Nebelmonat November

Kalt ist es geworden, aber so richtig. Auf den November kann man sich verlassen, treu und sicher wird es spätestens in den letzten Tagen so kalt, dass man sich mit einer heißdampfenden Tasse Schokolade vor dem Kamin einmuscheln möchte und sich Geschichten erzählen.

IMG_3414 Heiße Schokolade im Grand Hotel Europa© by tin.G

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Zum Dezember

Diese Zeilen hätten schon letzte Woche ‚erscheinen‘ sollen. Warum es dann doch nicht dazu kam – das analoge Leben rief und das mit Macht. 😉 Also auf ein Neues:

Um die Bücherwelt ist es immer noch relativ ruhig. Schlaf der Vernunft von Frau Kinkel wird gerade gelesen, in kleinen Etappen.

Neu hinzugekommen ist die vom Manesse Verlag im Oktober neu erschienene komplette Übersetzung des Kopfkissenbuches der Dame Sei Shonagon. Aller Skepsis zum Trotz einer neuen Übersetzung gegenüber, die möglicherweise der Ausdrucksweise eines völlig anderen Zeitalters wie der Heian-Zeit nicht gerecht werden würde. Zwei Ausgaben einer teilweisen Übersetzung habe ich bereits (eine davon vom Manesse Verlag) und die Unterschiede könnten kaum größer sein.

Copyright by: Manesse VerlagCopyright by: Manesse Verlag

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Summerbird’s Legende

SommervogelSommervogel von Sanna Seven Deers
Flexibler Einband, 360 Seiten
Erstausgabe 30.09.2015
Merlin Verlag
ISBN: 9783875363166

Claire’s Reise nach Kanada kommt ungeplant und eher unfreiwillig. Ihr eigenbrötlerische Onkel Ben hat sich das Bein gebrochen und der Bitte der Mutter kann sie sich nicht entziehen. Beruflich wie privat liebt sie die möglichst unberührte Natur und entdeckt schnell die einmalige Schönheit der kanadischen Rocky Mountains. Dazu erfährt sie von der Legende um Summerbird, die bis in die Gegenwart ihre Kreise zieht…

Die Geschichte von Summerbird lässt sich in drei Teile unterscheiden: „Summerbird’s Legende“ weiterlesen

Zum November

Die letzten Wochenenden galten vorrangig der Ruhe. Viel ausruhen, Beine hochlegen und nochmals ausruhen. Stille hat was sehr angenehmes. Kann ich nur jedem empfehlen.

Also gibt es jetzt einen Monatsrückblick und auch meine Leseempfehlungen. die allerdings etwas sparsamer ausfallen werden, da der PC relativ selten besucht wurde. Stichwort Ruhe. 😉

Wie schon hier geschrieben, wurde viel Zeit und Energie dem Ausmüllen gewidmet. Altlasten loswerden und noch ist kein Ende in Sicht. Ob es jemals zum Minimalismus kommt, ist offen. Aber das Anschaffen von neuen Dingen geht auf jeden Fall wesentlich bewußter vor sich. Es soll auf keinen Fall etwas sein, dass nur ungenutzt und unbemerkt in einem Eck vor sich hinvegetiert. Schön und am Liebsten Handarbeit und wenn möglich auch noch mit einem praktischen Nutzen. Aus dem Gesichtswinkel gibt es auch einen relativ kurzen Artikel zur Wegwerfpolitik und Wohlstandsgesellschaft.

Überhaupt liegt der Schwerpunkt in den letzten Wochen viel bei den Vorbereitungen zu Yul und den verborgenen Wirkungen der Näschereien für diese Zeit. „Zum November“ weiterlesen

Lesemomente 2014

Dieses noch und dann ist genug mit den Rückblicken.

Für die letzte Zeit habe ich mir eine Lese-Auszeit gegönnt und mir die Zeit mit viel Nichtstun, langen Frühstücken und einigen neuen Erfahrungen in der Küche vertrieben. Die Auszeit hat gut getan und die Rezensionen, die ich noch schreiben möchte, werden auch noch drankommen.

Bis dahin zu den Buchschätzen von 2014:

43 Bücher wurden gelesen. Der größte Teil von Autoren, die zum ersten Mal gelesen wurden. Viele davon auch solche, die ihr erstes Buch veröffentlicht haben. Die Leseerlebnisse liefen von überraschend gut bis leider überhaupt nicht so wie erwartet. „Lesemomente 2014“ weiterlesen

Sasquatch, Winter und eine Suche

Schatten im Schnee von Sanna Seven Deers
Fester Einband, 152 Seiten
Erstausgabe : 27.05.2014
LittleTiger Verlag
ISBN: 9783931081966

Abenteuer auf der Beaver Creek Ranch mitten im tiefsten Winter und in Kanada auch mit der gehörigen Portion Schnee, die man sich hier nur erträumen kann.

Obwohl, wenn ich mir die Kinder so durch den Schnee stapfen sehe mit Schneeschuhen, Sonnenbrille der dunkelsten Sorte (um vor dem gleißenden Licht im Schnee zu schützen) und der Verpackung wie kleine Yetis, dann doch vielleicht ein kleines bischen weniger von der weißen Pracht.

Apropos Yetis.
Ich war sehr gespannt, ob Sanna Seven Deers in ihren Kinderbüchern auch die vertrauten Geschichten um die indianischen Mythologie mit einbindet. Ja tut sie.
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Raubbau für Öl

Auf den Schwingen der Schleiereule von Sanna Seven Deers
Flexibler Einband, 320 Seiten
Erstausgabe : 16.06.2014
Ullstein Verlag
ISBN: 9783548286013

Augenscheinlich ganz harmlose Geschehnisse können oft der Anfang von einer viel weitergehenden Geschichte sein. Der sprichwörtliche Stein, der in’s Wasser fällt und noch lange danach noch weite Kreise zieht.

Hier ist Sarah der ausschlaggebende Stein.
Aus beruflichen Gründen ist sie in Kanada unterwegs und und verliert im unerwartet aufgekommenem Nebel die Orientierung. Gefunden wird sie von der Indianerin Little Drum und deren Tochter Elisabeth.

30 Jahre später erreicht Sarah ein Brief aus Kanada.
Little Drum ist gestorben und hatte den Wunsch, Sarah bei ihrer Bestattung dabei zu haben.

Kurz darauf ist Sarah mit ihrer Tochter Elisabeth und ihrem Enkel Nik unterwegs nach Kanada.

Auf dem Weg zu dem Reservat, in dem Elisabeth mit Tochter Lynn und ihren Enkeln unter sehr harten Bedingungen lebt, erleben die Frauen zum ersten Mal die katastrophalen Auswirkungen von Ölsandabbau für die Umwelt. Aufgerissene Erde, riesige Krater in der Erde und selbst die kanadischen Regenwälder sind von dieser radikalen Methode der Ölgewinnung bedroht.

Schon die Beschreibung des nach kanadischen Maßstäben ’nächstgelegenen Ortes‘ Fort McMurray ist brutal. Beim Lesen bilden sich Bilder vor dem inneren Auge, als wäre man in eine Siedlung aus der Zeit des Wilden Westens in das 21. Jahrhundert versetzt worden. Allerdings ohne die Romantisierung, die in den meisten Westernfilmen gezeigt wird. Für Frauen ist es nicht ratsam, allein auf den Straßen unterwegs zu sein und es regiert das Gesetz des Stärkeren. Kaum vorstellbar, daß es in einem ‚zivilisiert scheinenden Land‘ wie Kanada solche Unsitten herrschen können.

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Juli-Auslese

Mit Rezensionen hinke ich immer noch gnadenlos hinterher und bin schon wieder fünf Bücher weiter. Manchmal kommt dann doch der Gedanke auf, für die Zukunft doch nur über Bücher zu sprechen, die mir gefallen haben. Dann würde sich der Stapel zum Schreiben wenigstens etwas reduzieren und das Sternevergeben könnte ich mir dann auch schenken. Auf den ersten Blick wäre es eine Überlegung wert. Ich werde es mal im Hinterkopf behalten.

Und nun zu meiner Lektüre im Juli, die dann doch umfangreicher war als erwartet. Kommt davon, wenn man mit einem kühlen Drink auf der Terrasse sitzt und die ganze Welt weit weit weg ist. Meistens zumindest. 😉

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Mythen, die die Welt retten?

Der Ruf des weißen RabenDer Ruf des weißen Raben by Sanna Seven Deers
My rating: 3 of 5 stars

Beginn der Geschehnisse ist ein Ruf der Ältesten von Chad Blue Knife’s Stamm zur einer besonderen Zeremonie, um sich die Hilfe der Geistwesen zu erbitten. Immer mehr Kinder verschwinden spurlos. Und das natürliche Gleichgewicht ist gestört. Grund genug, eine alte und nach Glauben der Natives machtvolle Zeremonie durchzuführen.

Nicht aus Zufall stolpert dann auch Myra Morgenstern (Nomen est Omen) in genau jene Zeremonie und wird unwissentlich von den Geistwesen ausgewählt, um bei der Suche nach den Kindern quasi ihr ‚ausführendes Organ‘ zu sein. Danach hat sie mehrere Visionen und beginnt mit Unterstützung von Chad und nicht zuletzt auch eben jener Ahngeister die Suche, die ihren Geist auch in die Vergangenheit und in die Zukunft führt. Und damit zu Runa und einem mächtigen Talisman und auch zu ihrem eigenen älteren Ich. Und zu dem Gegenspieler Morris, der ebenfalls dem Talisman und der Legende des Lachens der Kinder hinterherjagt. Und im wörtlichen Sinne vor nichts zurückschreckt, um Myra und Chad aufzuhalten.

Wenn man sich als Leser nicht schon ausführlicher mit den Mythen der Natives beschäftigt hat, kann vieles in dieser Erzählung sehr schwer nachvollziehbar sein. Eine Vorkenntnis in der Mythologie und den Legenden erleichtert auf jeden Fall die Erlebbarkeit der Geschichte. Oder die Bereitschaft, sich auf möglicherweise fremdartige Glaubensbilder einzulassen.

Dass die Autorin hier ihr erstes Buch veröffentlicht und die Sprache nicht so ausgefeilt ist wie bei erfahreneren Schriftstellern, tut der Erzählung für mein Dafürhalten keinen Abbruch. Die verschiedenen Personen sind ausführlich und auch mit ihren verschiedenen Schwächen einfühlsam gestaltet. Auch wenn man beim Lesen kaum Zweifel über den Ausgang der Jagd nach dem Talisman hat, ist der Weg dahin spannend beschrieben und auch die Erzählungen über Myra’s Reisen in die Vergangenheit und den Lebensweg von Runa machen den ‚Ruf des weißen Raben‘ zu einer Geschichte, die spannend zu lesen ist.

Nur die Hintergründe von Morris‘ Auftraggeber hinterlassen bei mir den Eindruck, nicht nachvollziehbar zu sein. Eine Firma, die in der Zukunft das Wissen erlangt, andere Menschen zu übernehmen wirft beinahe zwangsläufig die Frage auf, wie sie zu diesem Wissen gelangt ist und auch mehr über die Beweggründe ihres Handelns. Hier hätte mehr Ausführlichkeit dem Roman sicher noch eine zusätzliche Würze verliehen.

Im Fazit ein Buch für angenehme Lesestunden.