Ein kleiner Spickzettel

Saisonal kochen klingt so einfach. Ist aber eine echte Herausforderung. Versucht mal, Gemüse oder Obst bevorzugt dann zu verbraten nutzen, wenn es direkt vor der Haustür zu haben ist. Ruckzuck werden ein paar Mythen über Bord geworfen, wann was reif und zu bekommen ist.

Spinat ist das klassische Wintergemüse? Von wegen – schon im kommenden Monat ist mit ein bischen Glück wieder Spinat zu bekommen (und ich kann es kaum erwarten).

Jedenfalls – die saisonale Sache mit Obst, Gemüse, Kräutern ist ein echtes Glücksspiel mit (manchmal) eng getacktetem Zeitrahmen.

Und deshalb haben wir diesen kleinen Spickzettel zusammengestellt, was es im Februar an leckeren Früchtchen und Co. zu naschen gibt. Etwas Zeit ist ja noch und die Übergänge sind zum Glück auch fließend.

Fangen wir mit dem Gemüse an: „Ein kleiner Spickzettel“ weiterlesen

Advertisements

Die Kultur der Reparatur

Höchste Zeit, mal wieder über die gelesene Bücher zu berichten. Sonst wächst der Stapel noch in’s Unermeßliche.

Die besten Bücher kommen erfahrungsgemäß durch den sprichwörtlichen Zufall zu uns. Stehen im Bücherschrank und warten darauf, von uns mitgenommen zu werden. Oder springen auf dem Floh-/Büchermarkt direkt in’s Auge. Keine Chance, ohne sie weiterzugehen.

Genauso war’s auch mit ‚Der Kultur der Reparatur‘.

Die Kultur der ReparaturDie Kultur der Reparatur von Wolfgang M. Heckl
Fester Einband, 208 Seiten
Erstausgabe vom 26.08.2013
Hanser Verlag
ISBN: 9783446436787

In’s Auge gesprungen ist mir das Buch anhand des Klappentextes. Selten genug, daß eine Inhaltsangabe wirklich aussagekräftig ist. Bei dieser jedenfalls gab es keine Klagen. Man weiß gleich, woran man ist.

‚Kaum ist die Garantie abgelaufen, gehen unsere Geräte kaputt. Das Display des MP3-Players spinnt, der Laptop überhitzt und schaltet ab. Doch wir können der Wegwerfgesellschaft entkommen: indem wir wieder reparieren lernen. Das schont nicht nur die Ressourcen des Planeten, es macht auch Spaß! Überall in Deutschland gibt es Repair-Cafés, in denen Menschen gemeinsam an alten Plattenspielern schrauben und aus Secondhandklamotten Designermode machen. Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums in München, setzt sich an die Spitze der Do-it-Yourself-Bewegung. Er lehrt uns die Dinge um uns herum wieder wertzuschätzen – und zeigt uns den Weg zu mehr Autonomie von der Industrie.‘

Das Buch gibt keine praktischen Anleitungen zur Reparatur. Vielmehr geht es um die Bemühungen des Autors, der immer weiter um sich greifenden Obsoleszenz Paroli zu bieten. „Die Kultur der Reparatur“ weiterlesen

Zeit statt Zeug

Yule / Weihnachten naht und damit auch unweigerlich die Frage, was soll geschenkt werden? Auf keinen Fall nur irgendein Gruscht, der dann ungenutzt in irgendeinem Winkel vergammelt.

Das will jetzt nicht heißen, daß gar nichts mehr geschenkt/gekauft wird (man beachte die Reihenfolge) aber sehr viel handverlesener. Wie immer – Bücher sind die eine große Ausnahme, aber auch hier wird inzwischen genauer gesiebt. So schade es ist, die Massen an Neuerscheinungen sind weit über jede faßbare Grenze hinaus.

Also schenken, ja, gerne, wenn es wirklich Freude macht, genutzt wird und nicht nur ein Verlegensheitskauf ist, weil ’sich das eben so gehört‘. „Zeit statt Zeug“ weiterlesen

Alternative Packliste Inland

So langsam nähert sich wieder die Reisezeit. Und damit auch die Packlisten-Zeit. Listen für Reisen aller Art sind zweckmäßig und unterscheiden sich je nach den Reise-Erwartungen.

Wir haben uns für dieses Jahr das Ziel gesetzt, on tour so wenig Plastik wie möglich zu verwenden. Im Optimalfall gar keines.

Hier die dazu erstellte Packliste Version 1.0:

  • Stofftasche (für div Einkäufe auf lokalen Märkten)
  • Papiertaschen (für Brötchen etc. falls komplett auf Müll verzichtet werden soll)
  • Alepposeife (eignet sich auch für Haare, benötigt evtl. eine Umgewöhnungszeit bei Umstellung von den herkömmlichen Shampoos)
  • Lunchboxen (für den Fall, dass selber gekocht und eingekauft wird)
  • Trinkhalme aus Bambus oder Stroh (für Cocktails, Latte macchiato o.ä.)
  • Trinkflasche aus Edelstahl (für Wanderungen etc.)
  • Stofftaschentücher (am Besten ganz einfache ohne großen SchnickSchnack, eignen sich für alle möglichen Situationen und lassen sich im Bedarfsfall unter fließendem Wasser auswaschen)
  • Zahnputzpulver, Zahnkreide, Zahnpasta am Stil (letzteres beim AvocadoStore gesehen. Praktische Erfahrungen bestehen noch keine).

Bei der Liste geht es darum, möglichst platzsparend Müll zu vermeiden. Durchaus möglich, dass sie nach weiteren Erfahrungen noch erweitert wird.

Alte Zeitungen wiederverwerten

Manchmal hört man schon interessante Sachen. So unglaublich, dass sie einfach probiert werden müssen. So zum Beispiel Fensterputzen mit Zeitungspapier.

Das Thema kam zufällig auf. Einige Generationen zurück war es noch völig normal, mit Zeitungspapier und klarem Wasser die Fenster zu putzen. Kein Microfasertuch, kein Glasreiniger, nichts dergleichen.
Nur Wasser und die ausgelesene Zeitung.

Ungewöhnlich genug, um es ausprobieren zu wollen. Besonders, nachdem mir mehrmals versichert wurde, es sei kein Witz. „Alte Zeitungen wiederverwerten“ weiterlesen

Alchemistische Küche

Ziel der Mission: Ein Spülmittel ohne Plastik, sprich ohne wiederholten Kauf des Standardflüssigspülmittels in der handelsüblichen Plastikflasche.
Bereitgestellte Mittel: Kernseife, Wasser, Natron.

Ausschlaggebend ist die längere Suche nach einer brauchbaren Alternative zum gewöhnten Spülmittel.
Erfolg = eher bescheiden. Ganz ohne Plastik geht es nicht. Ärgerlich, aber Fakt.
Was folgt, ist der Eigenversuch nach dem Rezept von Zum Ursprung zurück.

  • 10 g Kernseife, kleingehobelt
  • 100 ml heißes Wasser
  • 1,5 Tl. Natron
  • 500 ml Wasser

Die Kernseife in heißem Wasser völlig auflösen, Natron zugeben und mit dem kalten Wasser auffüllen und in die schon vorhandene Spülflasche füllen. Abschließend noch gut durchschütteln. „Alchemistische Küche“ weiterlesen

Plastikfrei in anderen Ländern?

Nachhaltigkeit und Reisen – wie paßt das zusammen?

Mit ein bischen Aufmerksamkeit lässt sich der größte Anteil an Plastikmüll relativ leicht vermeiden. Am Besten gleich vorsorglich eine Stofftasche mitnehmen und darauf verweisen. Besonders beim Einkauf von Gemüse, Obst wird jeder Einkauf einzeln in eine Plastiktüte verpackt, da heißt es schnell(er) sein. Bei Fleisch etc. wohl genauso. Möglicherweise sind sich Menschen in Ländern mit Meeresanschluß der Probleme von Mikroplastik im Meer besonders bewußt. Bereits am 3. Tag wurde ich gefragt, ob ich überhaupt eine Plastiktüte haben möchte. Das ist mir in Deutschland noch nicht untergekommen. Fleischwaren, die nicht gerade in den unsäglichen Touristenverpackungen eingeschweißt sind, werden noch wie Anno Dazumal in Wachspapier eingewickelt. Keine Plastiktrennblättchen zwischen Schinken oder Käse, einfach einmal eingewickelt und damit ist es gut. Und gerade am letzten Tag wurden noch zwei vegane bzw. Bio-Läden entdeckt, früher wäre auch ok gewesen. 😉

Unser Plastikverbrauch in fünf Tagen Barcelona:
1 8 l-Wasserflasche (für’s Kochen. Das Wasser in Barcelona ist derart chlorhaltig, dass wir es doch lieber nicht verwenden wollten. Das Bad roch wie in unseren Schwimmbädern).
3 0,5 l-Fläschchen Wasser (eines auf der Rückfahrt verschuldet durch den Bahnstreik, 2 im Park GÜell, die an den div. Brunnen wieder aufgefüllt werden konnten).
1 250 g-Becher Butter (wäre im Nachhinein zu vermeiden gewesen, am vorletzten Tag haben wir ganz herkömmliche Butter made in Hamburg entdeckt. Die Welt ist ein Dorf 😉 ).
1 Päckchen Kaffeepulver mit Plastikdeckel und Toilettenpapier
2 oder 3 Plastiktüten, bei denen nicht schnell genug Veto eingelegt wurde.
1 Plastiklöffel für Kaffee am Flughafen (Rückflug)

Reisen ist zugegeben nicht die optimalste Art des nachhaltigen Lebens. Aber für den ersten Versuch, plastikfrei in andere Länder zu starten, lässt es sich ganz gut an.

Warum also in andere Länder reisen/fliegen, wenn ich doch um die umweltschädlichen Folgen weiß?

Zum Einen aus reiner Neugierde und dem Drang, aus der gewohnten Umgebung rauszukommen. Die sog. Wohlfühlzone kann manchmal ganz schön einengend sein. Immer nur das gleiche Umfeld inkl. der gleichen Gesichter. Und spätestens dann, wenn man Ängste hat, einmal etwas Neues zu wagen, wird es auch höchste Zeit dafür.
Und gerade nach dem Flugzeugabsturz über den Alpen hatten die Ängste Hochkonjunktur. Fliegen oder nicht fliegen? Die Alternative wäre gewesen, daheim zu bleiben und die anderen Drei fliegen ohne mich. Also doch fliegen.

Reisen erweitert den Horizont, regt zum Nachdenken an. Bestes Beispiel die vielen unterschiedlichen Kulturen in Barcelona. Ohne Zweifel wird es auch dort genug Krawalle geben. Gerade wegen der Armut und den vielen Immigranten aus allen möglichen Winkeln der Erde. Trotzdem wird das Bild ganz anders wahr-genommen als in Germany. Andere Kleider, Turban, Schleier, Kaftan, Sari… was macht’s? Es sieht anders aus, bunt, schön, lebendig. Nicht wie in Deutschland, wo das gleiche Bild als Fremdkörper wirkt. Warum eigentlich?

Noch ein kurzer Nachsatz: Nach einigen Tagen überlegen ist hier die Entscheidung gefallen, dass dieser Artikel hartnäckig danach verlangt, sich in die Blogparade von ‚Einfach. Nachhaltig. Besser. Leben‘ einzureihen, die dieses Monat das 2. Mal stattfindet und von gruenezwerge moderiert wird.