Die Teezeremonie

Die Philosophie des sado wird durch den Begriff wakei-seijaku beschrieben. Wa steht für das Öffnen des Herzens gegenüber dem anderen und für Freundlichkeit, während kei den gegenseitigen Respekt repräsentiert. Sei bringt die Sauberkeit und Reinheit zum Ausdruck, und zwar nicht nur die, die mit den Augen wahrnehmbar ist, sondern auch die des Geistes. Jaku schließlich zielt darauf ab, in jeder Situation Ruhe zu bewahren. Auch wabi und sabi sind zwei bekannte Begriffe, die mit dem Weg des Tees assoziiert werden. Wabi steht für die Idee der Wertschätzung der Reinheit des Geistes, der nicht von materiellen Wünschen beherrscht werden sollte, während sabi sich auf einen tugendhaften Zustand bezieht, der von allem Weltlichen losgelöst ist und bei dem man eine einfachere, reinere und erhabenere Lebensweise anstrebt. Ein weiterer sehr bekannter Begriff, dessen Ursprung im sado liegt, ist ichigo-ichie. Er bringt zum Ausdruck, dass sich Gastgeber und Gast der Zeremonie mit ganzem Herzen widmen und sich dabei bewusst werden sollten, dass das Leben stets launisch und unsicher ist, so dass die Zeremonie jedes einzelnen Tages ein einzigartiges Ereignis ist, das niemals wiederkehren wird.
Quelle: Botschaft aus Japan

Darüber gelesen wurde schon viel, es wurden auch schon Video’s gesehen. Aber wie es so ist – ein Video ist niemals gleichzusetzen mit der Realität. Selber dabei sein und es erleben. Meistens ist ein erster Besuch auch nicht ausreichend, um die Tiefe völlig oder im Ansatz zu erfassen. Aber eine erste Kontaktaufnahme ist es – mit der Kultur im Direkten. Soviel dazu, warum mich diese Zeremonie interessiert. Und eine Meisterin darüber sprechen zu hören, ist auch anders als darüber zu lesen.

Eine Teezeremonie als einen Ort des Friedens. Ein Ort, an dem keine Waffen mitgenommen werden und selbst verfeindete Samurai ohne Kampf sitzen können und diese ‚Auszeit‘ genießen können. Kein Wunder, dass es heißt ‚Grün ist Leben‘. Mir gefällt der Gedanke, dass es selbst in den kriegerischsten Zeiten einen Ort gibt, an dem sich verfeindete Männer in Ruhe treffen können.

Als absolutem Neuling fehlte mir die nötige Ruhe oder besser gesagt, ich war einfach zu neugierig auf alles, was sich um mich herum tat. Es war spannend, die vielen kleinen Details zu beobachten, die eine solche Zeremonie ausmachen. Klar, dass ich trotzdem gerade einmal an der Oberfläche gekratzt habe.

Die Zeit ist so schnell vergangen, ich habe es gar nicht gemerkt. Vielleicht ist genau das eines der inhaltlichen Ziele einer Teezeremonie.

Ich würde gerne Bilder von der Zeremonie zeigen. Nur bin ich dieses Mal ohne Kamera unterwegs gewesen, sie wäre auch kaum zum Einsatz gekommen.

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