Der Sinn dahinter erschließt sich mir einfach nicht. Und mir fehlt auch nichts dabei, wenn ich mich da raus nehme. Im Gegenteil.
Und mal ehrlich – wem ist bis jetzt schon die Arbeit weggelaufen? 😉 Sicher, es gibt immer mal wieder Sachen, die eilig sind. Aber längst nicht soviel, wie einem immer suggeriert wird. Und die Qualität des Endergebnisses ist erfahrungsgemäß auch besser, wenn man langsam(er) und ruhig arbeitet. Völlig unabhängig davon, ob es sich nun um etwas Handwerkliches oder eine geistige Arbeit handelt.

Auffallen tut mir das immer wieder in dem Zusammenhang zu „das möchte ich mir einmal leisten können, was du da tust.“ Ein Satz, der mir inzwischen meist nur noch ein Grinsen entlockt. Weil ich weiß, dass auch oft kommt „ich kann das nicht.“ Interessanterweise von Menschen, die viel Zeit bei der Arbeit verbringen. Sicher haben diese Menschen dann auch in der Regel mehr Geld. Aber mehr freie Zeit für sich? Und dann ist da noch der kleine Gedanke im Hintergrund, ob sie wirklich so glücklich sind, wie sie behaupten?