Was geht und wie teuer darf’s sein

Es war noch warm, man konnte draußen sitzen bei Kaffee oder Wein und über Gott und die Welt diskutieren. Genauer gesagt über die Lebensmittelpolitik – über Qualität, Preis und vor allem Herkunft der gekauften Lebensmittel.

Und wie so oft wurde von mir begeistert berichtet, was ich gefunden habe oder eben als schlecht aussortiert habe. Über neue Möglichkeiten, regional und im Idealfall noch in Bio-/Fairtrade-Qualität einzukaufen freue ich mich immer wie Schnitzel. 😉 Da hat mich der Satz ‚dass kann sich aber nicht jeder leisten‘ schon eiskalt erwischt.

Natürlich kann sich Bioqualität nicht jeder leisten. Bei uns ist es auch nicht anders, dass der Preis öfter als einmal die monetären Möglichkeiten übersteigt.

Was dann allerdings sehr meinen Ehrgeiz anstachelt. Wenn schon nicht immer Bio geht, dann soll es wenigstens regional und in der bestmöglichen Qualität sein. Da kommt dann so richtig schön der Jäger und Sammler durch. 😉
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Frühstücksgedanken

Frühstücken sieht meistens so aus, dass einer Brötchen besorgt, einer deckt den Tisch. Ein bischen sieht es aus wie vor gefühlten 100 Jahren. Eine (inzwischen reparierte) Butterdose, Zuckerdose, Milchkännchen, Kaffeekanne, Salzstreuer, Eierbecher. Und natürlich das Geschirr. 😉

Dazu gibt es je nach Gusto Marmeladen, Gelees, Wurst, seltener Käse, Eier und Honig.
Und bis auf den Honig ist inzwischen auch alles ohne Plastik.

Der Honig sollte ein klassisches Umzugsopfer werden.
Ein Kühlschrank wurde ausgeräumt, bevor er abgebaut wird. Was macht man nun mit den ganzen Lebensmitteln, die sich natürlich angesammelt haben. Die einfachste Lösung war in dem Fall – wir schmeißen sie weg.

Einwandfreie Lebensmittel – teilweise mit einem Mindest-Haltbarkeitsdatum bis zum Jahr 2016. Ich war es müde, gegen Windmühlen zu reden – also habe ich gesagt, ich nehme alles mit. Und bin wie ein Packesel beladen durch die Straßen gelaufen.

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Spekulativer Weizen

Letzte Ernte von Tom Hillenbrand
Flexibler Einband, 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch Verlag, 20.06.2013
ISBN 9783462045338
3 von 5 Sternen

Im dritten Band gewöhnt sich Xavier langsam an das andere Leben an der Seite seiner Freundin Valerie. Und ein Mann stolpert auf der Luxemburger Sommerkirmes (Schobermesse (lux. D’Schueberfouer, genannt d’Fouer) in das Zelt des ehemaligen Sternekochs und wird kurz darauf ermordet aufgefunden.

Dieses Mal geht es nur indirekt um Morde im Kochmilieau, trotzdem Lebensmittel und ihre Herkunft wieder eine große Rolle in dem Roman spielen. Der Ablauf der Handlung ist jedoch wesentlich schwerer zu verfolgen als in den letzten beiden Büchern um den luxenburgischen Koch. ‚Zu sehr‘ spielt alles im Bereich der Börse, der Lebensmittelspekulation und dem immer weiter ausufernden Handel der Banken mit Lebensmitteln. Indirekt bekommt das auch Xavier zu spüren bei den Einkäufen für sein Restaurant.

Auch wenn sich am Ende alle Fragen aufklären und die Handlungsabläufe ihren Sinn ergeben, ist dieser Krimi auf den ersten Blick nicht ganz so fesselnd wie die vorigen Bände.

Die sehr verstrickten Machenschaften der Banken um die Wetten an der Börse mit Weizen und anderen Grundnahrungsmitteln lassen jeden, der nicht unmittelbar mit der Branche zu tun hat, oft ratlos am Rand stehen. Kieffer geht es da nicht anders. Selbst wenn er den Vorzug hat, einige Kontakte zur Börse und zu maßgebenden Leuten in der EU zu haben, die er zwecks nähere Erklärungen aufsuchen kann.

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Wochenende, Kräuter und Tomaten

Ein neuer großer Garten hat sich in mein Umfeld geschlichen und hat rausgefunden, daß ich eine rechte Kräuterhexe bin. Also bekomme öfter Setzlinge (super auch wenn mir leider langsam der Platz ausgeht) und Unmassen an Kräutern, weil auch dort langsam der Platz ausgeht. Was weniger super ist, da ich diese Massen natürlich auch nicht mal eben so verarbeiten kann. Dieses Mal waren es Salbeifluten, die über mich hereingebrochen sind. 😉 Im Kühlschrank stand gehackter Salbei für Butter oder zum Trocknen, je nachdem, im Wohnzimmer steht eine Dose Salbeibonbons (ca 1.6 kg und Pläne, wie diese noch verfeinert werden können), eine Ansatzflasche für Salbeiwein und unter dem Dach trocknet der Rest für Tee.

Daneben habe ich angefangen, die alljährlichen Tomaten zu trocknen.
Eine Fuhre ist mir leider verkohlt. Vermutlich waren die Tomaten zu klein und wären mit weniger Hitze auch zufrieden gewesen. :/ Dafür habe ich dieses Mal Tomatenmark eingekocht und damit schon die Vorratshaltung für die kalte Zeit begonnen. Praktischerweise gibt es einen Gemüsegärtner direkt vor Ort, der zu Saisonzeiten Gemüse/Obst auch mal superbillig hergibt – nicht erste Wahl, aber wer braucht das schon. Alles in allem ist es zwar sehr zeitaufwändig, aber trotzdem bin ich jeden Winter wieder froh um die aromatischen Sommerfrüchte.

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3106 Gramm

Soviel Fleischreste haben wir heute an der Wurst-/Fleischtheke gekauft. Eine so große Menge, dass ich immer noch fassungslos bin.

Das alles sollte weggeschmissen werden!

Würden zwei Personen jeden Tag 200 g Wurst essen, würde das für rund acht Tage genügen. Und es waren immer noch Reste da, die jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in der Mülltonne gelandet sind! Von nur einem einzigen Tag.

Selbst wenn man sich schon mit dem Thema beschäftigt hat oder den Film ‚Taste the Waste‘ gesehen hat, ist es doch etwas völlig anderes, diese Menge an Wohlstandsmüll selber zu sehen. Und in Gedanken hochzurechnen, wieviel mehr an Lebensmitteln allein in einem Supermarkt und in einer Woche weggeschmissen werden.

Ohne jeden Grund. Einfach nur, weil es – wie hier – Endstücke von Wurstwaren sind oder Gemüse/Obst/Brote, die ein paar Tage zu lange gelegen sind und nun aussortiert werden. Das es dabei keinen einzigen gesundheitlichen Grund gibt, scheint kaum jemand zu stören. Zumindest nicht die Geschäftsleitung, die dieses Verfahren ausdrücklich anordnet.

Ich kann nur jedem raten, sich nach übriggebliebenen Lebensmitteln zu erkundigen. Die sind einwandfrei und kosten auch oft einen Bruchteil von dem, was sonst für die gleiche Menge über die Ladentheke wandern muss.

Eine reine Verzweiflungstat

Sicher kennt fast jeder inzwischen schon das Thema ‚Herkunft der Lebensmittel‘. Es ist ja auch inzwischen hinreichend in dem Medien verbreitet und damit auch für Otto-Normalverbraucher nicht wirklich ein Fremdwort mehr. Davon gehe ich zumindest einmal aus.
Die zum Haareausraufen verführende Kehrseite ist die immer wieder in’s Gesicht schlagende Bequemlichkeit. Dass ich immer wieder über Menschen stolpere, die es vorziehen, in ihrer gewohnten Zone zu bleiben. Ohne Rücksicht auf Verluste werden Ressourcen verschwendet, Lebensmittel weggeschmissen, weil das MHD abgelaufen ist! Alternativen wie weiterschenken, sind in den Wind geredet. Mir zwar unverständlich, aber es ist so.

Manchmal möchte man da schon die Flinte in’s Korn werfen und sich eine nette Eigentumshöhle zwecks künftigem Einsiedlerdasein suchen. Gerettet hat mich für dieses Mal eine Dokumentation im Phönix, die mich zum Glück daran erinnert hat, dass es auch noch einen Gegenpol gibt.

Slowfood ist zwar nicht wirklich ein neuer Begriff, zumindest nicht für mich. Aber die Erinnerung, dass es auch noch andere Ansichten gibt – die tut schon gut. Ich war auch kurz davor, Mitglied zu werden. Was mich jetzt davon abhält, ist zugegebenermaßen die Höhe des Mitgliedsbeitrag (zumindest im Moment). Der ist auch sicher gerechtfertigt sein, wird von mir doch lieber in regionale Lebensmittel investiert werden.

Zu einigen Recherchen und interessanten Artikeln hat mich Slowfood trotzdem wieder geführt:
Slowfood-Magazin: Lebensmittelverschwendung stoppen – aber wie?
Saisonkalender von Slowfood
Die Essensvernichter

Ich könnte noch so viele Links beifügen, dass keiner mehr den Überblick hätte. 😉 Daher in aller Kürze: Sich bei Slowfood umsehen, lohnt auf jeden Fall. Aber bringt ausreichend Zeit mit.

Heute abend kommt übrigens noch ein interessanter Bericht zu Thema Lebensmittel im HR (21.45 Uhr):
Hilfe! Was essen wir?

Radieschen Revival

Nachdem ich heuer zu meiner eigenen Überraschung meine Vorliebe für Radieschen entdeckt habe, ist der schnelle Alterungsprozess dieses Kreuzblütengewächses für mich umso ärgerlicher. Schließlich – egal wie man es dreht und wendet – das Auge ißt schließlich mit. Und wer hat schon Appetit auf Radieschen, die aussehen als hätten sie ihre besten Zeiten schon längst hinter sich.

Also habe ich mich gestern zu einem Experiment entschlossen.

Die Zutaten:

  • Ein Bund Radieschen ohne Grünanteil,
  • Eine Glasschüssel mit Wasser.

Dort habe ich dem geliebten Gemüse für eine Nacht ein Heim gegeben und heute sind sie so gut wie neu 🙂 Und sehen einer glücklichen Zukunft in einem gemischten Salat entgegen 😉

Dieser Trick soll übrigens auch bei Mohrrüben funktionieren und im Eilfalle genügt auch eine Stunde Wirkzeit.