Zwei-Monats-Rückblick

Wem ist alles aufgefallen, dass es eine kleine Blogpause gegeben hat? 😉
Völlig ungeplant hat sich die Ruhepause entwickelt und gutgetan. So langsam lesen wir uns wieder ein und natürlich hat sich auch einiges getan.

Was haben wir nun in der Zeit gemacht:
Natürlich viel gelesen und auch einige neue Bücher in’s Haus geholt.

Der KaffeediebGeschichten, die heilenDas Schneekind

Der Kaffeedieb – ein wunderschön haptisches Buch, fügt sich hervorragend vom Äußeren in den Zeitrahmen ein. Gut recherchiert. Rezension folgt.
Geschichten, die heilen – völlig andere Blickwinkel auf die Weltreligionen. Aber eben nicht nur, auch die Sufi und Natives komemn zu Wort und liefern ausreichend Stoff für eigene Gedanken.
Das Schneekind – Braucht Zeit, um sich (für das Buch) zu erwärmen. Unbedingt lesen, gerade weil nichts beschönigt wird. Tolle Bilder. Trotz der zweifelnden Stimmen zum Wahrheitsgehalt des Buches – für mich auf jeden Fall lesenswert. „Zwei-Monats-Rückblick“ weiterlesen

Spekulativer Weizen

Letzte Ernte von Tom Hillenbrand
Flexibler Einband, 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch Verlag, 20.06.2013
ISBN 9783462045338
3 von 5 Sternen

Im dritten Band gewöhnt sich Xavier langsam an das andere Leben an der Seite seiner Freundin Valerie. Und ein Mann stolpert auf der Luxemburger Sommerkirmes (Schobermesse (lux. D’Schueberfouer, genannt d’Fouer) in das Zelt des ehemaligen Sternekochs und wird kurz darauf ermordet aufgefunden.

Dieses Mal geht es nur indirekt um Morde im Kochmilieau, trotzdem Lebensmittel und ihre Herkunft wieder eine große Rolle in dem Roman spielen. Der Ablauf der Handlung ist jedoch wesentlich schwerer zu verfolgen als in den letzten beiden Büchern um den luxenburgischen Koch. ‚Zu sehr‘ spielt alles im Bereich der Börse, der Lebensmittelspekulation und dem immer weiter ausufernden Handel der Banken mit Lebensmitteln. Indirekt bekommt das auch Xavier zu spüren bei den Einkäufen für sein Restaurant.

Auch wenn sich am Ende alle Fragen aufklären und die Handlungsabläufe ihren Sinn ergeben, ist dieser Krimi auf den ersten Blick nicht ganz so fesselnd wie die vorigen Bände.

Die sehr verstrickten Machenschaften der Banken um die Wetten an der Börse mit Weizen und anderen Grundnahrungsmitteln lassen jeden, der nicht unmittelbar mit der Branche zu tun hat, oft ratlos am Rand stehen. Kieffer geht es da nicht anders. Selbst wenn er den Vorzug hat, einige Kontakte zur Börse und zu maßgebenden Leuten in der EU zu haben, die er zwecks nähere Erklärungen aufsuchen kann.

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Juli-Auslese

Mit Rezensionen hinke ich immer noch gnadenlos hinterher und bin schon wieder fünf Bücher weiter. Manchmal kommt dann doch der Gedanke auf, für die Zukunft doch nur über Bücher zu sprechen, die mir gefallen haben. Dann würde sich der Stapel zum Schreiben wenigstens etwas reduzieren und das Sternevergeben könnte ich mir dann auch schenken. Auf den ersten Blick wäre es eine Überlegung wert. Ich werde es mal im Hinterkopf behalten.

Und nun zu meiner Lektüre im Juli, die dann doch umfangreicher war als erwartet. Kommt davon, wenn man mit einem kühlen Drink auf der Terrasse sitzt und die ganze Welt weit weit weg ist. Meistens zumindest. 😉

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Eine neuzeitliche Suche nach Gold

Rotes GoldRotes Gold by Tom Hillenbrand

Paperback, 340 pages
Published April 19th 2012 by Kiepenheuer & Witsch
My rating: 3 of 5 stars

 

Es gibt viele Gründe, warum eine Buchbesprechung länger dauert als ursprünglich vorgesehen.
Die Ruhe oder die Zeit fehlt.
Die richtigen Worte wollen sich nicht einfinden.

Beides trifft hier zu… Es war keine leichte Entscheidung, was ich über das ‚Rote Gold‘ schreiben möchte.

Tom Hillenbrand’s erstes Buch über Xavier Kieffer war mein erster kulinarischer Krimi überhaupt und hat mich für dieses Genre eingenommen.
Besonders, weil das Grundthema neben dem aufzuklärenden Mord bei mir offene Türen einrennt:

Die Lebensmittelindustrie und was so dem Essen beigemengt sein kann.

Xavier ist ein Verfechter der guten alten Handwerkskunst, kein Anhänger der hochgejubelten Sterneküche, die immer und um jeden Preis up to date sein muss.

Das macht ihn sympathisch.

Und darum geht es auch in dem 2. Kriminalroman mit dem luxemburgischen Koch, um die Feinheiten der gehobenen Küche und den damit verbundenen Ränkespielen.
Kieffer verdankt seiner Freundin Valérie (ihres Zeichens Inhaberin des Restaurantführers Guide Gabin) die Einladung des Pariser Bürgermeisters zu einem sehr speziellen Sushiessen im Musée d’Orsay. Um dann dort auch wieder mit einen unerwarteten Todesfall konfrontiert zu werden: Der Sushimeister Ryuunosuke Mifune – ein überzeugter Anhänger der traditionellen japanischen Kochkunst – verstirbt während der Zubereitung der ausgesuchten Menüfolge plötzlich. Als Diagnose wird ‚Fischvergiftung‘ angegeben.

So weit, so gut. Es nimmt nicht weiter Wunder, dass Xavier schnell über die ersten Widersprüche stolpert und auch auf Drängen des Bürgermeisters über die wahren Hintergründe zu ermitteln beginnt.

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Ich habe Gold gefunden

Genauer gesagt ‚Rotes Gold‘, den neuen Roman von Tom Hillenbrand. Und zwar über eine Verlosung bei lovelybooks zu einer Leserunde mit dem Autor. Für die Rabin also ein absoluter Leckerbissen. 😀 Ein Krimi, der sich noch mit einem weiteren bevorzugten Themengebiet von mir befaßt: Nämlich dem guten Essen und dem ein oder anderen Seitenhieb in Richtungs Lebensmittelindustrie. Und dann darf ich noch den Autor löchern, bis er aussehen wird wie mein Küchensieb. 😉 Was kann man sich da noch mehr wünschen. Höchstens noch ein persönliches Interview oder… achwas, UND eine Reise nach Luxemburg. 😀

Ich kann es kaum erwarten, bis ich das Buch am 05.05. endlich in Händen halten werde. Auch, weil die ‚Teufelsfrucht‘ mein erster kulinarischer Krimi gewesen ist und mich sofort für dieses Genre eingenommen hat.

Geschmackvoller Leckerbissen

Teufelsfrucht: Ein kulinarischer KrimiTeufelsfrucht: Ein kulinarischer Krimi by Tom Hillenbrand

Paperback, 304 pages
Published April 18th 2011 by Kiepenheuer & Witsch
My rating: 4 of 5 stars

Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer hat der Haute Cuisine abgeschworen und betreibt in der Luxemburger Unterstadt ein kleines Restaurant, wo er seinen Gästen lokale Küche serviert. Ein Geheimtip der Einheimischen und kaum von Touristen zu finden, wie es dem ruhig lebenden Restaurantbesitzer gerade recht ist. Umso größer ist dann auch die Überraschung, als ein Restaurantkritiker von Gabin vor der Tür steht und nach der Vorspeise tot zusammenbricht. Demzufolge ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Xavier unter Mordverdacht steht.

Die „Teufelsfrucht“ ist mein erster Krimi, den ich gelesen habe und mir haben Schreibstil und Tempo sehr zugesagt.

Zum Einen lässt es der Autor ruhig angehen, die Geschichte hat die nötige Zeit, sich zu entwickeln und man stolpert auch nicht alle Naselang über eine Leiche. Thomas Hillenbrand gelingt es auch ohne überflüssige Gewaltszenen sehr gut, die Spannung aufrecht zu erhalten.

Zum Anderen wird einem die Eigenwilligkeit der beteiligten Personen sehr lebendig beschrieben, die nicht nur auf die Zusammenhänge mit dem Todesfall reduziert werden, und dadurch auch der ein oder andere Schmunzler entlockt. Gerade die detailreiche Beschreibung der Luxemburger Umgebung, Sinn und Unsinn der EU-Vorgänge lässt einen beinah vergessen, dass man gerade einen Krimi liest. Was aber nicht zwingend ein Nachteil sein muss. Im Gegenteil finde ich es sehr ansprechend, dass auch die Vergangenheit von Xavier Kieffer beleuchtet wird und beispielsweise durch seinen besten Gast und Freund auch mit einem Augenzwinkern einige Seitenhiebe auf die EU-Normen serviert werden.

Als besonderes Sahnehäubchen in diesem Buch gefällt mir, dass zumindest auch ansatzweise interessante Einblicke auf die Vorgänge hinter den Kulissen von Sterneköchen und Lehensmittelindustrie gewährt werden. Die Beschreibungen sind sehr plastisch und auch geeignet, eine Gänsehaut hervorzurufen (je nach Vorstellungskraft). Besonders, wenn man weiß, dass dies durchaus den Tatsachen entspricht.

In den letzten Kapiteln steigert sich dann die Spannung auch noch schlagartig und sorgt für einige überraschende Wendungen, die mir sehr gefallen haben. Ich hätte nichts dagegen, wenn es noch mehr Bücher in dieser Richtung geben würde.