Die Erfahrung Masca

Die Masca-Schlucht und die Erkundung des Westzipfels von Teneriffa war unser nächstes Tagesziel. Also gleich nach dem „Frühstück“ Wasserflaschen füllen für den Exkurs und los ging die Fahrt.

Die Anfahrt bis Santiago del Teide verlief angenehm und mit einem ersten Fotohalt bei einer wunderschön blühenden Agave gekrönt.

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Weiter ging es auf der TF-36 hoch bis auf etwa 1.400 Meter.
Die Schlucht war schon für sich atemberaubend in ihrer ganzen Tiefe. Aber die ganze Szenerie war der helle Wahnsinn. Links die hochaufragenden zerfurchten Lavafelsen von Los Gigantes und rechts das Teno-Gebirge.

Die steile Abfahrt Richtung Buenavista del Norte sorgte für unterschiedliste Gefühle. Für mich als Fahrer absolutes Grausen und für meine Beifahrerin als Fotografin restlose Begeisterung! Haarnadelkurven und enge Straßen, die gerade mal Platz für zwei Autos boten. Auf der einen Seite die Felswand und auf der Anderen ging es teilweise 300 bis 400 Meter steil abwärts. Keine Leitplanken, aber dafür im Abstand von 1 m Steinblöcke (gelb angemalt). Wie beruhigend! Ich und meine Höhenangst!

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Und dann das Beste: Wenn ein Bus kam.
Der Bus und wir – eine innige Freundschaft auf Tuchfühlung: Wir klebten in der Regenrinne fast am Felsen, der Bus kroch auf Tuchfühlung an uns vorbei. Das war eine neue Erfahrung, auf die wir gerne verzichtet hätten.

Durch die Straßen des Teno-Gebirges zu kurven kommt einem vor, als würde man durch abgelegene Straßen in den Anden fahren. Spätestens am zweiten Tag oder wenn man einmal erlebt hat, wie ein vollbesetzter Touristenbus in einer haarnadelengen Kurve entgegenkommt und der nächstgelegene Graben zum Ausweichen die Rettung ist, fängt man vor jeder Kurve das Hupen an – als Signal für den potentiellen Verkehr ‚Achtung wir kommen!‘

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Nach mehreren Foto-Stopps und einer Ernte von Kaktusfeigen (auf den Kanaren bezeichnenderweise higo pico genannt) ging es hinunter in das fast am Atlantik liegende Buenavista del Norte und weiter in Richtung Südspitze des Teno-Gebirges.

 photo 38317299-c193-4ee9-872a-ffaa1edc1239_zpsvzdvovsj.jpgUnsere liebevolle Bezeichnung: Osterhasen-Ohren-Kaktus

Bedauerlicherweise war die Straße nach ca. 10 km gespeert bzw. als ‚Privado‘ gekennzeichnet. Obwohl es hier ein paar Grad kälter war und die Sonne sich hinter den Wolken verbarg, war der Blick auf den Antlantik herrlich.

Überhaupt gibt es auf der Insel soviel zu entdecken, die Gegensätze könnten manchmal kaum größer sein. Wir mußten nur wenige Kilometer weg von unserem Stützpunkt Puerto del Santiago und fanden uns inmitten zahlreicher Banenenplantagen, die grau an grau nebeneinander lagen und teilweise auch schon wie seit Jahren verlassen wirkten. Nicht das einzige Mal, dass wir uns während unserer Ausflüge wie in eine andere Welt versetzt fühlten. Später erfahren wir, dass Teneriffa seine Bananen im großen Stil auf’s europäische Festland exportiert hat und inzwischen sehr mit der Konkurrenz aus Afrika zu kämpfen hat.

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Aber zurück zur Straße sprich der TF-42 in Richtung Garachio. Kurz nach Los Silos machten wir an einem Straßen-Ristorante Halt. 1A-Essen und äußerst preiswert – unbedingt zu merken, falls es uns wieder einmal hierher verschlägt. Lt. Speisekarte gab es ‚Kaisergranaten‘ und um das Rätsel zu lösen, befragten wir den Kellner:

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Es sind ganz einfach Riesengarnelen und davon gleich sieben Stück für 12 Euro! Die Essenspause war mehr als notwendig und hat sich auch in jeder Hinsicht gelohnt.

Da wir schon ziemlich geschafft waren, fuhren wir von Garachio aus wieder retour in’s Gebirge – wieder mit Haarnadelkurven und engsten Straßen. Kurz vor El Tanque durchstießen wir ein weiteres Mal die Wolkendecke und die Sonne hatte uns wieder. Zu erwähnen wäre noch, daß es auf unserer Fahrt überall Unmengen Kakteen sowie Agaven gab. Und ganz im Verborgenen einige fast reife Brombeeren, deren Blüten hier violett schimmerten.

Tenogebirge PanoramaCopyright by: Wikipedia, Taxiarchos228

Das Teno-Gebirge (spanisch: Macizo de Teno) im Westen der Insel erreicht eine Höhe bis 1345 Meter und gehört zu den ältesten Teilen der Insel. Es entstand vor 17 Millionen Jahren als eigenständige Insel, von der aufgrund der Erosion nur die härteren Gesteinsschichten aus rötlichem Trachit bestehen blieben, die teilweise von jüngeren Gesteinsgängen aus Basalt durchzogen sind. Das Gebirge ist von einer großen Zahl tiefer Schluchten (Barrancos) vulkanischen Ursprungs durchzogen.

Info-Ecke:
Für eine erste Erkundung des Teno-Gebirges ist ein Mietwagen eine gute Alternative. Es fahren auch Linienbusse, allerdings eher selten. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, Fahrräder oder Motorräder zu leihen. Für Ersteres benötigt man einiges an Ausdauer und von Motorrädern würde ich ganz abraten. Anscheinend ist es nicht immer sicher, dass auch die notwendigen Helme beim Ausleihen mit dabei sind. Unbedingt sollte man hier ein geübter Fahrer sein.

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3 Kommentare zu „Die Erfahrung Masca

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